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Delitzsch Becker-Schüler diskutieren mit Delitzscher OBM
Region Delitzsch Becker-Schüler diskutieren mit Delitzscher OBM
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17:01 11.03.2018
Artur-Becker-Oberschüler haben im Delitzscher Rathaus Platz genommen, um sich mit Kommunalpolitik zu beschäftigen, aber auch, um kritische Fragen zu stellen. Oberbürgermeister Manfred Wilde spricht zu den Jugendlichen. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Gemeinschaftskundeunterricht einmal anders, dachte sich Colin Laßnack, Lehrer an der Artur-Becker-Oberschule in Delitzsch, und fragte im hiesigen Rathaus nach, ob die Schüler nicht mal mit Abgeordneten des Stadtrates ins Gespräch kommen könnten, um zu erleben, wie Demokratie praktisch funktioniert. Beim Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) traf das Anliegen offenbar auf großes Interesse. Und so bot er gemeinsam mit Vertretern der Fraktionen des Stadtrates ein Treffen im Ratssaal an.

Fraktionen machen mit

Das fand gestern Vormittag statt. Mit Wilde hatten Vertreter der Fraktionen im Präsidium Platz genommen. Von der CDU war es Jörg Kiesewetter, von der SPD Rüdiger Kleinke, von den Linken Christian Stoye und von der Freien Wählervereinigung Olaf Quinque. Zunächst hatte Manfred Wilde seinen Auftritt, als er die Funktionsweise des Stadtrates und seiner Ausschüsse erklärte. Anfangs war die Aufmerksamkeit der jungen Leute noch da, ließ dann aber stark nach.

Sie frischte erst wieder auf, als es konkret um das Thema Elberitzbad und Sportbadbau in Delitzsch ging und die Abgeordneten die Positionen ihrer Fraktionen erläuterten. Dieses Interesse kam nicht von ungefähr, denn die Schüler waren nicht nur als Zuhörer ins Rathaus gekommen, sie hatten auch Aufgaben zu erledigen. Eine davon war es, die Auffassung der Abgeordneten schriftlich festzuhalten. Mitgeschrieben wurde in dem Moment reichlich.

Lieber Vereine fördern, als Sportbad bauen

Als die Schüler zudem ihre Fragen loswerden konnten, war wohl auch der letzte mittendrin und nicht mehr nur dabei. Nelli Emmrich frage den Oberbürgermeister, was er sich denn von dem Bau des neues Bades erhofft. Ehe der antworten konnte, fügte sie noch hinzu: „Glauben sie wirklich, dass jene 500 Leute, die im vergangene Jahr beim Bad im Werbeliner See gezählt wurden, wie sie sagten, tatsächlich das neue Bad besuchen werden? Die wollten den Eintritt ins Elberitzbad sparen und werden sicher nicht den höheren Eintritt fürs Sportbad bezahlen wollen.“

Aus ihrer Sicht wäre die Unterstützung der Delitzscher Sportvereine wie des ESV Delitzsch deutlich sinnvoller als das Bad zu bauen. Für Wilde sind Kinder und Jugendliche die Zielgruppe, für die das Bad in erster Linie gebaut würde. „Im Delitzscher Norden gibt es Schulen, Horte und Kitas. Vielleicht gründen sich auch neue Vereine“, erklärte der OBM. Für andere, wie die DLRG und die Wasserwacht würde sich die Basis deutlich verbessern. „Wir haben keine Option, das Elberitzbad zu erhalten“, erklärte Rüdiger Kleinke. In wenigen Jahren müsste es komplett saniert werden und das ohne Fördermittel.

Großinvestition Becker-Schule

Chantale Waldschläger wollte vom OBM wissen, wie lange der Bau des neues Bades dauern würde. Sie erfuhr, wie viel es kosten wird, und auch, wie viele Fördermittel es voraussichtlich geben könnte. Aber eine Antwort, wann es letztlich steht, gab es noch nicht.

Die Gäste aus der Becker-Schule erfuhren allerdings, das ihrer Schule wohl eine der größten Investitionen in der Stadt bevor steht. Offenbar sollen bis zu 17 Millionen Euro investiert werden. Alle Schüler werden diese Geschichte aber nicht mehr erleben. Nelli Emmrich bemerkte in dem Zusammenhang, dass ein Neubau wenig sinnvoll sei, wenn es an Unterrichtsmittel in der Schule hapert.

Von Ditmar Wohlgemuth

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