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Baustart an der Oberschule Delitzsch-Nord: Ein ganz dicker Brocken

Modernisierung Baustart an der Oberschule Delitzsch-Nord: Ein ganz dicker Brocken

Seit ein paar Tagen gibt es an der Oberschule Delitzsch-Nord kein Zurück mehr. Der Abbruch von außen und innen hat begonnen – als Vorbereitung der umfassenden Modernisierung und Erweiterung in den nächsten anderthalb Jahren. Unterdessen ist das Ausweichquartier unterrichtsreif.

Dieses Computerkabinett ist neu: In der alten Westschule hat sich die Oberschule Nord eingerichtet, Schul- und Rathausvertreter schauen sich um.

Quelle: Kay Würker

Delitzsch. Die Oberschule Nord macht sich nackig. Von allen Seiten ist draußen metertief aufgeschachtet, während drinnen Tapeten, Bodenbeläge und Verkleidungen weichen. Das Haus am Kosebruchweg wird für den Komplettumbau vorbereitet. Wenn das Großprojekt im Jahr 2018 beendet ist, soll der Plattenbau sein Erscheinungsbild vollständig verändert haben.

Seit mittlerweile zwei Wochen sind die Bauarbeiter mit schwerem Gerät vor Ort. Gleich zwei Fachunternehmen kümmern sich ums Grobe: Drinnen erledigt der Betrieb Marko Meyer aus Stollberg Abrissarbeiten, draußen schreitet die Delitzscher Firma Pollok-Bau zu Werke. „Wir lassen als erstes die Arbeiten an den Kellerwänden und im Erdreich erledigen, damit danach das Gerüst gestellt werden kann“, erklärt Uwe Schinnerling, der bei der Stadtverwaltung kommissarisch das Sachgebiet Kommunalbau leitet. Blitzschutz und Drainage müssen in den Boden, die Wände sind neu abzudichten. Später soll die Drainage über eine Pumpe mit dem örtlichen Abwasserleiter verbunden werden, um überschüssiges Regenwasser aktiv zu beseitigen.

Straffer Terminplan

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirkt: Die Großbaustelle Oberschule Nord muss feingliedrig laufen wie ein Uhrwerk. Der Terminplan ist genau getaktet. Sobald das Gerüst steht, kommt der Dachdecker, wird auch die Fassade gedämmt. Beides allerdings zunächst nur auf einer Gebäudehälfte: Das Gerüst muss zwischenzeitlich wandern, damit am Boden Platz bleibt für Fundamentarbeiten ab etwa Ende September – die Basis für den neuen Verbindungsbau. Dieser soll künftig die Schule mit der ebenfalls im Bau befindlichen Sporthalle koppeln, bietet Platz für Speiseraum, Küche und Hauswirtschaftsräume. Auch die Fernwärmestation vor Ort wird umgestaltet, da sie künftig Schule und Halle gemeinsam versorgen soll. Ein Job für die Stadtwerke, die sich darüber hinaus um die geplante Photovoltaikanlage auf dem Schuldach kümmern. Nicht zu vergessen: die Fenster. Sobald die neuen da sind, sollen die alten raus. An Stellen wie diesen ist der straffe Terminplan abhängig von den oft wochenlangen Lieferzeiten.

Der zumindest aus Statiker-Sicht anspruchsvollste Eingriff dürfte das neue zentrale Treppenhaus sein. Die Haupttreppe wird deutlich breiter als die bisherigen Aufgänge. Dafür wird der rund 35 Jahre alte Plattenbau aufgebrochen, werden Zwischendecken beseitigt, Klassenzimmerwände versetzt. Zahlreiche Stahlträger sind einzuziehen, damit die Konstruktion hält.

400 Schüler im Ausweichquartier

Dass unter diesen Umständen kein Unterricht möglich ist, war lange vorher klar. Der gesamte Schulbetrieb ist im Juni und Juli umgezogen – ab Montag lernen die rund 400 Kinder und Jugendlichen im Ausweichquartier in der Straße der Freundschaft. Die Stadtverwaltung hat nach eigenem Bekunden mehr als 100 000 Euro in den Umbau der alten Westschule gesteckt, hat Vereins- und Seminarräume zu Klassenzimmern, Fach- und Computerkabinetten umgestaltet. Seit Ende Mai waren Trockenbauer, Elektriker und Maler vor Ort, diese Woche wurden die letzten Anschlüsse erledigt.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und freue mich, dass der Objektwechsel so gut strukturiert gelaufen ist“, lobte Schulleiter Andreas Hess. Der Komplettumzug sei die beste Lösung – wobei aus Platzgründen etwa 30 Prozent des Inventars in zwei Lager gebracht wurden. Die geringeren Raumkapazitäten in der Westschule waren auch eine Herausforderung im Stundenplan. Es gibt exakt eine Klasse mehr, als Klassenzimmer zur Verfügung stehen. Die Lehrküche allerdings konnte, trotz Verwinkelungen im Untergeschoss, wieder untergebracht werden. Nächste Woche sollen zusammen mit den Schülern die finalen Räumarbeiten stattfinden. „Es ist mir wichtig“, so Hess, „sie in dieses große Projekt aktiv einzubeziehen.“

Von Kay Würker

Delitzsch Kosebruchweg 51.5334655 12.3289077
Delitzsch Kosebruchweg
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