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Aufwendige Jugend-Betreuung: Sozialarbeiter klappern 17 Dörfer ab

Evangelisch-freikirchliche Gemeinde Delitzsch Aufwendige Jugend-Betreuung: Sozialarbeiter klappern 17 Dörfer ab

Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Delitzsch leistet mobile Jugendarbeit auf dem Land. Konkret geht es um etwa 500 Jugendliche im Alter von 15 und 25 Jahren, die in den 17 Dörfern der Gemeinde Wiedemar unterschiedlich verteilt sind. „Wir wollen so oft es geht vor Ort sein, denn die Jugendlichen wollen angesprochen werden“, weiß Matthias Mitttmann.

Vor dem neuen Anstrich wird die alte Farbe von der Wand des Jugendclubs Werlitzsch entfernt.
 

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch.  Die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Delitzsch leistet mobile Jugendarbeit auf dem Land. Konkret geht es um etwa 500 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, die in den 17 Dörfern der Gemeinde Wiedemar unterschiedlich verteilt sind. Sie werden derzeit von Matthias Mittmann und vertretungsweise von Jens Rudolph betreut. Zehn Stunden pro Woche stehen ihnen dafür zur Verfügung. „Wir wollen natürlich so oft es geht vor Ort sein, denn die Jugendlichen wollen angesprochen werden, kommen nicht von allein“, weiß Matthias Mittmann. Bei diesem Zeitfonds sei es natürlich schwierig, immer Präsenz zu zeigen. Deshalb ist ihre Arbeitsweise den besonderen Bedingungen angepasst. Neben dem Bereitstellen von eigenen Angeboten, wie zum Beispiel dem Geocaching in der Gemeinde, richten sie ihre Tätigkeit jetzt auch darauf aus, mit den Partnern vor Ort möglichst eng und nachhaltig zusammenzuarbeiten. Mittmann nennt da insbesondere die Jugendfeuerwehr, aber auch die evangelische Gemeinde und die vorhandenen Sportvereine. „Wir bringen uns dort in die jeweiligen Veranstaltungen ein, unterstützen, wo es möglich ist und erreichen so die Jugendlichen“, sagt Matthias Mittmann und ist sich dennoch bewusst, dass sich die meisten Jugendlichen auf den Dörfern, was die Freizeitbeschäftigung betrifft, sich in Richtung Delitzsch orientieren. „Es sind etwa 90 Prozent, hat eine Umfrage ergeben“, informierte er.

Natürlich konzentriert sich die Arbeit auch auf die Betreuung der vorhandenen Jugendclubs beziehungsweise der Schaffung solcher in den Orten, wo der Bedarf besteht, aber noch keiner vorhanden ist. Beispiel Pohritzsch. Die Räumlichkeiten sind jetzt von der Gemeinde bereitgestellt worden. Allerdings treffen sich dort vielfach nur Jungerwachsene. „Jetzt wollen wir auch den Zugang für die Jüngeren ermöglichen“, erklärten die Jugendarbeiter. Dort könnten sie sich sogar vorstellen, bis zu zwei feste Termine festzulegen, an denen sie direkter Ansprechpartner vor Ort sind.

Die Jugendberater sehen sich zudem vielfach in der Rolle des Mittlers zwischen der Gemeinde und den Jugendlichen. Beim Jugendclub Wiedemar zum Beispiel. Der wird auch zu privaten Feierlichkeiten an Leute aus dem Ort vermietet. „Das passiert meist an den Wochenenden, an denen die Jugendlichen den Club gern selbst genutzt hätten“, weiß Mittmann. Für diese Zeit ziehen sie sich in einen separaten, beengten Raum zurück. Dass mitunter die Mieter der Einrichtung ihn nicht so verlassen, wie gewünscht, passiere nicht selten. „Dann allerdings würden die Jugendlichen nicht selten als Verursacher gesehen“, so Mittmann. Hier setze dann die Vermittlung ein. Die Jugendarbeiter haben fast grundsätzlich den Eindruck, dass sich die Jugendlichen schon darum kümmern, dass ihr Domizil entsprechend der Hausordnung genutzt und sauber gehalten wird. „Sie führen deshalb auch kleine Reparaturen selbst aus.“

„Das Bild der Jugendlichen, welches die älteren Bewohner von ihnen haben, ist fast durchweg positiv“, sagte Mittmann. Auch das hätten Gespräche mit den Einwohnern ergeben. Was die bevorstehende Ankunft von jungen Flüchtlingen in Wiedemar betrifft, so machen sich die Jugendarbeiter schon seit bekanntwerden Gedanken. „Zwischen ihnen und den deutschen Jugendlichen müssen wir Brücken bauen“, so Mittmann. Dazu sei es aber erforderlich, im Vorfeld aktiv zu werden. Die Jugendberater sehen eine Chance der Integration. Wenn die einheimischen Jugendlichen den Flüchtlingen Hilfe, Orientierung in einem ihnen fremden Land anbieten. Über den Sport gelingt das gut. Hier wollen auch Mittmann und Rudolph ansetzen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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