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Delitzsch Biberspuren am Delitzscher Loberufer
Region Delitzsch Biberspuren am Delitzscher Loberufer
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18:02 27.01.2010
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Delitzsch

Ein Vertreter des Bergbausanierers LMBV berichtet über die im Februar beginnenden vorbereitenden Arbeiten. Sukzessive werde sich die Baumaßnahme im dritten Abschnitt bei Döbernitz bis in das Jahr 2012 erstrecken, hieß es vorab. 607 Gebäude seien direkt vom Wiederanstieg des Grundwassers betroffen. 494 Grundstücks- und Gebäude-Eigentümer könnten direkt vom Ausbau des Lobers profitieren, wenn der gewünschte Effekt durch das Vorhaben erreicht wird. Bernd Loesch, Eigentümer eines an den Lober grenzenden Grundstücks, quälte sich förmlich durch die gut 15 Ordner der Planfeststellungsunterlagen (wir berichteten), die im Delitzscher Rathaus im vergangenen Jahr auslagen. Er war einer der wenigen, die sich dafür interessierten. Viele blickten erst in die Unterlagen, als der Beschluss bereits gefasst war. Für den Anrainer völlig unverständlich, denn zu diesem Zeitpunkt war die Einflussnahme gleich Null. Besonders kritisiert der Immobilienbesitzer, dass es im Zuges des Loberausbaues gravierende Eingriffe in die Natur geben wird, die seiner Meinung nach „völlig ungenügend berücksichtigt und untersucht wurden“. Nicht nur, dass er etwa 30 Quadratmeter seines Uferstreifens zur Verfügung stellen muss, auch darauf befindliche Bäume müssten gefällt werden. „In den vergangenen Tagen habe ich zudem Bissspuren eines Bibers an einem der Bäume festgestellt“, berichtet Loesch. Der Nager habe sich demnach den Lober als neuen Lebensraum gewählt, der nun entsprechend zu schützen sei. Für Lösch ist zudem der Umfang des Ausbaus vom Lober nicht vorstellbar. In Höhe seines Grundstücks habe das Gewässer bereits eine ziemliche Breite, die kaum noch zu toppen sei. Zudem begrenze die Brücke in der Leipziger Straße die maximal zulässige Ausbaubreite. Von einer Vernässung bemerkte Lösch selbst bislang noch nichts. Als Betroffener des wiederansteigenden Grundwassers sieht er sich dennoch, auch wenn der Kellerbereich seines Hauses nach wie vor trocken ist. „Es zeigen sich zunehmend Risse in der Fassade, die meines Erachtens nur auf Senkungen im Erdbereich zurückgeführt werden können.“ Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) ihrerseits sieht die Vernässungen im Stadtgebiet in Delitzsch nicht als „betriebsbedingte Auswirkungen“ und betont erneut, „ohne Anerkennung einer Rechtspflicht finanzielle Mittel für Maßnahmen der Gefahrenabwehr zur Verfügung zu stellen“.

Nach ersten Planungen sollten insgesamt 866 Bäume entlang des Lobers verschwinden. „Nicht zuletzt durch unsere Intervention sind es nunmehr nur noch 484 Bäume“, teilte Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) gestern am Randes eines Pressetermines mit. Er informierte zugleich darüber, dass der Bergbausanierer LMBV mit vorbereitenden Arbeiten für den Loberausbau im Februar beginnen werde. Insbesondere ging es dabei um das Anlegen von Baustraßen, aber auch um das Herrichten von Schlammplätzen.

128 Nebenbestimmungen und Auflagen aus dem Planfeststellungsbeschluss seien in Abstimmung mit der Landestalsperrenmeisterei, dem Landratsamt Nordsachsen, der Stadt Delitzsch und der Landesdirektion Leipzig umzusetzen, ist in einer Information der LMBV zu lesen.

Ditmar Wohlgemuth

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