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Delitzsch Berufspendler: Delitzscher Soldaten sind sehr mobil
Region Delitzsch Berufspendler: Delitzscher Soldaten sind sehr mobil
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07:00 08.04.2016
Stabsunteroffizier Andreas Paul gehört zu den Wochenendpendlern. Er arbeitet in der Bundeswehrkaserne in Delitzsch, zu Hause ist er bei Dresden. Quelle: Foto: Ditmar Wohlgemuth
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Delitzsch

Bundeswehrangehörige zeigen ein besonders hohes Maß an beruflicher Mobilität. Fast zwei Drittel der Armee-Angehörigen sind laut einer aktuellen Studie beruflich mobil, die Mehrzahl von ihnen rollt als Fern-, Wochenend- oder Tagespendler durch die Lande. Zum Vergleich: Im zivilen Deutschland trifft das nur auf etwa ein Fünftel aller Erwerbstätigen zu.

Entsprechend groß ist der Parkplatz an der Unteroffizierschule des Heeres (USH) in Delitzsch. Wenn sich am Freitag nach Dienstschluss die Blechlawine aus der Feldwebel-Boldt-Kaserne wälzt, ist auch der 28-jährige Stabsunteroffizier Andreas Paul mit seinem Pkw dabei. Er macht sich auf den Weg Richtung Dresden. Die Woche über wohnt er in der Kaserne, nur am Wochenende sieht er seine Familie, trifft sich mit Freunden. Seit 2007 ist er als Pendler unterwegs. „Ich komme jetzt gut damit zurecht“, sagt der Soldat, der zum Stammpersonal der USH zählt. Früher rollte er noch mehr: Bevor er nach Delitzsch versetzt wurde, summierten sich pro Woche zwischen 1500 und 2000 Kilometer auf dem Pkw-Tacho. Im Vergleich dazu erscheint die jetzige Distanz zur Heimat als Katzensprung.

Montags zu Dienstbeginn um sieben Uhr muss Andreas Paul wieder in der Kaserne sein. Der Pünktlichkeit wegen fährt er bereits am Sonntagabend los. Im Wohnheim in der Kaserne bezieht er dann ein Einzelzimmer. So wie Paul ergeht es 31 Uniformierten des Stammpersonals. Und auch den Lehrgangsteilnehmern – über 1000 sind es mittlerweile. Sie sind für die zu absolvierenden Lehrgänge an die Schule kommandiert.

Jeden Tag pendelt Oberfeldwebel Nic Pein zwischen Heimat- und Dienstort hin und her. „Für mich ist es jetzt sehr angenehm“, sagt er. Er gehört zu den sogenannten Nahpendlern, die maximal 60 Minuten oder 50 Kilometer für eine Fahrstrecke benötigen. Er wohnt in Leipzig-Lindenthal. Als er noch bei Amberg in Bayern stationiert war, blieb ihm auch nur die Wochenend-Pendelei. „Da bleibt vieles auf der Strecke, vor allem der Freundeskreis wird strapaziert. Jetzt ist das wesentlich komfortabler.“

Das Wochenendpendeln ist die größere Belastung, so bilanzierte die Studie „Mobilität in der Bundeswehr“. Für die Älteren sei vor allem die mentale, für die Jüngeren die finanzielle Belastung entscheidend, heißt es in dem Papier. 110 Militärs und 13 Zivilisten der Delitzscher USH pendeln jeden Tag zur Arbeit, kommen aus dem Nahbereich der Kaserne. Acht Uniformierte nehmen auch eine Anfahrt von mehr als 50 Kilometern in Kauf. Unter den Mitarbeitern des Bundessprachenamtes gibt es ebenfalls einen dieser Weitfahrer. 22 kommen aus dem Umkreis von unter 50 Kilometern. Beim Bundeswehrdienstleistungszentrum sind es 45 Männer und Frauen, die aus der Region anreisen. Nur etwa 23 Personen unter allen in der Kaserne arbeitenden Militärs und Zivilisten wohnen direkt am Standort Delitzsch.

Als Hauptursachen für die enorme Bereitschaft zur Mobilität werden unter anderem Lehrgänge und Karrieremöglichkeiten genannt, aber auch die Berufstätigkeit beider Partner. „Der Wunsch nach einer heimatnahen Versetzung oder einem heimatnahem Verbleib“ machen etwa ein Drittel der Eingaben an den Wehrbeauftragten aus. Unter der Trennung leiden nicht nur die Soldaten, sondern auch die Partner. Trotzdem entscheiden sich viele, „ihr Privatleben an einem Lebensmittelpunkt zu konzentrieren“, ergab die Studie. Gut drei Viertel empfinden die Pendelei als notwendig.

Von Ditmar Wohlgemuth

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