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Biber baut fleißig am Naulandgraben und breitet sich weiter aus

Biber baut fleißig am Naulandgraben und breitet sich weiter aus

Der Biber ist sehr aktiv am Naulandgraben. Wo etwas entfernt wurde, begann er sofort mit dem Wiederaufbau. Und der Nager hat sich entlang des Grabens offenbar weiter ausgebreitet.

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Der Naulandgraben bei Beerendorf-Ost. Unmittelbar an der Zufahrt zur Bungalowsiedlung hat der Bieber einen Damm gebaut und die angrenzenden Wiesen geflutet. Dennoch fließt das Wasser im Graben weiter.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. So sind allein im Abschnitt zwischen Beerendorf-Ost und der Bundesstraße 183 a mehrere Staustufen entstanden. An der Ortsverbindungsstraße zwischen Beerendorf-Ost und Spröda hat der Biber in unmittelbarer Nähe der Zufahrt zur Bungalowsiedlung zwei Dämme errichtet. Von der Straße gut einzusehen ist, wie sich das angestaute Wasser auf den angrenzenden Wiesen ausbreitet. Zu beobachten ist aber auch, dass der Biber ein sehr geschickter Baumeister ist, denn trotz der Dämme fließt das Wasser im Graben weiter.

Vor zwei Jahren hat die Stadtverwaltung Delitzsch in Zusammenarbeit mit dem Bergbausanierer LMBV den Naulandgraben/Sprödaer Bach wieder so in Ordnung bringen lassen, dass er seine Funktion als Fließgewässer erfüllen kann. Bei dieser sogenannten nachholenden Gewässerpflege gab es am Naulandgraben eine Besonderheit, weil dort mindestens eine Biberfamilie heimisch geworden ist. In Abstimmung mit dem Bibermanagement und der Unteren Naturschutzbehörde wurde genau festgelegt, welche Arbeiten im Bereich des Lebensraumes der Biber durchgeführt und welche Staustufen zurückgebaut werden dürfen. Ansonsten wurde dieser Abschnitt des Naulandgrabens ausgespart. Offenbar hat der diesjährige milde Winter die Baulust der Tiere beflügelt. Der hohe Schutzstatus des Bibers macht ein Eingreifen in diese Dammbauten zur Herausforderung. "In enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes muss geklärt werden, ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang Eingriffe in diese Dammbauten möglich sind. In der Vergangenheit wurden unter anderem ein teilweiser Rückbau oder eine höhenmäßige Korrektur verschiedener Einbauten genehmigt. Damit konnte die Funktionsfähigkeit des Grabens erhalten werden", teilte die Stadtverwaltung auf LVZ-Anfrage mit. Nach wie vor skeptisch betrachten Landwirte, deren Flächen wegen der von Bibern verursachten Vernässung nicht oder nur teilweise bewirtschaftet werden können, die Entwicklung. Auch Waldbesitzer schlagen Alarm, weil Bäume entlang des Grabens absterben.

Laut Einschätzung der Stadtverwaltung hat sich die Situation nach der Unterhaltung des Grabens nicht verschlechtert, da der Biber auch vorher bereits da war. "Es gibt vielmehr eine stetige Bestandsaufnahme der Situation und dann stets im Einklang mit der Naturschutzbehörde daraus ableitende Handlungen. Nach derzeitiger Einschätzung wird auch für die Zukunft die Kompromissbereitschaft des Menschen als Nutzer dieses landschaftlich geprägten Teils unserer Stadt gefragt sein", argumentiert Rathaussprecherin Nadine Fuchs.

Derweil wurden in den vergangenen Wochen am Naulandgraben Pflegearbeiten durchgeführt. Unter anderem fischten Mitarbeiter der beauftragten Firma Grünbau aus Leipzig Treibgut wie abgestorbene Äste aus dem Wasser. Auch Bäume, die bei Stürmen umgestürzt waren, wurden entfernt. Diese Pflegearbeiten werden turnusmäßig an den Gräben durchgeführt. Sie gehören nicht zur sogenannten nachholenden Grabenunterhaltung, die die Stadt und die LMBV in den Jahren 2011 bis 2014 durchführen ließ. Dazu gehörte im Wesentlichen das Freischneiden, die Beseitigung von Sedimenten und Hindernissen, das Spülen von Durchlässen, die Gehölzpflege sowie die Böschungs- und Sohlmahd.

Notwendig waren diese Arbeiten geworden, weil die Gräben in den Jahren nach der Wende vielerorts stiefmütterlich behandelt, ihre Pflege vernachlässigt worden war. Das rächte sich, als das Grundwasser wieder anstieg. Gepaart mit Starkregen führte das zu Überschwemmungen und Vernässungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 18.02.2015
Thomas Steingen

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