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Ausstellung von Konrad Henker in Werkstattgalerie Hohenossig eröffnet

Ausstellung von Konrad Henker in Werkstattgalerie Hohenossig eröffnet

Die Berge, Eis und Schnee haben es ihm angetan. Der Maler und Grafiker Konrad Henker kommt davon nicht mehr los und widmet sein Schaffen der alpinen Welt.Am Sonnabendvormittag wurde die „Winterausstellung“ bei gar nicht dementsprechenden Temperaturen im Künstlerhaus Hohenossig eröffnet.

Hohenossig. et. Druckereichef Reinhard Rössler begrüßte dazu den 30-jährigen Künster aus Dresden, der vor zwei Jahren bereits Gast beim Sächsischen Druckgrafik-Symposion in Hohenossig war und schon damals als „Fan des Hochgebirges wie besessen an der Bergwelt gearbeitet hatte“, so Rössler. Meist großformatige Grafiken, 33 an der Zahl, werden nun in der Werkstattgalerie-Exposition gezeigt, die die Dimension von Schnee, Eis und Berg in der grafischen Widerspiegelung nicht nur schlechthin deutlich machen. Henker zieht es bis in 3000Metern Höhe und er hat alles für ein autarkes Leben im Rucksack dabei – und zusätzlich sind da die Zinkplatten im Gepäck, auf die er unmittelbare Eindrücke einritzt und von denen später beeindruckende schwarz-weiße Grafiken gedruckt werden.

Der Kunsthistorikerin Franka Häßner oblag es in der Ausstellung, mit Konrad Henker bekannt zu machen. Individuelles Erleben und geschärfte Wahrnehmung in eisigen Höhen produzieren eine höchst authentische Dartstellung, hieß es. Dieses wahrhaft existente Motiv hätten „gewissermaßen Porträtcharakter“. Henker führe so die unberührte Natur vor Augen. Ruhe und Erhabenheit würden in seinen Werken dominieren. Henker erschließt sich die Welt des Eises wahrlich unmittelbar, baut Iglus, sägt Eisblöcke und Eistunnel bei Minus 20 Grad und gibt selbst zu, dass dieses nicht alltägliche Leben und Arbeiten Kraft und Nerven verlangen. Manchmal sehe er zwei Wochen lang keinen Menschen.

In Filmsequenzen, die in der Druckereiwerkstatt gezeigt wurden, ist festgehalten, wie sich der Künstler in der Einsamkeit bewegt. Erfassen der Umwelt, des Raumes der Stille erfolge räumlich, sinnlich direkt und gewähre ein ungestörtes Arbeiten. Wenn Henker, umgeben vom blendenden Weiß und tiefer Ruhe seine Impressionen auf die schweren Zinkplatten überträgt, kann er dies in der Regel nur zwei bis drei Stunden, bevor die Finger klamm werden. Und er wird dabei eins mit dem Motiv, versinkt mit den klaren Linien des Berges, die bei steigender Luftfeuchtigkeit wie ein Weichzeichner wirken, so die Laudatorin. Die Bilder schließen sowohl geschwungene Formen als auch schroffe Schnitte nicht aus. Doch es bleibt immer wieder der Eindruck des reizvollen Naturerlebnisses. Das Wesentliche des Bildes werde schon vor Ort festgelegt, doch die Arbeit am Werk geht zu Hause weiter und schließen einen längeren Zeitraum des Entstehens nicht aus.

Der in Weimar geborene Henker studierte von 1999 bis 2005 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Arbeitsaufenthalte führten ihn schon in Hochgebirge in Italien, Österreich, Norwegen, in der Schweiz und in Japan.

Ein Motiv, das vor zwei Jahren im Ötztal in den Alpen entstand, lag am Sonnabend auf dem Werkstatttisch der Druckerei. Und im Gegensatz zu sonstigen Demonstrationen machte sich nicht der Kunstdrucker Rössler an die Arbeit, sondern der Ausstellende selbst. Dazu hüllte sich der Schneevertraute in einen blendend weißen Overall, der alsbald mit blauschwarzer Druckfarbe zu tun bekommen sollte. Rössler erläuterte die Vorbereitungen, die unter anderem das sorgfältige und penibel individuelle Abwischen der Farbe von der Druckplatte beinhalteten.

Die Radierung war noch keine drei Minuten alt, da schlug Reinhard Rössler mit Einverständnis des Künstlers vor, das Blatt zu versteigern. Eine Mini-Auktion ohne den obligatorischen Hammer begann. 100 Euro Anfangsgebot führten zum 150 Euro-Zuschlag. Da setzte Henker noch eines auf die spontane Vernissage-Auktion drauf und verkündete: „Das Geld möchte ich für Unicef spenden.“

Lutz Schmidt

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