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Delitzsch Bauern ackern nachts mit Gülle
Region Delitzsch Bauern ackern nachts mit Gülle
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13:10 31.03.2016
Das Ausbringen von Gärresten und flüssigen Düngemitteln ist mit strengen Vorschriften verbunden. Quelle: dpa
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DELITZSCH/HOHENRODA

Es ist kurz nach fünf und ein Traktor tuckert übers Feld. Es geht auf Mitternacht zu – das gleiche Bild. Warum ackern Bauern nachts mit schwerem Gerät und Hänger rum? Haben sie was zu verbergen, das keiner bei Tageslicht sehen soll? Diese Fragen erreichten die LVZ-Redaktion. Der angefragte Bauernverband hat eine Erklärung parat: „Wir halten uns an die Düngeverordnung“, erklärt Geschäftsführerin Christine Richter. Vom 1. November bis 31. Januar gelte eine Sperrfrist, ab 1. Februar dürften wieder Gärreste und flüssige Düngemittel – Gülle also – ausgebracht werden. Es muss aber auch gewährleistet sein, dass die Gülle in den Boden dringen kann. Der Boden muss also mindestens angetaut sein.

Nachtarbeit hängt von Temperatur ab

„Für uns ist das auch nicht schön, wir würden gerne andere Zeiten nutzen. Aber wer das beobachtet, wird auch feststellen, dass es Nächte mit Frost sind“, sagt Jörg Reihe von der Agrargenossenschaft Hohenroda – seinen Betrieb hat man bei den nächtlichen Arbeiten bei Mocherwitz beobachtet. Wenn das angehängte Fass voll beladen sei, komme die eingesetzte Traktorentechnik auf ein Gewicht von rund 25 Tonnen. Ist der Boden – so wie jetzt tagsüber ohne jeden Frost – aber zu weich, sinkt die Maschine ein. „Noch dazu schleppen wir dann Dreck auf die Straße“, sagt der Bauer und das wolle ja auch keiner. Ist der Boden aber so wie jetzt nachts noch angefroren, ist die Tragfähigkeit gegeben, wird der Acker geschont und zieht der Dünger doch in den Boden ein – auch müssen die Pfanzen noch klein im Wuchs sein. Im Sommer setze man dann auch mal wieder auf nächtliche Arbeit in der Kühle – schon wegen etwaiger Geruchsbelästigung. Da Landwirtschaft immer wetterabhängig sei, bleibe bei viel Arbeit das Rotieren rund um die Uhr nicht aus. Die nächtlichen Fahrten würden jetzt aber abnehmen.

Von Christine Jacob

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