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Delitzsch Bernd Irmer verkauft Rackwitzern seit 20 Jahren Schul- und Bürobedarf, Anzeigen und Lottolose
Region Delitzsch Bernd Irmer verkauft Rackwitzern seit 20 Jahren Schul- und Bürobedarf, Anzeigen und Lottolose
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06:00 30.06.2017
Seit 20 Jahren steht er meist gut gelaunt hinter der Kasse in der Leipziger Straße 7 in Rackwitz: Bernd Irmer (64). Quelle: Manuel Niemann
Rackwitz

Der 1. Juli 1997 fiel auf einen Dienstag. Daher wurde in der Leipziger Straße 7 über das Wochenende Inventur gemacht und das Geschäft bereits am Montag vor 20 Jahren eröffnet. Seit diesem 30. Juni verkauft Bernd Irmer in Rackwitz Bürobedarf und Lotterielose. Der Tipp, dass hier ein Laden frei würde, kam damals aus der Druckerei im Hinterhaus.

Neuanfang nach der Wende-Euphorie

Für Irmer war es ein Neueinstieg, obwohl er sich bereits 1990 in Leipzig selbstständig gemacht hatte. Der Firmenname blieb: MEWE, das steht für Metallverarbeitung und Werbung, die Branche, in der er zunächst tätig war. Doch dort wurde es schwieriger, „die Zeit der Nachwende-Euphorie ebbte ab“, erzählt der jetzige Einzelhändler. Ein regelmäßiges Einkommen war da verlockend, also griff er bei dem Laden zu, in dem zuvor schon andere mit Gemüse oder Lederwaren gescheitert waren. Zunächst nur mit Bürobedarf, Material, das sich auch noch heute in einige Ecken findet. Anderes wie das zum technischen Zeichnen haben inzwischen Computer ersetzt. „Ich habe dann meine Zukunft nicht mehr im Fachgeschäft für Bürobedarf gesehen“, sagt er.

Wechselndes Sortiment

Ab September 1997 bot er Zeitungen an, Dienstleistungen mit Kooperationspartnern kamen hinzu oder verschwanden auch wieder. Wäschedienst, Schuhreparaturen oder Fotoarbeiten konnten in dem kleinen Laden in Auftrag gegeben werden. Bis ihm sein Fotolabor mitteilte, dass sie keine Kunden mehr hätten. „So entwickelt sich das“, lächelt er. Eine Antwort darauf sei für ihn eben ein nicht gleichbleibendes Sortiment gewesen. Das gehöre für ihn genauso dazu, wie zur Selbstständigkeit die Beständigkeit und Verpflichtung den Kunden gegenüber: So sind die Öffnungszeiten seit 20 Jahren geblieben. Zum regelmäßigen Einkommen gehörte für ihn auch diese Regelmäßigkeit: Da zu sein und die Kunden nicht vor verschlossener Türe stehen zu lassen. Auch in der Dorfgemeinschaft ist er stets präsent: Sei es bei den Festen der Grundschule, den Sport- oder Feuerwehrfesten. Nicht immer gebe es dort Selbstläufer, die für Umsatz sorgen wie gerade Fidget Spinner.

Laden soll Rackwitz erhalten bleiben

Aber neben Kirche und der Post gehörten eben auch Händler ins Dorf. „Viele Kunden bewegt, dass die Post vielleicht schließt, es existieren wüsteste Gerüchte“, berichtet Irmer. Er selbst ist jetzt 64 und bietet in seinem Laden auch Postdienstleistungen über die LVZ Post und einen Paketdienst an. „Wenn alles so wie geplant läuft, wird das auch bis 2018 so weiter gehen“, sagt er. Auch wenn er dann in Rente gehen will, fügt er hinzu: „Der Laden soll weiter existieren.“

Von Manuel Niemann

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