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Delitzsch Barbara Doktor sorgt sich um das Wohl der Delitzscher Becker-Oberschüler
Region Delitzsch Barbara Doktor sorgt sich um das Wohl der Delitzscher Becker-Oberschüler
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00:18 29.05.2017
Partner hinter der Theke beim Pausenversorgungsgeschäft der Becker-Cafeteria: Kevin Zachäus (links) und Barbara Doktor. Quelle: Foto: Manuel Niemann
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Delitzsch

„Morgen!“ Barabara Doktors Ton ist freundlich, aber bestimmt. Die Kinder, die sich an ihrer Theke einfinden, grüßen ebenso zurück. Es ist 9.17 Uhr und die Cafeteria in der Artur-Becker-Schule füllt sich. Vom Schulhof her bildet sich eine lange Schlange. Rege Betriebsamkeit kehrt ein in den Vorraum, der an die Turnhalle grenzt. Es ist die erste große Pause, Doktor ist das gewohnt, routinert gibt sie Anweisungen, etwa sich nicht aus Versehen auf die Teller mit den vorbereiten Brötchen zu lehnen. Seit 4.45 Uhr ist sie hier, schmiert Sandwiches, holt dann Brötchen, wartet die erste große Pause ab. Danach geht sie mitunter noch einmal einkaufen und bereitet Pizzabrötchen zum Mittag vor.

Über eine ABM zum Job

Die Cafeteria gibt es neben der regulären Essensversorgung an der Schule durch eine Cateringfirma und wird durch den Förderverein betrieben. Wo andernorts Freizeitangebote fehlen, wurde hier gezielt ein Ort für die Jugendlichen geschaffen, um sich aufzuhalten. Der wurde mit Hilfe der Schüler erst neu gestaltet und lädt nun dazu ein, sich in einer Freistunde oder beim Warten auf den Bus aufzuhalten. Dass dabei kein Hunger aufkommt, dafür sorgt Barbara Doktor, von den Kindern auch „Babsi“ genannt. Die 53-jährige Leipzigerin, die jetzt in Spröda lebt, arbeitet ehrenamtlich hier, obwohl sie sich eine richtige Finanzierung der Stelle wünscht. Zu dieser kam sie 2010 durch eine ABM-Stelle – und blieb. „Das hat mich ein bisschen gerettet“, sagt sie. Die neue Arbeit gab ihr Halt, nachdem ihr Mann 2008 ganz plötzlich gestorben war. Sie ist gern für die Jugendlichen da: Als Ansprechpartner, wenn diese Probleme haben und nicht mehr weiter wissen oder Teenager nach Haarlack fragen.

Wer, wer, wer, Wiener?

Jetzt, kurz nach neun, fischt Doktor im Akkord Würstchen aus dem Topf oder lässt Kleingeld in die graue Kasse vor sich klimpern. Später hilft ihr ein Schüler an der Kasse aus: Kevin Zachäus, ein Siebtklässler, den Doktor mit dieser Aufgabe betreut hat und auf den sie sich verlässt. Das bremst sie nicht in ihrem Eifer: „Wer, wer, wer, Wiener?“, schallt es durch den Raum. Ketchup, Senf, Brötchen oder auch Terrinen mit asiatischer Nudelsuppe gleiten mit freundlich, aber bestimmter Schubgeschwindigkeit über die Theke. An den Tischen sitzen derweil die ersten wie der 13-jährige William Voß: „Man muss sich schon beeilen“, sagt er, „sonst steckt man in der Schlange fest und die Pause ist vorbei.“ Er habe heute sein Frühstück vergessen und nutzt daher das Angebot an seiner Schule gern.

Von Manuel Niemann

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