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Aufregung um Ringelnatter

Aufregung um Ringelnatter

Schon seit ein paar Wochen sprechen die Anwohner am Gordenitzer Platz in Pohritzsch darüber, dass etwas Schlangenartiges in den Grünanlagen nahe des Gienickenbaches unterwegs sein müsse.

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Eine Ringelnatter hat in den vergangenen Tagen in Pohritzsch für Aufregung gesorgt.

Quelle: Privat

Pohritzsch. Gartenbesitzer hatten solche Wesen durchs Gras schlüpfen gesehen, waren sich andererseits aber nicht sicher, ob es tatsächlich Schlangen waren.

„Ich bin Ur-Pohritzscher und bisher habe ich hier noch nie eine Schlange gesehen“, erzählt der Naturliebhaber Siegfried Berger, der mit seiner Frau Gisela am Gordenitzer Platz ein Grundstück mit großem Garten bewohnt. Am vergangenen Sonntag musste der 75-Jährige eine neue Erfahrung machen, denn sein Nachbar Eberhard Hahn entdeckte in seinem Anwesen tatsächlich eine Schlange, und die war mindestens einen Meter lang und sorgte im Dorf für Aufregung. Im Kartoffelbeet hatte sie sich verkrochen, und als sie entdeckt wurde, zischte sie kräftig.

„Viele hatten Angst, mancher hätte das Tier am liebsten sogar erschlagen“, berichtet Gisela Berger. Ihr Mann, den der Nachbar zu Hilfe gerufen hatte, versuchte zu beschwichtigen, denn er hatte das Reptil sofort als Ringelnatter identifiziert – wegen der für diese Schlange typischen gelben, halbmondförmigen Stellen hinter dem Kopf. Ringelnattern sind ungiftig und harmlos. Aber das wollte man Siegfried Berger anfangs nicht glauben, deshalb habe er von zu Hause ein Buch geholt, in dem Schlangen beschrieben sind, erzählt er. Die Leute sollten aufgeklärt werden, dass von diesen Tieren keine Gefahr ausgeht, ergänzt Ehefrau Gisela.

Ringelnattern stehen in Deutschland und in Sachsen auf der Roten Liste für gefährdete Tierarten und genießen laut  Bundesnaturschutzgesetz deshalb besonderen Schutz. Demnach ist es verboten, besonders geschützten Arten nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. „Ringelnattern gehören zu den flüchtenden Arten und sollten in Ruhe gelassen werden. Sie weichen aus, wenn sie eine Gefahr wahrnehmen“, erklärt Heike Wache von der Naturschutzbehörde im Landratsamt. Sie vermutet, dass die Ringelnatter in Pohritzsch ein gutes Nahrungsangebot wie Frösche und Kröten vorfindet.

Das bestätigen auch die Bergers, die seit Kurzem das Quaken der Frösche in ihrem Gartenteich vermissen. Ihre Eier legt die Ringelnatter gern in Substrate wie Kompost- und Laubhaufen, in denen durch Verrottung des organischen Materials Wärme frei wird. Deshalb legt Heike Wache den Pohritzschern nahe, an potenziellen Stellen, die sich für die Eiablage anbieten, nichts zu verändern.

Thomas Steingen

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