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Delitzsch Badrina sucht einen Wirt
Region Delitzsch Badrina sucht einen Wirt
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07:00 06.05.2017
Gut in Schuss ist der Leinekrug Badrina. Quelle: Wolfgang Sens
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Badrina

Der Pächter hat nach ein paar Monaten wieder das Handtuch geworfen. Der Interessent ist gar nicht erst zur Vertragsunterzeichnung erschienen. Der Pachtvertrag ist unterschrieben, aber das Geschäft startet nicht. Der Interessent ist nicht zu erreichen ... es sind Aussagen, die der Schönwölkauer Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) die vergangenen Jahre immer wieder zum Leinekrug treffen musste. Und es wird nicht besser.

Fünf Jahre, fünf Interessenten

Das Lokal im Ortsteil Badrina steht – mit nur einer einzigen kurzen Unterbrechungen – seit dem Sommer 2012 leer. Der Gemeinde gehört das Objekt und es soll erhalten bleiben, ist wieder und wieder ausgeschrieben worden. Mit dem Saal ergibt sich ein großes Kulturhaus mitten auf dem Land. Der Pächter, der den Leinekrug bis Sommer 2012 zuletzt fünf Jahre geführt hatte, musste aufgeben, weil sich das Geschäft nicht mehr rechnete. 500 Euro Pacht plus Nebenkosten wären zu zahlen, so hat es der Gemeinderat vor fünf Jahren beschlossen. Doch in den vergangenen fünf Jahren waren nur fünf Interessenten beim Bürgermeister. Mit zwei Bewerbern konnte Volker Tiefensee auch Pachtverträge unterschreiben, nur einer betrieb die Gaststätte überhaupt und so gab es 2015 mal für ein paar Monate ein griechisches Restaurant in Badrina. Wenig später wieder verschlossene Türen, von Pachtschulden war die Rede. Und auch der Rest der Interessenten verschwand klang- und spurlos. Die Gemeinde scheint gefasst, noch lange auf der Gaststätte hocken zu bleiben. Inzwischen wird im Gemeinderat nur noch müde gelächelt, wenn das Thema zur Sprache kommt. Das Dorf liege nun mal weit ab vom Schuss, argumentieren einige in Badrina. Es gehe doch keiner mehr in die Kneipe und das Kneipensterben grassiere weiter, glauben andere.

Saal in Gemeindehand

Die Gaststätte könne nur dann betriebswirtschaftlich positiv betrieben werden, wenn im Saal regelmäßig Veranstaltungen stattfinden und Familienfeiern im Leinekrug gefeiert würden, glaubt der Bürgermeister. Für das tägliche Geschäft sei nicht ausreichend Kundenstrom da. Und: „Das Lokal ist mit mehr als 250 Quadratmetern Hauptfläche sehr groß, hat dadurch sehr hohe Betriebskosten und das Dorf ist sehr klein“, schätzt Volker Tiefensee die Misere ein. Der Saal, dem man das Potenzial hin zu mehr Gaststättenkundschaft zutraut, soll auch in Zukunft nicht mit verpachtet werden. Der Saal ist wichtig für das Gemeindeleben, dort finden regelmäßig Veranstaltungen wie Fasching oder Treffs der Linedancer statt. Schönwölkau will entscheiden, welche Veranstaltung dort steigt. Ob die Gaststätte betrieben wird oder nicht habe dabei keinen Einfluss auf die Nutzung des Saals. Caterer gibt es genug.

Auch ein Verkauf des Leinekrugs komme mittelfristig nicht in Frage, stellt Volker Tiefensee klar. Ortschafts- und Gemeinderat machen keine Einschränkungen bei potenziellen Pächtern, wollen aber mitreden und so waren Vertreter immer mal bei Treffen mit Interessenten dabei. Eine Befürchtung aber gibt es: Bei deutschen Pächtern könne man nicht sicherstellen, dass das Haus nicht als rechter Treffpunkt genutzt wird. Auch aus diesem Grund will die Gemeinde den Saal behalten und so Einfluss nehmen können auf das, was dort geschieht.

Von Christine Jacob

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