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Delitzsch Bereit zum Ändern
Region Delitzsch Bereit zum Ändern
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21:03 08.03.2012
Der Delitzscher Max Brauer ist Mitglied der Piratenpartei. Quelle: Christine Jacob
Delitzsch

In der Region sind die Piraten noch schwach auf der Brust: „13, vielleicht 14 Piraten gibt es in Nordsachsen“, so der 21-Jährige.

Aber Bewegung, die Piratenpartei handelt getreu ihrem Motto „Klarmachen zum Ändern“, sei drin in dieser politischen Landschaft Nordsachsens, meint der 21-Jährige. So trafen sich Piraten kürzlich zum ersten Mal zu einem Stammtisch in Taucha, wollen regelmäßig zusammenkommen. Seit Herbst 2009, da waren die 2006 gegründeten Piraten noch längst nicht in aller Munde, ist Max Brauer Mitglied. „Ich war schon immer parteitechnisch interessiert, habe mir zum Beispiel die Kanzlerduelle angesehen“, erzählt der Informatikstudent und Webentwickler. „Viele finden sich in der aktuellen Politik nicht wieder, fühlen sich nicht vertreten von den großen Parteien“, glaubt der Jung-Politiker. Von den Piraten aber habe er sich im Gegensatz zu diesen anderen und alt eingesessenen Parteien direkt angesprochen gefühlt, als er sich zu einer ihrer Infoveranstaltungen aufmachte.

Die Netzpolitik, das große Thema der Piraten, lag genau auf seiner Wellenlänge. Wenig später schon engagierte sich Max Brauer im Kreisverband der Piraten in Leipzig. Heute gehört Max Brauer als Schatzmeister zum Landesvorstand – seine vier Kollegen dort sind alle über 30. Gemeinsam erleben sie den großen Zulauf für die kleine Partei. „Mit dem Einzug ins Berliner Abgeordnetenhaus ist unsere Popularität rasant gewachsen.“ Seit die Piraten in der Hauptstadt 8,9 Prozent und 15 Sitze holten, ist die Partei in aller Munde. Vor allem im konservativen Bayern, blickt Max Brauer zurück, ging es für die politischen Senkrechtstarter rasant bergauf. Innerhalb einer Woche sei die Mitgliederzahl dort von 1000 auf 3000 gestiegen. Und auch in Sachsen kletterte die Mitgliederzahl. „Mittlerweile sind wir in der Politiklandschaft angekommen“, sagt Max Brauer. Und das nicht nur bei den vermeintlich jungen Wilden: „Lag das Durchschnittsalter früher bei Mitte 20, hat sich der Schnitt schon nach oben gehoben“, erzählt der Delitzscher.

Vor allem ums Thema Open Access, den freien Zugang  zu öffentlichen Inhalten, setzt sich der 21-Jährige ein. „Was mit öffentlichen Stellen erzeugt oder mit Hilfe öffentlicher Förderung entstanden ist, sollte der Öffentlichkeit auch zugänglich sein“, findet Max Brauer. Die Verfügbarkeit dürfe nicht durch Antragsverfahren, Lizenzen, Gebühren oder technische Mittel erschwert werden. Die Inhalte werden bei Open Access in offenen Formaten online zur Verfügung gestellt und archiviert. Weiterverbreitung sowie kommerzielle Nutzung sind ausdrücklich gestattet. Auch Dinge wie der Jugendmedienschutzstaatsvertrag, Diskussionen um Sendezeiten im Internet oder ACTA, das Anti-Produktpiraterie-Handelsabkommen, bewegen die Piraten, deren Steckenpferd nach wie vor das Netz ist. „Da haben die anderen Parteien noch Nachholbedarf.“

Solche Themen aber auf Stadtratsebene zu vertreten, ist für Max Brauer derzeit kein Thema: „Ich sehe mich eher in der Landes- als der Kommunalpolitik.“ Doch vielleicht wird doch mal ein Pirat den Delitzscher Stadtrat entern und ändern. „Ich bin nicht der einzige Delitzscher Pirat, mindestens einen gibt es noch.“

Christine Jacob

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