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Delitzsch Benndorfer Jugendclub dicht
Region Delitzsch Benndorfer Jugendclub dicht
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17:03 04.05.2016
Das Gebäude, das einst den Jugendclub des Delitzscher Ortsteiles Benndorf beherbergte, ist geschlossen. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Der Jugendclub Benndorf in der Paupitzscher Straße wird mit sofortiger Wirkung geschlossen, steht als öffentliche Jugendeinrichtung nicht mehr zur Verfügung. Diese Mitteilung der Delitzscher Stadtverwaltung an den Benndorfer Ortschaftsrat schlug ein wie eine Bombe. Es ist vor allem die Begründung, die Ortsvorsteher Torsten Köppen (Freie Wähler) nicht nachvollziehen kann. „Ich will es auch nicht, weil sie so nicht ganz stimmt“, sagt er. Die Stadtverwaltung beruft sich auf eine Information des Ortschaftsrates, wonach der angezeigt habe, dass für Benndorf „keine Jugendlichen zur Verfügung stehen, die den bislang seitens der Stadt aufrecht erhaltenen Jugendclub nutzen“. Die Stadtverwaltung hatte Anfang April den Schul-, Kultur- und Sozialausschusses des Stadtrates darüber unterrichtet, der Ortschaftsrat bekam erst zehn Tage später darüber die Information.

Streitthema zwischen Verwaltung und Abgeordneten

Bereits seit Jahren ist der Jugendclub, oder besser die Räumlichkeiten in der Paupitzscher Straße, ein Streitthema zwischen der Verwaltung und den Benndorfer Abgeordneten. Erst nach der Sanierung eines eigens für die Jugendfeuerwehr eingerichteten Versammlungsraumes schien es, als deute sich eine Lösung an. Es fehlte ein Nutzungskonzept für das gesamte Gebäude, nachdem die Zahl der Jugendlichen drastisch zurückgegangen ist. „Wir haben immer betont, dass der Jugendclub allen Jugendlichen in Delitzsch, nicht nur den Benndorfern, offen steht“, sagt Torsten Köppen. Dass die Jugendfeuerwehr einen Raum bekam, führte der Ortschaftsrat lediglich darauf zurück, dass beim Bau des neuen Gerätehauses dafür kein Platz und kein Geld vorhanden war.

Beide Räumlichkeiten nicht vermietbar

An zwei großen Problemen kommen die Benndorfer derzeit nicht vorbei: Das Ortsbegegnungszentrum ist zu klein, weist Mängel auf, die die Nutzung und Vermietung immer weiter einschränken. Der Ex-Jugendclub ist unattraktiv und so wird er als Veranstaltungsstätte nicht wahrgenommen. In beide Häuser zu investieren, sieht der Ortschaftsrat als nicht zielführend an. „Deshalb unsere Idee, beide Einrichtungen an einem Ort zusammenführen. Es sind zwar Investitionen erforderlich, aber 15 000 Euro stehen für die Erneuerung der Heizungsanlage zur Verfügung. Bei einer 80-prozentigen Förderung wären es 75 000 Euro für den Um- und Ausbau“, so Kippen. Aus seiner Sicht eine Summe, die ausreichend ist.

Umbaukosten in sechsstelliger Höhe

Die Stadtverwaltung konterte: „Die künftige Nutzung muss in Einklang mit den rechtlichen und wirtschaftlichen Vorgaben, vor allem des Haushaltsplanes, stehen.“ Im Delitzscher Rathaus geht man, auch ohne einen Architekten gefragt zu haben, von Kosten im sechsstelligen Bereich aus, soll das Gebäude nach Wünschen des Ortschaftsrates entsprechend ertüchtigt werden.

Da aus Sicht der Stadt nicht klar sei, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll, verzichtete sie auf eine Entwurfsplanung und ein Sanierungskonzept. Auch das sieht der Ortschaftsrat kritisch, habe er doch konkrete Nutzungsmöglichkeiten, wie Info-Veranstaltungen für Senioren, Spielnachmittage für Kinder oder Übungsnachmittage für Chöre und kleine Sportgruppen gemacht. Auch zum Dorffest wird das Gebäude gebraucht.

Von Ditmar Wohlgemuth

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