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Delitzsch Barockschloss Delitzsch: Eisenbahn-Schau bringt Sammler auf Touren
Region Delitzsch Barockschloss Delitzsch: Eisenbahn-Schau bringt Sammler auf Touren
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19:07 02.12.2012
Hartmut Waeschke, Steffen Tillner und Rolf-Gerd Busch (von links) fachsimpeln vorm Schaukasten mit Piko-Modellen. Quelle: Julia Wick
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Delitzsch

Unter dem Titel „Eisenbahn auf kleiner Spur“ sind im Delitzscher Barockschloss noch bis 24. Februar nächsten Jahres sowohl historische Modelle als auch fahrende Anlagen aus neuerer Zeit zu sehen.

Das Ausstellungsthema passt in die Jahreszeit. Modelleisenbahnen haben gerade in der Vorweihnachtszeit Konjunktur. Generationsübergreifend begeistern sie seit Jahrzehnten und bringen nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Auch Steffen Tillner, Hartmut Waeschke und Rolf-Gerd Busch schwärmen, zählen am Samstag zu den ersten Gästen der neuen Schau. Nachdem die Drei als Kind begannen, Modellteile zu sammeln, sind sie bis heute von der Leidenschaft Eisenbahn nie wirklich weggekommen. „Das ist das schönste, wenn man mitbekommt, wie die eigene Sammlung wächst“, schwärmt Rolf-Gerd Busch, der sich beim Sammeln auf die Spur H0 der Marke Piko spezialisiert hat.

Delitzsch. Neue Sonderausstellung: Unter dem Titel „Eisenbahn auf kleiner Spur“ sind im Delitzscher Barockschloss noch bis 24. Februar nächsten Jahres sowohl historische Modelle als auch fahrende Anlagen aus neuerer Zeit zu sehen.

Gemeinsam bedauern die Freunde, dass es in Delitzsch keinen Modell-Eisenbahner-Verein gebe. Dennoch treffen sie sich als Freunde der kleinen Lokomotiven in einer Gruppe von etwa 20 Mann wenigstens ein, zwei Mal im Jahr und tauschen neben Tipps und Tricks auch Modelle untereinander aus.

Klar, dass das Trio auch gemeinsam zur Ausstellung geht. Zusammen mit anderen Eisenbahnfreunden fachsimpelten sie über Schienenbreite, Laufleistung und Materialverarbeitung. Einer der Höhepunkte in der Schau ist die etwa einen Meter große Dampflokomotive Nr. 62 der Deutschen Reichsbahn Marke Eigenbau. Im Maßstab 1:20 werkelte Hobby-Eisenbahner Erhard Haubner rund sechs Jahre an seinem Projekt. Die Idee dazu war ihm aus schlichter Langeweile gekommen. Mittels Schweißgeräten, Drehbank, Fräsmaschine und vielem weiterem Gerät formte er die Lok lediglich nach einer groben Skizze vom Original.

Und nun, nachdem das Modell bei ihm und Frau Marianne einige Zeit einen schönen Platz im Haus hatte, schenkte das Paar das große Unikat dem Delitzscher Schloss. „Ich konnte es gar nicht fassen, als Herr Haubner mir sagte, er würde uns sein Exponat auch nach der Ausstellung überlassen. Die Lokomotive ist unbezahlbar“, bedankte sich Museumsleiter Jürgen Geisler in einer kurzen Eröffnungsrede. Neben Haubners Schmuckstück beinhaltet die Schau die Modelle weiterer acht Leihgeber. Ein Großteil stammt aus dem umfangreichen Bestand des Museums selbst, das 1968 dem Ascherslebener Alfred Schochardt seine umfangreiche Sammlung abkaufte. Darüber hinaus arbeiten die Ausstellungsmacher bei der aktuellen Schau mit dem Modelleisenbahnverein „Friedrich List Leipzig“ zusammen.

Und so vielfältig die Zahl an Leihgebern für die Schau war, so facettenreich sind ihre Inhalte. Verschiedene Modelle geben einen anschaulichen Blick auf die Geschichte der Eisenbahn als Transportmittel und die Entwicklung der Dampf getriebenen Lokomotiven vom späten 18. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert. Besondere Blickfänge sind eine Anlage in einem historischen Fernsehgerät und eine, die in einen Werkzeugkoffer gebaut wurde. Die moderne fahrende Anlage mit gleich mehreren Zügen, die Besucher per Knopfdruck selbst starten können, rundet das Bild ab.

Julia Wick

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