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Delitzsch Bald fünfzügig: Delitzscher Grundschule am Rosenweg wächst und wächst
Region Delitzsch Bald fünfzügig: Delitzscher Grundschule am Rosenweg wächst und wächst
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07:00 13.08.2016
Die Grundschule am Rosenweg in Delitzsch-Nord wurde 2013 umfassend saniert. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

Sie wächst und wächst und wächst: Die Delitzscher Grundschule am Rosenweg ist die größte ihrer Art im gesamten Landkreis. Mit dem Schuljahresbeginn in dieser Woche hat sich Zahl der Kinder auf 372 erhöht, rund 40 mehr als vor einem Jahr. Sie kommen vor allem aus dem Delitzscher Norden, aber auch aus Umlandgemeinden. Der Schulbetrieb läuft weitgehend vierzügig. Und das Wachstum setzt sich fort: Die aktuellen Schulanmeldungen für 2017 reichen für fünf erste Klassen, prognostiziert Schulleiterin Andrea Hildebrand.

Die ersten Schülergruppen stehen morgens bereits gegen 6.45 Uhr vorm Tor, eine Dreiviertelstunde vor Unterrichtsbeginn. Es sind vor allem jene mit den weitesten Wegen: Kinder aus Flüchtlingsfamilien oder mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Sie kommen mit Fahrdiensten und lernen in speziellen Klassen – die Schule im Delitzscher Norden hat in dieser Hinsicht eine Stützpunktfunktion für die gesamte Region. Für die Kinder mit Migrationshintergrund geht es in erster Linie um den Spracherwerb: Deutsch als Zweitsprache (DaZ). In zwei Klassen sind derzeit 36 Kinder untergebracht, 20 weitere nehmen schon voll am Regelunterricht teil, erhalten aber noch zusätzliche Sprachförderung. „Wir haben unseren Weg gefunden, wie wir den DaZ-Schülern am besten helfen können“, sagt Andrea Hildebrand. Dazu zählt auch, dass ab diesem Schuljahr fünf Integrationspaten den Unterricht unterstützen. In kleinen Gruppen bringen sie den Kindern das neue Umfeld näher: Natur, Musik, deutsche Alltagsgepflogenheiten.

Neu: Ethik ab Klasse zwei

Immer wieder neue Wege finden, das Miteinander zu gestalten, darum geht es dem 26-köpfigen Lehrerkollegium am Rosenweg. „Auf die Gesamtzahl der Schüler gerechnet, haben wir hier nicht mehr Probleme als andere Einrichtungen“, betont die Leiterin. Doch mit der wachsenden Zahl steigert sich das Potenzial sozialer Konflikte. Die Schule steuert aktiv gegen. Zum Beispiel mit Religions- oder Ethikunterricht ab der zweiten Klassenstufe – neu ab diesem Schuljahr. Das soll den Umgang miteinander positiv beeinflussen. Ebenso das Projekt „Gemeinsam sind wir stark“, das im nächsten Frühjahr startet. Zudem entstehen gerade Streitschlichtergruppen: Größere Schüler dienen den jüngeren als Ansprechpartner. „Gerade bei kleineren Problemen können die Kinder so auf Augenhöhe vermitteln und die Lehrer unterstützen“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin Susanne Genzel.

Die Schülerschaft am Rosenweg ist eine bunte Mischung der gesellschaftlichen Schichten. Kinder aus dem umliegenden Plattenbaugebiet, aber auch aus den rasant gewachsenen Eigenheimsiedlungen am Stadtrand. „Viele, die sich hier im Leipziger Speckgürtel ein Haus gekauft haben, sind mit Kindern hergezogen“, schildert Susanne Genzel. „Auch Angehörige der Bundeswehr bringen ihre Kinder zu uns. Dadurch wird die Schule immer größer.“ Mit drei neuen Lehrern seit August sei das Kollegium ausreichend groß, auch die fünfzügige erste Klassenstufe nächstes Jahr sei noch zu verkraften. „Danach müssen wir schauen, wie weit unsere Raumkapazitäten noch reichen“, sagt Andrea Hildebrand.

80 Kinder frühstücken kostenlos

Immerhin: Mit der Schülerzahl wächst die Reihe der Unterstützer – von Eltern bis hin zum Verein Brotzeit, der die Integrationspaten organisiert und sich zudem ums tägliche Schülerfrühstück kümmert. Rund 80 Kinder nutzen dieses schmackhafte kostenlose Angebot vor Unterrichtsbeginn, vor allem zum Plauschen. Auch das gehört zum Miteinander an der Großgrundschule.

Von Kay Würker

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