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Delitzsch Bekommt der Delitzscher Heiligbrunnen eine Chance?
Region Delitzsch Bekommt der Delitzscher Heiligbrunnen eine Chance?
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00:32 21.05.2018
Die Heiligbrunnen-Anlage in Delitzsch scheint aus der Zeit gefallen. Wird sie jetzt mit Hilfe von Bergbausanierungsmitteln restauriert? Quelle: Heike Liesaus
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Delitzsch

Der Heiligbrunnen im Delitzscher Stadtpark führt ein Schattendasein. Könnte er mit Hilfe von Bergbausanierungsmitteln daraus erlöst werden? Ringsherum blüht lässiges Frühlingsleben: Menschen entspannen auf Parkbänken, Wiesen sind gerade gemäht, die Fontäne des Gesundbrunnens plätschert emsig. Im Becken des Heiligbrunnes gären Algenhaufen vor sich hin, das erhöhte Mäuerchen mit den kleinen Treppen, die in die Senke hinabführen, ist von Schmierereien verunziert. Zudem ist der Boden ringsherum ebenfalls weich und morastig. Aus dem Brunnenauslass aber plätschert schon lange kein Wasser mehr. Schon lange ist der Zustand kritisch.

Auf und Ab des Grundwasserspiegels

Dabei wird dafür auch das Grundwasser-Auf-und-Ab wegen des Braunkohleabbaus verantwortlich gemacht. Als der startete, sank der Spiegel, fiel das natürliche Wasserbecken vor dem Brunnen trocken. Deshalb wurde eins aus Beton gebaut. Das soll nun in den vergangenen Jahren wieder von außen unter Druck geraten und geschädigt worden sein. Denn nach der Tagebaustilllegung Anfang der 1990er-Jahre ist der Grundwasserspiegel wieder gestiegen. Schon lange hatte sich die Stadt bemüht, den Bergbausanierer LMBV für ein Restaurierungsprojekt mit ins Boot zu holen. Denn hätte es den Bergbau nicht gegeben, stünde der Heiligbrunnen besser da. Nachdem signalisiert wurde, dass Bergbauschäden fürs Elberitz-Freibad geprüft werden, traf nun auch die Nachricht im Rathaus ein, dass die LMBV ähnliches für den Heiligbrunnen ins Auge fasst.

Bergbausanierer prüft Zuständigkeit

Allerdings hört sich das Prozedere langwierig an: „Nach derzeitigem Stand wird die LMBV für das Objekt Heiligbrunnen in Delitzsch Finanzmittel für eine Bewertung und Planung von Gefahrenabwehrmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg beantragen und nach Bewilligung der Mittel mit den Untersuchungen beginnen“, informiert Maria Lange von der LMBV-Unternehmenskommunikation auf die Nachfrage der LVZ. Heißt: Selbst das Geld für Planung und Untersuchung muss erstmal beantragt und genehmigt werden.

Der Heiligbrunnen soll vor Jahrhunderten Kult- und Opferstätte mit einer geweihten Quelle gewesen sein. Mitte des 19. Jahrhunderts war die Quelle mit Mauerwerk eingefasst. Ab 1913 wurde der Brunnen im damaligen Zeitgeschmack neu gebaut. Das Medaillon in der Mauer weist noch heute darauf hin.

Von Heike Liesaus

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