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Bauland statt Brachen: Rackwitz entwickelt Ideen

Gemeindeverwaltung Bauland statt Brachen: Rackwitz entwickelt Ideen

Die Gemeinde Rackwitz will mit Fördergeldern manch verwahrloste Ecke in den Ortsteilen beräumen lassen. Nicht sofort, aber auf längere Sicht. Ein druckfrisches Brachflächenkonzept dient dafür als Grundlage. Der Gemeinderat hat es befürwortet. Auch Privat-Areale sind darin aufgelistet.

Die alte Scheune neben der ehemaligen Mühle in der Schladitzer Straße soll in Kürze verschwinden.

Quelle: Kay Würker

Rackwitz. In den Ortsteilen der Gemeinde Rackwitz steckt reichlich städtebauliches Potenzial. Wo im Moment noch Ruinen dümpeln, könnte in den nächsten Jahren neues Bauland ausgewiesen werden. Zwar befindet sich die Ideenfindung in dieser Hinsicht noch ganz am Anfang, doch ein Brachflächenkonzept legt jetzt den Grundstein. Mit Daten, Bildern und Kurzbeschreibungen werden Grundstücke erfasst, die die Gemeinde auf lange Sicht von ihren ruinösen Altlasten befreien möchte.

Verfasst wurde dieses Konzept allerdings nicht ganz freiwillig. Der Freistaat Sachsen hat es – wie auch in anderen Kommunen – zur Bedingung für die Ausreichung von Fördermitteln gemacht. Das Land gibt inzwischen nur noch dann Geld für Abrisse und Bodenentsiegelungen, wenn die Gemeinde eine Gesamtübersicht der Problem-Areale liefert. Und weil Rackwitz dringend die alte Scheune an der ehemaligen Mühle in der Schladitzer Straße abreißen lassen möchte, entstand recht zügig ein Konzept. „Wir haben darin alle uns ersichtlichen Brachen im gesamten Gemeindegebiet eingearbeitet“, erklärt Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos). Neben kommunalen auch private Flächen. „Natürlich sitzen die Privateigentümer mit am Tisch, wenn konkrete Entscheidungen zu treffen sind. Mancher ist vielleicht ganz dankbar für einen Impuls“, vermutet Schwalbe. Schließlich könne die Gemeinde auch für Privatgrundstücke Abriss-Fördergelder beantragen und weiterreichen.

Ex-Lehrlingsheim soll weg

Die wohl prominenteste Brache befindet sich im Eigentum des Landkreises: das Ex-Lehrlingswohnheim in der Leipziger Straße. Seit den 1990er-Jahren leerstehend, war es zwischenzeitlich als Asylunterkunft im Gespräch, was aber verworfen wurde. Die Gemeinde kann sich vage vorstellen, das Gelände nach der Beräumung städtebaulich neu zu nutzen. Eine sofortige Neubebauung würde allerdings die Förderung kosten – der Freistaat setzt auf Begrünung. Doch bekanntermaßen ist in Rackwitz Bauland heiß begehrt und rar. Vor diesem Hintergrund sind auch private Ruinengrundstücke potenzielle Kandidaten für einen Bebauungsplan: die Scheune Kreuma im Kreumaer Winkel, das Alte Gut am Brodenaundorfer Anger, der ausgediente Offenstall am Kirchweg in Lemsel. Als Brachen gelistet sind auch die ehemalige Agrar-Lagerhalle in der Seehausener Straße in Podelwitz und die alte Kippe des Leichtmetallwerkes in der Leipziger Straße.

Von Kay Würker

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