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Delitzsch Ausstellung Barockschloss Delitzsch zu Stadtverteidigung und Schützenwesen
Region Delitzsch Ausstellung Barockschloss Delitzsch zu Stadtverteidigung und Schützenwesen
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06:00 10.03.2016
Kanonenkugeln aus dem 30jährigen Krieg von den Schlachtfeldern Breitenfeld/Podelwitz. Im Barockschloss Delitzsch wird derzeit die neue Ausstellung „Jeder Treffer zählt“ vorbereitet. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Nach der sehr erfolgreichen Märchenschau bereitet das Team des Museums Barockschloss Delitzsch derzeit die nächste Sonderausstellung vor. Sie trägt den Titel „Jeder Treffer zählt“ und wird sich vom 18. März bis 12. Juni mit dem Thema „Stadtverteidigung und Schützengesellschaften in Delitzsch“ beschäftigen. Zeitlich spannt die neue Exposition einen Bogen von den ersten Erwähnungen der Bewaffnung der Bürger und dem Bau der Delitzscher Wehranlage über die Entstehung von Schützengesellschaften und deren Aktivitäten bis hin in die Gegenwart zur heutigen Schützengilde, die sich in der Tradition ihrer vor über 300 Jahren gegründeten Vorgängerin sieht.

Waffenkauf Ende des 14. Jahrhunderts

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Im Barockschloss Delitzsch wird derzeit die neue Ausstellung „Jeder Treffer zählt“ vorbereitet.

Wie Museumsleiter Jürgen Geisler ankündigt, wird die Sonderschau sich vier Perioden widmen. Nachgewiesen sind Aktivitäten zur Stadtverteidigung erstmals Ende des 14. Jahrhunderts, als in Delitzsch begonnen wurde, eine Burg, zwei Türme und die Stadtmauer zu errichten. 1398 ist in der Chronik erstmals von einem Waffenkauf die Rede. Seinerzeit hatte der Schützenmeister Armbrust und Büchse erworben. „Der erste Teil der Ausstellung wird Auskunft geben, wie sich die Stadt vor Feinden schützte. Sie informiert aber auch darüber, wie die Bürger verpflichtet waren, für den Markgrafen auf Heerfahrt zugehen“, sagt Geisler. So zogen Delitzscher Bürger 1401 in den Krieg nach Böhmen. Dafür mussten sie den Umgang mit Waffen üben. Die Stadt stellte Schießplätze zur Verfügung, eine Schützengesellschaft entstand, die mit Ende des 30-jährigen Krieges wieder verschwand.

Schützenfeste als städtische Höhepunkte

Erst 1697 gründeten Delitzscher Bürger die Schützengilde neu, die erneut hohes Ansehen in der Stadt errang. Dies ist zugleich der Beginn des zweiten und umfangreichsten Teils der Ausstellung, denn fortan, bis Ende des zweiten Weltkrieges, „bestimmten Schützengesellschaften das kulturelle und gesellschaftliche Leben, waren die Schützenfeste prägende Ereignisse und zugleich immer auch Volksfeste in der Stadt“, erklärt der Museumschef. Dies wird mit vielen Exponaten dokumentiert, die teils auch Privatpersonen als Leihgabe zur Verfügung stellen. So die Schützenkette, die der Rat der Stadt 1797 zum 100-jährigen Bestehen der Schützengilde gestiftet hat. Mehrere Stücke steuert auch Karl Gräfe bei. Etwa die kunstvoll gestaltete Schießscheibe, mit der dessen Vater, Carl Gräfe, 1924 Delitzscher Schützenkönig geworden war und dabei 65 Konkurrenten auf die Plätze verwies. Dieser Teil der Ausstellung erinnert aber auch an den Bau des Schützenhauses auf dem Schützenplatz und dem 1891 eingeweihten Schützenhof in der Securiusstraße. 1912 wurde dieser um mehrere Schießplätze erweitert, um überregionale Wettkämpfe austragen zu können. So veranstaltete die Schützengilde ein Jahr später das 27. Bundesschießen in Delitzsch.

Schießsport bei der GST

1945 endete zunächst das Schützenwesen, nachdem der alliierte Kontrollrat die Abgabe der Waffen verfügt hatte. In der DDR wurde Schießsport dann in der 1952 gegründeten Gesellschaft für Sport und Technik (GST) möglich. Dieser bis 1990 dauernden Periode ist der dritte Teil der Ausstellung zugeordnet. Die Exponate belegen, dass die Delitzscher in dieser Zeit ebenfalls gute Schützen waren. So wird in der Ausstellung eine Urkunde zu sehen sein, die 1969 Harald Wendt zum DDR-Meister der Jugend B erklärt. Mit 590 von 600 möglichen Ringen errang er damals den Titel in dieser Altersklasse.

Das jüngste Kapitel des Delitzscher Schützenwesens beschäftigt sich mit der 1990 wieder gegründeten Schützengilde Delitzsch. Die Schützen waren nach der politischen Wende einer der ersten Vereine der Stadt, der sich neu gründete.

Von Thomas Steingen

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