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Delitzsch Bildpoetin entdeckt die Hohenossiger Natur
Region Delitzsch Bildpoetin entdeckt die Hohenossiger Natur
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15:21 29.08.2018
Karla Neumeyer aus Berlin arbeitet am liebsten in der freien Natur. Quelle: Wolfgang Sens
Hohenossig

Vier Wochen, fünf Künstler, sechs Frauen und Männer, die als Drucker helfen. Wie viele Arbeiten beim Sächsischen Druckgrafik-Symposion in Hohenossig entstehen, wird sich zeigen. Klar ist für alle: Es ist eine Zeit, in der sich die fünf Auserwählten nur einem Ziel widmen müssen, wollen und können: der Umsetzung ihrer Kunst.

Karla Neumeyer, die sich ihren Künstlernamen Orlando nach einer Roman-Figur von Virginia Woolf ausgesucht hat, genießt es, dass sie hier direkt am Objekt arbeiten kann. Morgens uns abends geht es für sie hinaus in die Natur, wo sie dem Wachsen und Werden der Bäume nachspürt, wo sie sieht, wie sich die Rinde der Weiden wölbt und windet, wie Äste im Sommerwind schwingen. Unmittelbare Eindrücke, die sie vor Ort auf kleine Metallplatten graviert. „In Berlin arbeite ich im Atelier und oft von Fotos. Hier ist es für mich einfacher.“ Die Arbeiten, mit denen sie sich für das Symposion beworben hat, zeigen nicht nur Impressionen aus der Natur, sondern auch Düster-Romantisches. „Freiheit“ ist einer der Titel. „Das ist am Flughafen Tempelhof entstanden“, erzählt die 34-jährige gebürtige Quedlinburgerin. „Er ist geschlossen, aber dort gibt es auch Führungen. Es verbindet sich viel damit: Zum einen ist der Flughafen Naziarchitektur, zum anderen wurde von hier aus die Luftbrücke erhalten.“ Hier landeten die „Rosinenbomber“, mit denen der westliche Teil der Stadt inmitten der Sowjetischen Besatzungszone versorgt werden musste.

Karla Neumeyer studierte zuerst an der HfBK Dresden, in der Klasse für Bildpoesie bei Professor Peter Bömmels, bei dem sie später auch Meisterschülerin wurde. Für ein Auslandssemester ging sie an die Akademie der Schönen Künste Warschau, auch in Leipzig war sie schon zum Gast- und Nebenstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst. „Hier hatte ich auch schon einmal einen Preis gewonnen. Dabei kam ich das erste mal mit den Rösslers ins Gespräch.“ Jeanette und Reinhard Rössler sind seit 28 Jahren mit ihrem Künstlerhaus die Gastgeber des Symposions.

Verlosung: In diesem Jahr hat Katja Zwirnmann die Grafik gestaltet, die beim 28. Sächsischen Druckgrafik-Symposion verlost wird. Den circa Druck ihrer Radierung „Gürteltier“ kann eine Leserin oder ein Leser dieser Zeitung gewinnen. Wer an der Verlosung teilnehmen will, kann eine Postkarte mit dem Stichwort „28. Sächsisches Druckgrafik-Symposion in Hohenossig“ an die LVZ, Roßplatz 5, in 04509 Delitzsch oder eine E-Mail an kreiszeitung@lvz.de schicken. Einsendeschluss: 31. August . Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Von Heike Liesaus

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