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Bauen statt Baumarkt: Eigenheimstandort Schenkenberg wächst

Wohngebiet Bauen statt Baumarkt: Eigenheimstandort Schenkenberg wächst

Obwohl noch nicht gewiss ist, wie die beiden neuen Besitzer das Gelände des ehemaligen Selbstbaumarktes an der Kertitzer Straße in Schenkenberg weiter vermarkten wollen, so drängt sich unweigerlich eine Tendenz auf. Bereits vor 22 Jahren begannen auf dem Gebiet am Rande von Schenkenberg die Planungen der 12,5 Hektar großen Wohnanlage Kertitz-Kleinwölkau.

Die Eigenheimsiedlung zwischen Kertitz und Schenkenberg wächst weiter. Dort, wo einst die LPG Stallungen hatte, entstehen derzeit Wohnhäuser.

Quelle: Alexander Bley

Schenkenberg. Die Eigenheimsiedlung zwischen den Delitzscher Ortslagen Kertitz und Schenkenberg wächst weiter. Dort, wo einst die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft Stallungen hatte, entstehen jetzt Wohnhäuser. Vor allem junge Leute zieht es auf die Flächen, die freien Blick über die Loberaue Richtung Delitzsch West gewähren. Und diese Entwicklung könnte in naher Zukunft neuen Boden bekommen. Obwohl noch nicht sicher ist, wie kürzlich versteigerte Gelände des ehemaligen Selbstbaumarktes an der Kertitzer Straße in Schenkenberg vermarktet werden soll, so drängt sich unweigerlich eine Tendenz auf: Eigenheimbau.

Wie berichtet, spricht sich Ortsvorsteherin Gudrun Fritzsch (CDU) nach dem jahrelangen Leerstand des Areals gegen eine gewerbliche Nutzung aus. Warum, liegt auf der Hand. Bereits vor 22 Jahren begannen auf dem Gebiet am Rande von Schenkenberg die Planungen der 12,5 Hektar großen Wohnanlage Kertitz-Kleinwölkau. Eigenheime schlossen sich nach und nach in 1990er-Jahren wie ein Gürtel um das ehemalige LPG-Gelände, dessen Lagerhallen bis 2005 als Garten- und Baumarkt genutzt wurden. Deshalb machte der damalige Besitzer des Baugebietes, Hans D. Wichmann, schon im Jahr 1999 keinen Hehl aus seinem Plan für die Markthallen: „Die verschwinden“, versprach der Immobilienmakler. Ein Nahversorgungszentrum sollte stattdessen entstehen. Doch die Vision verlief irgendwann im Sande. Was überdauerte, waren die Hallen und Garagen, die nach der Baumarkt-Insolvenz gut ein Jahrzehnt vor sich hin vegetierten und mehrfach für Wirbel sorgten.

Unterdessen schritt die Entwicklung des Wohngebietes weiter voran. Richtung Lober, auf der anderen Seite der Kertitzer Straße, dort wo die LPG einst Ställe hatte, wächst die Wohnanlage Lober-Park. Platz geschaffen wurde dort für 47 Grundstücke. Nur noch sechs davon, im zweiten Bauabschnitt gelegen, seien im Moment noch zu haben, heißt es aus dem Büro von Vermarkter Frank Reiche. Die Eigenheimflächen gehen weg wie warme Semmeln. Wie überall in und um Delitzsch. Baugrundstücke sind rar.

Und nun ist auch das gut zwei Hektar große Gelände des Selbstbaumarktes auf bestem Wege, sich zu entwickeln. Wie berichtet, haben sich zwei Investoren das Areal bei einer Zwangsversteigerung gesichert. Was genau dort geplant ist, ließ sich bisher keiner der zwei Eigentümer entlocken. „Wir sind mit der Stadt im Gespräch“, sagte einer der beiden, der aus der Gemeinde Krostitz kommt. Ihr eigentliches Ansinnen war, die Hallen zu vermieten. Was grundsätzlich möglich wäre, auch gewerblich. Aber: „Das darf kein störendes Gewerbe sein“, erklärt Heidrun Zeidler vom Bauordnungsamt der Stadt. Vereinfacht gesagt: Alles, was über die Maße Lärm macht, geht nicht. Ergo: keine Schlosserei, keine Autowerkstatt, keine Paintball-Anlage.

Deklariert ist das Objekt als Sondergebiet „Handel mit Baustoffen“. Eine Wiederbelebung dessen scheint aber so gut wie ausgeschlossen. „Wir streben einen Konsens mit der Stadt an“, ließ sich der hiesige Miteigentümer entlocken. Ein Gespräch darüber bestätigt auch Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Dieses habe unmittelbar nach dem Erwerb mit den beiden Eigentümern stattgefunden, um abzuklopfen, was denn so geplant sei auf dem Gelände. „Wir brauchen Wohnbaugebiete“, macht Schöne keinen Hehl aus seinem Vorstoß. „Eine Abänderung in die Richtung wäre schön.“ Mehr noch: „Und es würde sich wirklich lohnen, die Nachfrage ist groß.“ Nicht zuletzt die Anwohner würden diese Variante favorisieren. Die Entscheidung liegt aber bei den Eigentümern.

Von Alexander Bley

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