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Delitzsch Auszeit in Hohenossig
Region Delitzsch Auszeit in Hohenossig
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00:46 05.04.2012
Thomas Sebening bei der Arbeit im Künstlerhaus. Quelle: Christine Jacob
Hohenossig

„Es ist toll, sich so eine Auszeit nehmen zu können“, betont Thomas Sebening. Hohenossig bedeutet Erholung für den 54-Jährigen aus der Großstadt:  Hinter dem Künstlerhaus kann der Blick weit über sich im Wind wiegendes Gras schweifen, da gibt es kilometerlang keinen Beton oder Asphalt und abgesehen vom steten Rauschen der B 2 auf der anderen Seite nur Ruhe: „Ich schätze diese Weite hier“, sagt Thomas Sebening.

Der Münchener kennt das Künstlerhaus der Rösslers schon lange, reist seit Mitte der 1990er-Jahre August für August als Gastdrucker zum Symposion an und war 2010 bei der 20. Auflage selbst als Künstler dabei. Nun der von Kulturraum Leipziger Raum, Kulturstiftung Sachsen, Sparkasse und anderen mitfinanzierte Aufenthalt. Eine Jury hat Sebening dafür ausgewählt, im Herbst soll ein weiterer Künstler die Chance für das 2009 aus der Taufe gehobene Projekt „Artist in Residence“ bekommen. „Ohne finanzielle Hilfen geht das nicht. Wir sind auch sehr dankbar für die Unterstützung, die wir von der Gemeinde Krostitz bekommen“, betont Reinhard Rössler.

Der vierwöchige Aufenthalt soll den Künstlern die Möglichkeit geben, sich tagelang fernab wirtschaftlicher Zwänge ganz allein ihren Werken und Ideen zu widmen, will eine Rückzugsmöglichkeit und Erholung schöpferischer Natur bieten. Alles ist organisiert, Zeit und Raum zum künstlerischen Experimentieren gegeben, die Fachleute Jeanette und Reinhard Rössler als Druck-Experten stets zur Stelle. „Ich habe sonst noch andere Verpflichtungen, die ich hier ganz und gar von mir schieben kann“, erzählt Thomas Sebening.

Er studierte in München und Paris, arbeitete lange als Grafikdrucker mit eigener Werkstatt, seit 2001 leitet er die Radierwerkstatt an der Akademie der Bildenden Künste München.  Und hat festgestellt: Hier in der Leipziger Region gibt es für Grafik eine höhere Wertschätzung. „Grafik hat es im Westen schwerer, in München wird da nur ein bisschen was verkauft.“ Ohnehin sei das Künstlerleben in der bayerischen Landeshauptstadt nicht gerade einfach – Kunst zu verkaufen sei dort leichter, als sie zu machen. „Die Immobilienpreise sind kulturfeindlich“, diagnostiziert der Grafiker. Er habe sogar schon mal mit dem Gedanken gespielt, nach Leipzig zu ziehen und schätze jeden Aufenthalt in Hohenossig.

Vor allem das Thema Farbe hat es Thomas Sebening angetan, mit figürlichen Arbeiten fing er an, heute sind seine Werke vor allem abstrakter Natur. „Ich will mit Farbe erreichen, was man im Grunde nur im Kopf schaffen kann“, sagt der Künstler, „meine Arbeiten sind Augenkino.“ Aufs Papier kommt in Hohenossig das Flirren und Tänzeln von Farbe, Licht und Schatten, das einem immer dann erscheint, wenn man seinen Kopf ein Weilchen mit geschlossenen Augen der Sonne entgegenreckt.

Christine Jacob

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