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Besichtigungszeit in Wiedemar

Flüchtlingsheim Besichtigungszeit in Wiedemar

Die Besucherresonanz war gut, der Informationsaustausch riesig, der Abend blieb friedlich. Das ist das kurze Resümee des Tages der offenen Tür in der künftigen Flüchtlingsunterkunft in Wiedemar am Donnerstagabend. Gut 80 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters hatten die Möglichkeit genutzt. Frühestens Mitte Mai sollen Flüchtlinge die Unterkunft beziehen.

Amtsleiter Sven Keyselt, im Landratsamt Nordsachsen für Migration und Ausländerrecht zuständig, führt durch das Haus, erklärt, zeigt und beantwortet Fragen.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Wiedemar. Die Besucherresonanz war gut, der Informationsaustausch riesig, der Abend blieb friedlich. Das ist das kurze Resümee des Tages der offenen Tür in der künftigen Flüchtlingsunterkunft in Wiedemar am Donnerstagabend. Gut 80 Frauen und Männer unterschiedlichen Alters hatten in den zwei Stunden die Möglichkeit genutzt, sich im ehemaligen Grünen Hotel im Wiedermarer Gewerbegebiet nach der Umbauphase umzuschauen. Frühestens Mitte/Ende Mai sollen die ersten Flüchtlinge die Unterkunft beziehen, teilte der im Landratsamt Nordsachsen für Migration und Ausländerrecht zuständige Amtsleiter Sven Keyselt mit. Er und weitere Mitarbeiter der Landkreisverwaltung sowie des Betreibers, der Abub Leipzig GmbH, führten die interessierten Besucher in Gruppen durch das Objekt. Jede Frage wurde sachlich beantwortet, auch mancher Disput zwischen den Besuchern geschlichtet, dennoch wurden die Ängste und Sorgen der Anwohner wahr- und ernstgenommen. In die Debatten schalteten sich später auch Landrat Kai Emanuel (parteilos) und Ordnungsdezernentin Angelika Stoye ein. Die überwiegende Mehrheit der Besucher hatte sich mit der Problematik bereits im Vorfeld beschäftigt, stellte deshalb auch sehr konkrete Fragen.

Unterkunft für junge Männer und Familie

So erfuhren sie unter anderem, dass die Unterkunft sowohl für junge Männer als auch für Familien vorgesehen ist. Fest steht auch, dass die Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Irak, Iran und aus Afghanistan kommen. Dass keine Tunesier, Algerierer und Marokkaner darunter sind, sieht Stefan Hasche, Geschäftsführer der Abub GmbH, als Vorteil an. Konflikte seien damit nicht ausgeschlossen, aber eben nicht von vornherein da, so seine Erfahrungen. Die Abub, die Asyl-Betreuungs-und Beherbergungsgesellschaft, hat über 5000 Betten in etlichen Flüchtlingsunterkünften in ganz Sachsen.

Die maximale Belegung in Wiedemar werden 70 Personen sein, die in etwa 40 Ein- und Zweibett-Zimmern untergebracht sind. Für Familien können extra Räume bereitgestellt werden. „Alle, die nach Wiedemar kommen, haben sehr gute Chancen auf ein positives Bleiberecht“, teilte Sven Keyselt mit. Der Landkreis Nordsachsen hat sich die Unterkunft für zehn Jahre gesichert.

Residenzpflicht gibt es nicht

Kreysels Erfahrungen, dass sich die ersten Fragen der meisten Flüchtlinge um die Themen Schule, Sprache und Arbeit drehen, wollte nicht jeder Besucher glauben. Auch nicht, dass die Flüchtlinge sich frei überall bewegen können. „Eine Residenzpflicht gibt es nicht mehr. Wir sehen die Flüchtlinge mindesten einmal im Monat, wenn sie ihr Geld abholen“, so Kreyselt. Sie bekommen weniger als den Hartz-IV-Satz. Der monatliche Regelbedarf für Alleinstehende liegt derzeit bei 404 Euro.

Mit dem Geld müssen sie ihre Verpflegung sichern, für Kleidung sorgen, auch Fahrkarten kaufen. Lediglich die Unterkunft ist kostenlos. „Die Wäsche wird im Haus zentral gewaschen, gegen Bezahlung“, erklärte der Amtsleiter.

Im gesamten Haus ist Rauchverbot. Die neue Sprinkleranlage durchzieht alle Räume im Gebäude. Wie Stefan Hasche mitteilte, müssen die Bewohner des Heimes selbst für Sauberkeit in den Zimmern sorgen. Zur Beschäftigung können sie sich an Malerarbeiten im Haus beteiligen. Auf die wurde im Vorfeld bewusst verzichtet. Auch der Bau einer Volleyball-Anlage ist vorgesehen. „Nur mit Hilfe der Flüchtlinge natürlich“, sagte Stefan Hasche.

Von Ditmar Wohlgemuth

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