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Bäume knicken um wie Streichhölzer

Bäume knicken um wie Streichhölzer

Nordsachsen. Der Winter nahm am Sonntagabend mit Blick auf den Ereignisbericht an Fahrt auf. Flocken rieselten da schon lange nicht mehr auf Nordsachsen nieder.

. Der schwere Schnee ließ zahlreiche Bäume, vor allem im Bereich Dübener Heide, knicken und brechen. Bei Räumarbeiten wurde ein Doberschützer Feuerwehrmann schwer verletzt. Gestern konnte er die Intensivstation verlassen. Die Straße zwischen Kossa und Falkenberg bleibt weiter gesperrt.

„Bäume knicken um wie Streichhölzer“, schilderte Michael Czupalla (CDU) seine Erkenntnisse nach der gestrigen Lagebesprechung des Einsatzstabes. Die Leitstelle hatte der Landrat von Nordsachsen bereits am Sonntag personell aufgestockt. Dienstbeginn für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien ist vorerst um 3 und nicht um 5 Uhr.

Die Mitglieder des Einsatzstabes – neben Czupalla sind das die Dezernentin für Ordnung, Angelika Stoye, der Dezernent Bau, Hartmut Grabmann, der Straßenbauamtsleiter, Mathias Plath, sowie der Betriebsleiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst, Dieter Geißler, – dankten allen Einsatzkräften. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren, die Mitarbeiter in den Krankenhäusern, der Rettungsleitstelle und alle weiteren fleißigen Helfer haben in den vergangenen Tagen 150 Einsätze abgesichert. Das seien gut ein Drittel mehr als üblich, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

Der Landkreis Nordsachsen hat 1235 Straßenkilometer zu räumen (wir berichteten). „Die großen Straßen sind frei, jetzt kümmern wir uns um die kleineren“, sagte Mathias Plath gestern Nachmittag. In den Städten und Gemeinden sind die Kommunen selbst verantwortlich. Die Technik des Landkreises hat dennoch die Schiebeschilder unten gelassen und gestreut, wenn die Fahrzeuge Ortschaften durchfahren mussten. Insgesamt wurden vom Jahresende bis gestern 930 Tonnen Auftausalz ausgebracht.

Ein schwerer Unfall ereignete sich am Sonntag in Doberschütz Richtung Battaune. Dort kam ein Feuerwehrmann mit schweren Brandverletzungen in das Krankenhaus Torgau. Ein Strommast war bei Räumarbeiten umgefallen. Dabei habe sich der Feuerwehrmann schwere Verbrennungen zugezogen. Czupalla und Stoye besuchten den Anfang-40-Jährigen gestern Nachmittag. „Er befindet sich auf dem Weg der Besserung. Wir konnten ihn sprechen, er hatte großes Glück, muss noch ein paar Tage zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und wird dann in den nächsten Tagen entlassen“, so Czupalla nach dem Besuch.

Recht gut zu tun hatten die Mitarbeiter des Krankenhauses Delitzsch in den Kliniken Delitzsch und Eilenburg. Die Anzahl der Operationen stieg an. „Hauptursache waren Stürze, die vor allem Handgelenks- und Sprunggelenksbrüche zur Folge hatten. Viel mehr als üblich“, sagte Chefarzt Frank Krüger.

Vom Schneebruch sind vor allem Nadelgehölze und damit die Dübener Heide betroffen. In Abstimmung mit dem Bundesforstamt und dem Staatsbetrieb Sachsenforst wurde vereinbart, dass die Revierförster bis heute Nachmittag eine Bestandsaufnahme erarbeiten. Hintergrund ist, eventuelle Sperrungen durchzusetzen, wenn Gefahr droht. Stoye: „Spaziergänger und alle anderen Nutzer von Waldwegen sollten darauf achten, dass Bäume umstürzen können.“ Das werde sich in den kommenden Tagen nicht ändern, weil Nässe und Frost den Schnee immer schwerer machten. Größere Probleme gab es im Bereich Torgau-Oschatz in den vergangenen beiden Tagen mit der Stromversorgung. Streckenweise waren bis zu 250 Haushalte (Dommitzsch/Falkenberg) ohne Energie. Im Bereich Belgern fiel zudem die Telefonversorgung aus.

Diese wundervolle Winterlandschaft birgt auch riesige Gefahren, wie die vergangenen Tage zeigten. Denn Nadelbäume sind besonders bruchgefährdet, wenn der Schnee darauf lastet. Wie hier entlang der Bundesstraße 183 a zwischen Bad Düben und Delitzsch stehen vor allem die Bäume im Bereich Dübener Heide im Blickpunkt der Behörden. Foto: Nico Fliegner

Frank Pfütze

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