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Delitzsch Bürgerinitiative in Delitzsch besorgt über Baumfällungen
Region Delitzsch Bürgerinitiative in Delitzsch besorgt über Baumfällungen
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00:28 05.03.2018
Den Stadtpark, wo nicht erst mit Friederike viele Bäume verschwanden, will sich die BI näher ansehen. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

Mit dem Februar ist auch die Saison für Baumpflege zu Ende gegangen. Doch nur, weil die Kettensägen jetzt offiziell ruhen, kehrt noch lange keine Ruhe rund um das Thema ein. Baumarbeiten bleiben ein heißes Eisen. „Entsetzt“ von einigen Maßnahmen vom Baumverschnitt bis zur -fällung zeigt sich die Bürgerinitiative (BI) Grünes Delitzsch.

BI beäugt kritisch

Fünf Jahre ist jener diskussionsheiße Winter her, in dessen Folge sich die BI gründete. Reihenweise waren damals Bäume am Wallgraben verschwunden, am Ende waren es um die 50, zum Teil auch als „erhaltenswert“ eingestufte. Seitdem wird jeder angesägte Baum beäugt. „Teilweise haben wir in Delitzsch schon Fällungen weit über den Februar hinaus beobachten müssen“, erinnert BI-Kopf Jörg Bornack. Leider sei die gesetzliche Handhabe dagegen ziemlich gering bis gar nicht vorhanden. Sobald die Verwaltung damit argumentiere, dass von einem Baum Gefahr ausgeht, kann der jederzeit gefällt werden. Immer wieder, so die Kritik, komme es nach dieser Methode zu städtischen Hauruck-Aktionen, die immer wieder mit „Gefahr im Verzug“ verteidigt würden.

Unterschiedliche Auffassungen

Jörg Bornack Quelle: Alexander Bley

Gegen eine Fällung im wirklich kritischen Zustand wie zum Beispiel nach dem jüngsten Orkan Friederike, der allein in der Loberstadt 600 Kubikmeter Bruchholz hinterließ, sei nichts einzuwenden – wohl aber bei anderen Maßnahmen. „In der Bevölkerung rumort es nach wie vor“, warnt Bornack. So herrsche noch immer auch Unverständnis, über die in der Grünstraße gefällten Linden, die sich allerdings Anwohner per Petition gewünscht hatten. Bornack und seine Mitstreiter fordern dennoch Nachpflanzungen. Zudem fordert die BI wenigstens ein umweltbewussteres und nachhaltiges Vorgehen. Viele Tiere bräuchten Hohlräume, wie sie nur alte Bäume bieten und auch Hecken und Sträucher bieten Unterschlupf. „Man kann Bäume auch mal zum Beispiel für Vögel stehen lassen, wenn sie nicht direkt an einem Weg stehen“, appelliert Jörg Bornack. Als nächstes will die BI den Stadtpark genauer unter die Lupe nehmen. Auch die Aktivierung der Baumkommission ist ein Ziel.

Maßnahmen verteidigt

Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) verteidigt die Maßnahmen der Vergangenheit. Ohne die entsprechende Baumpflege wäre Delitzsch bei Sturmereignissen wie Friederike schlechter weggekommen, argumentiert er. Die Stadtverwaltung kündigt an, dass in den kommenden Monaten noch „geringfügige Eingriffe“ wie Form- und Pflegeschnitte sowie Totholzentnahmen laufen. Für dieses Jahr sind zudem Ersatzpflanzungen im Stadtpark geplant. Was auch immer, wie auch immer: Die BI wird kritisch darauf blicken.

Von Christine Jacob

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