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Auftragsflut für Podelwitzer Segelmacher im Neuseenland

Marktlücke Auftragsflut für Podelwitzer Segelmacher im Neuseenland

Das Leipziger Neuseenland hat sich in den vergangenen Jahren zum Revier für unzählige Segler und Surfer einwickelt. Philipp Kalb entdeckte darin eine Marktlücke und ging als Segelmacher in die Selbstständigkeit. Sitz der Firma ist eine umgebaute Scheune im Rackwitzer Ortsteil Podelwitz.

Philipp Kalb (vorn) in seiner Werkstatt. Kürzlich besuchten ihn Bürgermeister Steffen Schwalbe (Zweiter von links) und Bundestagsmitglied Marian Wendt.
 

Quelle: Kay Würker

Podelwitz.  An der Küste haben sie sogar eigene Innungen. Doch tief im Binnenland sind Segelmacher eine Rarität. Philipp Kalb darf sich als solche fühlen. Im Dachgeschoss einer alten Scheune im Rackwitzer Ortsteil Podelwitz näht er die Tücher, die den Wind einfangen. Mit seiner Segelstecherei stach er im Leipziger Neuseenland in eine Marktlücke.

 Sein Werkstattraum auf dem Gelände des ehemaligen Podelwitzer Volksgutes hat die Dimensionen einer Galerie. Rund hundert Quadratmeter groß ist der Arbeitstisch, auf dem die Stoffe ausgebreitet werden. Nach oben hin spannt sich das unverkleidete Scheunendach, die Glasfront an der Stirnseite öffnet den Blick nach draußen. Philipp Kalb genießt diese Atmosphäre jeden Tag. Auch wenn der Job in der Marktnische viel Einsatz verlangt – der 33-Jährige hat den Schritt in die Selbstständigkeit nicht bereut.

Hobby führte zum Beruf

Vor fünf Jahren führte ihn das Hobby zum Beruf. „Ich habe schon als Jugendlicher gesegelt und bin dann aufs Kitesurfen gekommen“, erzählt der Leipziger. Doch die Kites gehen gerne mal kaputt, Reparaturen sind kostspielig. „Also habe ich angefangen, selbst zu nähen. Und weil das gut lief, haben mir auch andere ihre Kites anvertraut.“ 2011 gründete Philipp Kalb mit einem Kompagnon „Die Segelstecherei“. Mittlerweile ist er Einzelunternehmer mit einer Angestellten, der Firmenname ist erweitert auf „Die Segelstecherei by neoSails“. Auch das Arbeitsspektrum ist gewachsen. Zu den Kites kamen die Segel, zu den reinen Reparaturen komplette Neuanfertigungen.

Die Kunden wohnen im Wesentlichen im Großraum Leipzig. Vieles, was auf den Seen der Region windgetrieben über die Wellen reitet, wird irgendwann ein Fall für neoSails. Und nicht nur das: „Es gibt auch Leipziger, die ihren Katamaran an der Ostseeküste haben oder eine Segeljacht in Griechenland. Dadurch habe ich hier auch mit größeren Segeln zu tun, vom polyestergewebten Tuch bis hin zum Laminatsegel für Anspruchsvolle“, erklärt Kalb. Die größten messen bis zu 60 Quadratmeter, sind bis zu 40 Kilogramm schwer. Da wird der Job auch mal körperlich anstrengend. Im Wesentlichen aber besteht er aus penibler Detailarbeit: Segmente austauschen, Lattentaschen nacharbeiten, Kanten setzen. Mehrere Industrienähmaschinen reihen sich um den Arbeitstisch, ausgelegt für bestimmte Garnarten und Arbeitsschritte. Für Neuanfertigungen kooperiert Philipp Kalb mit einem Rostocker Unternehmen, das die Segmente mit Lasertechnik zuschneidet.

Kooperation mit Zelthersteller

Seit mehr als zwei Jahren arbeitet neoSails auch mit einem international agierenden Zelthersteller zusammen, repariert teure Einzelstücke im Kundenauftrag. Zugleich steigt die Gesamtzahl der Aufträge. Philipp Kalb hat sich als Autodidakt in der Branche einen Namen gemacht. Seinen alten Beruf als Rettungssanitäter vermisst der Familienvater schon lange nicht mehr.

Von Kay Würker

Podelwitz Wiederitzscher Straße 51.428053 12.381441
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