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Ausgrenzung und Integration: Neue Schau im Barockschloss

Ausgrenzung und Integration: Neue Schau im Barockschloss

"Deutsche jüdische Soldaten" ist der Titel der neuen Sonderausstellung, die am Donnerstagabend im Museum Barockschloss Delitzsch eröffnet wurde. Unter den zahlreichen Gästen begrüßte Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) auch Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

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Gunter Berge (Museumsverein), OBM Manfred Wilde, Oberst Peer Luthmer, Küf Kaufmann und Museumsleiter Jürgen Geisler (von links) an der Vitrine, die sich dem Schicksal jüdischer Soldaten aus Delitzsch widmet.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. Die Ausstellung behandelt auf 69 Bildtafeln das Schicksal jüdischer Soldaten in Deutschland von der Epoche der Emanzipation zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Zeitalter der Weltkriege. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr mit dem Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam und dem Centrum Judaicum in Berlin. Das Thema sei museal nicht einfach aufzuarbeiten gewesen, sagte Wilde. Viele Juden gingen während der Nazi-Herrschaft ins Ausland oder wurden Opfer dieser Diktatur. Somit sei viel historisches Material verloren gegangen, so der Historiker Wilde.

Die Schau wird seit 1996 im gesamten Bundesgebiet gezeigt. Dass sie nun bis zum 18. Mai in der Loberstadt zu sehen ist, "ist auch der Partnerschaft mit der Unteroffizierschule des Heeres und ihrem Kommandeur Oberst Peer Luthmer zu danken, der den Kontakt zum Zentrum für Militärgeschichte vermittelt hat", berichtete der OBM bei der Eröffnung. Bundeswehrangehörige der Unteroffizierschule halfen dem Museums-Team auch beim Aufbau.

Im Kern beinhaltet die Exposition die Zeit um den ersten Weltkrieg, als sich die jüdischen Menschen als vollwertige Staatsbürger begriffen. Im Zentrum steht dabei die Diskrepanz zwischen Integration beziehungsweise Ausgrenzung der Juden auf der einen sowie den im deutschen Militärdienst stehenden jüdischen Soldaten auf der anderen Seite. Mit dem Ersten Weltkrieg verbanden viele Juden die Hoffnung, letzte Integrationsdefizite überwinden zu können. "Tausende meldeten sich freiwillig, und am Ende hatten von den ungefähr 550 000 Angehörigen der jüdischen Minderheit etwa 100 000 dem Reich als Soldaten gedient", heißt es auf einer Tafel.

Ein kleiner Ausstellungsbereich ist auch dem Schicksal jüdischer Soldaten aus Delitzsch gewidmet. Dabei wird an Erich Jacobsohn sowie Kurt und Fritz Wolff erinnert, die an der Front ihre staatsbürgerliche Pflicht erfüllten. Für sie und vier Bitterfelder ist auf dem jüdischen Friedhof in Delitzsch ein Gedenkstein aufgestellt worden.

Für Besucher ist die Exposition aber auch eine Herausforderung. Museumsleiter Jürgen Geisler sprach bei der Eröffnung sogar von "schwerer Kost". "Über 100 Jahre deutsch-jüdische Soldaten, dieses Thema ist vielen in seiner Komplexität nicht bekannt", so Geisler. Gerade deshalb empfahl der OBM Schülern einen Besuch. Aber auch die Enge der Ausstellungsräume erleichtert Besuchern nicht das Erfassen des umfangreich verarbeiteten Stoffes. Als Ergänzung zur Ausstellung empfiehlt das Museum das Delitzscher Kamingespräch "Adressat unbekannt" am 19. März, ein ungewöhnliches Drama nach Texten von Kressmann Taylor. Beginn ist um 19 Uhr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2014
Thomas Steingen

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