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Delitzsch B 87 n - "Von Trassen zu sprechen, kann nur Spekulation sein"
Region Delitzsch B 87 n - "Von Trassen zu sprechen, kann nur Spekulation sein"
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14:17 19.05.2015
Diese Karte stellte Marian Wendt der LVZ zur Verfügung. Sie zeigt den Trassenverlauf der B 87 n, den der Bundestagsabgeordnete jetzt als mögliche Variante ins Gespräch gebracht hat. Repro: Alexander Bley Quelle: Alexander Bley
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Diese führt eng an Taucha vorbei, tangiert die Parthenaue jedoch nicht und geht am BMW-Werk vorbei nach Leipzig. Die LVZ fragte nach und stieß weder im sächsischen Verkehrsministerium noch im Landratsamt auf zustimmende Begeisterung. Der Bürgermeister der Gemeinde Jesewitz reagierte zudem verärgert, weil genau dieser Trassen-Verlauf bereits vor zehn Jahren von seinem Gemeinderat vorgeschlagen wurde.

Die Zuständigkeit für dieses Verfahren liegt bei der Deges, der Projektplanungsgesellschaft des Bundes, diese erarbeitet derzeit konkrete Unterlagen, auf deren Grundlage die Planungen vorangetrieben werden können. Der Landkreis ist in diese Planungen nicht eingebunden, teilt die Behörde mit. "Seit vielen Jahren werden immer wieder verschiedene Varianten diskutiert. Auch die von Herrn Wendt aufgezeigte, ist nicht neu. Seit vielen Jahren setzen sich der Landkreis und viele Akteure für die Realisierung der B 87 n ein, da diese eine wichtige infrastrukturelle Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises darstellt. In der jetzigen Phase der Planungen von Trassen zu sprechen, kann nur Spekulation sein, denn es gilt, Korridore zu betrachten", so Rayk Bergner, Pressesprecher des Landratsamtes. Trassen seien erst später ein Thema und derzeit nicht Gegenstand der Untersuchungen. "Daraus abgeleitet sind jegliche Aussagen zu Trassen verfrüht. Durch die Deges sind derzeit zahlreiche Fragen des Bundes zu beantworten. Wichtig ist es, schnell Fakten zu präsentieren. Hierbei setzt der Landkreis auf Gespräche mit den Planungsbehörden", ergänzt Bergner.

Die sächsische Straßenbauverwaltung teilt mit, dass sie in einem mehrjährigen Planungs- und Untersuchungszeitraum die Raumordnungsunterlagen für die B 87 n erarbeitet hat. Dabei ist sie nach planerischen Methoden vorgegangen, wie sie vom einschlägigen Regelwerk vorgegeben sind. Diese Arbeitsweise stellt grundsätzlich sicher, dass alle Linien untersucht werden, die sich zielführend und sinnvoller Weise aufdrängen. "Insofern zeigt der Abgeordnete Wendt keine neue Variante auf", so Pressesprecherin Edith Grether. Diese und andere Varianten, die an die Autobahn-Anschlussstelle Leipzig Messegelände anschließen, führen zu verkehrlichen Problemen und Defiziten bei der Verkehrssicherheit, insbesondere bei besucherstarken Messeveranstaltungen, teilt das Verkehrsministerium mit. Das laufende Raumordnungsverfahren soll in zwei Teilabschnitte nördlich beziehungsweise südlich von Eilenburg getrennt durch ergänzende Untersuchungen untersetzt und dann wieder aufgenommen werden. Für den nördlichen Teilabschnitt im Raum Torgau ist die Linie weitgehend bestimmt. Im südlichen Abschnitt ist mit allen Beteiligten an einer verträglichen, wirtschaftlichen und verkehrswirksamen Lösung zu arbeiten.

Auch der Jesewitzer Bürgermeister Ralf Tauchnitz (WV) versteht nicht, dass dieses Thema nun als "neue Erfindung" verkauft wird. Denn der Gemeinderat Jesewitz hat bereits im Jahr 2004 zur Anhörung zur B 87 n die Variante Anschluss BMW-Werk Leipzig vorgeschlagen. Im Jahr 2009 wurde die gleiche Stellungnahme nochmals bei der Landesdirektion abgegeben. "Wir hatten mit dem damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Reiner Fornahl Kontakte, welcher diese BMW-Variante im Auge hatte", teilt der Bürgermeister mit. Auf diese Variante wurde laut Tauchnitz in all den Jahren jedoch überhaupt nicht eingegangen. Es wurden immer nur die Varianten Parthenaue und S 4 diskutiert. Der Bürgermeister sieht auch bei der BMW-Variante "Reibungspunkte", vor allem aber werden die Ortsteile entlastet. "Ich denke an die Tangente B 87 - Gallen - Ochelmitz - Liemehna - in Richtung BMW Werk - Leipzig, welche mittlerweile als zweite Haupzufahrtsstrecke nach Leipzig genutzt wird", sagt Tauchnitz.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 03.05.2014
Frank Pfütze

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