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Bauliche Wundheilungen im Delitzscher Ärztehaus

Bauliche Wundheilungen im Delitzscher Ärztehaus

Das neue Delitzscher Ärztehaus, die Praxisklinik Plus, ist aktuell Schauplatz baulicher Wundheilungen. Schäden durch massive Überschwemmungen im Erdgeschoss sind zu beheben.

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Ein Bild vom August 2013: Sandsäcke schützen den Zugang zur Apotheke und den Haupteingang des Ärztehauses (hinten). Eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem das Gebäude zuvor überschwemmt worden war.

Quelle: Alexander Prautzsch

Delitzsch. Zweimal binnen sechs Wochen hatte im vergangenen Sommer Niederschlagswasser die Räumlichkeiten geflutet. Die Ursache: ungewöhnlich heftige Starkregenfälle und unzureichende Abflussmöglichkeiten. Das Nass drückte aus der Kanalisation, schwappte zudem von umliegenden Straßen Richtung Ärztehaus, wo sich die Senke vor zwei Eingängen als Achillesferse erwies. Insbesondere dort fluteten die Wassermassen ins Gebäude.

Die Spuren dieser Ereignisse sind bis heute gegenwärtig. Geschädigte Bausubstanz muss erneuert werden. In den Räumen des DRK-Servicezentrums wird gerade gearbeitet - bis Mitte Februar soll die Anlaufstelle wieder nutzbar sein, sagt DRK-Kreisverbandsvorsitzender Christian Wolff. Teilweise ersetzt werden müssen zudem technische Geräte und Schulungsmaterial.

In der Phoenix-Apotheke ist über den Jahreswechsel viel passiert. "Am Montag war unser erster normaler Arbeitstag nach mehreren Wochen Notbetrieb", schildert Inhaberin Ulrike von Wilmowski. "Bis Ende Oktober hatten wir überall Schläuche, um die Bodenplatte zu trocknen. Nun wurden die Trockenbauwände teilweise erneuert, weil sie Feuchtigkeit gezogen hatten. Außerdem haben wir jetzt einen Vinylfußboden, der so speziell verklebt ist, dass kein Wasser mehr darunterlaufen kann." Investiert wurde darüber hinaus in neue Möbel und Technik. Der geschädigte Medikamenten-Automat ist ausgetauscht, das Mobiliar steht auf Plastikfüßen, Computer sind höher gelagert. Allesamt Vorkehrungen für den Fall, dass erneut ein Starkregen kommt. "Gebäude- und Inventarversicherungen haben zum Glück bezahlt", sagt Ulrike von Wilmowski.

Trotzdem bleibt das mulmige Gefühl. Und der Wunsch, dass mit baulichen Veränderungen an Gebäude und Umfeld die Gefahr künftiger Überschwemmungen gemindert wird. Auch Sandra Neubert, geschäftsführende Gesellschafterin der Neubert Orthopädie-Technik, sieht Handlungsbedarf. In ihrer Niederlassung im Ärztehaus sei es nach wie vor feucht, die Wasserschäden seien noch nicht behoben, ihr Anwalt stehe mit dem Gebäudeeigentümer in Kontakt. "Es muss etwas passieren, dass das Objekt bei Starkregen besser geschützt ist."

Der Abwasserzweckverband ist an dem Thema dran. Wie berichtet, ist für dieses Jahr unter anderem vorgesehen, die Dübener Straße nahe dem Ärztehaus mit dem Mischwasser-Entlastungsbauwerk am Gerberplan zu verbinden und in der Bitterfelder Straße zwischen Dübener Straße und Schäfergraben eine größere Leitung zu verlegen.

"Nötig sind auch Einläufe an den Stellen, wo das Regenwasser von der Straße zum Ärztehaus rauscht", betont Tarik Wolf. Dessen Firma Immvest Wolf ist Bauherr des Gebäudes an der Ludwig-Jahn-Straße. "Für Extremfälle, in denen es die Kanalisation dennoch nicht schafft, haben wir ein Konzept ausgearbeitet. Das sich am Hauseingang sammelnde Wasser soll künftig mit Pumpen in Zisternen geleitet werden, die wir dieses Jahr aufstellen. Außerdem werden wir Betonbarrieren vor Ort bereithalten, die sich im Notfall vor den Eingang setzen lassen." Allerdings ist sich Tarik Wolf im Klaren, dass das in Starkregen-Situationen nur vorübergehend Entlastung bringt. "Der wichtigste Ansatz sind Arbeiten an der Kanalisation", sagt er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.01.2014
Kay Würker

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