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Badrinaer Biotop entscheidet über Wasserversorgung der Region

Badrinaer Biotop entscheidet über Wasserversorgung der Region

An einem grünen Fleckchen Erde zwischen Badrina und Scholitz hängt gerade die Trinkwasserversorgung der gesamten Region. Geht hier bei einer größten und aufwendigsten Investition der Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) der letzten Jahre was schief, sitzt die Region auf dem Trockenen.

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Am Anfang und am Ende der knapp 500 Meter Leitung wird das Areal betreten, ansonsten geht der Naturschutz vor.

Quelle: Christine Jacob

Wo oben grüne Biotop-Idylle herrscht, soll sich schon in wenigen Tagen ein Rohr von 500 Millimeter zehn Meter tief unter der Oberfläche ziehen. Rund eine halbe Million Euro kostet es, die neue Leitung im Tausch gegen die alte unter die Erde zu bringen. Über ein Jahr hat die Derawa auf diese Maßnahme hin geplant. "Das ist unsere Hauptleitung", betont Herbert Claßnitz, Technischer Leiter der Derawa. An diesem Rohr hängt das Wasserwerk. Im Versorgungsgebiet des Zweckverbandes der Derawa werden darüber 48 000 Einwohner sowie die darin gelegenen Industrie-, Gewerbe-, Handels-, Landwirtschaftsbetriebe und öffentlichen Einrichtungen mit Trinkwasser beliefert.

Der Aufwand, den das Unternehmen für ein neues Rohr betreiben muss, ist erheblich. Die Leitung zieht sich auf 480 Metern mitten durch ein Biotop. Vier Naturschutzgebiete sind auf den Bauplänen vermerkt. Das heißt für große Teile der Strecke: Betreten verboten! Und so wird "blind" gearbeitet. An offene Bauweise, bei der der Graben ausgehoben und das Rohr versenkt würde, ist nicht zu denken. Angewendet wird das umweltfreundliche, grabenlose Spülbohrverfahren - in diesem Falle in der Spezialversion namens "Kreisel-Kompassverfahren". Kontrolliert beim normalen Spülbohren einer etwa mit magnetischen Führungssystemen, ob alles passt, darf im Badrinaer Falle ja das Biotop nicht betreten werden. Dass der Bohrer unterirdisch auf der Soll-Linie bleibt, wird so mittels Navigationssoftware und Laserkreiseln erreicht, zentimetergenau und kontrolliert wird der Weg zwischen Start- und Zielgrube nur am Computermonitor.

Der Rest, meint Bauleiter Frank Sauer vom auf solche Verfahren spezialisierten Unternehmen "Beermann", ist eigentlich ganz einfach. Der Badrinaer Boden wird durch eine an der Bohrkopfspitze unter hohem Druck austretende Mischung aus natürlichem Ton und Wasser - genannt Bentonitsuspension - Meter für Meter ausgetragen. Die Lösung stützt das Bohrloch, wird später recycelt. "Der Boden ist nicht wie Butter, aber gut bohrbar", meint Frank Sauer.

Ton, Sand, Kies. Die erste Bohrung mit 200 Millimeter war innerhalb eines Tages erledigt, auf Hindernisse sind die sechs Arbeiter des Steinfurter Unternehmens nicht gestoßen. Die Bohrung wird im zweiten Gang auf 750 Millimeter und schließlich auf 920 Millimeter aufgeweitet. Durch die werden mit schwerer Technik die neuen, je sechs Meter langen Rohrteile der 500er-Leitung gezogen, bis sie einen Strang ergeben. Die Leitung wird von alt auf neu umgebunden. Klappt das nicht auf Anhieb, gibt es im Wasserwerk aber noch Reserven für zirka 48 Stunden. Die neue Leitung, ein leicht dehnbares Gussrohr, soll wieder mindestens die nächsten 50 Jahre halten. Ende Oktober soll die Maßnahme, unter anderem müssen Start- und Zielgrube zurückgebaut werden, beendet sein.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Christine Jacob

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