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Delitzsch Bischof weiht in Delitzsch Diakon
Region Delitzsch Bischof weiht in Delitzsch Diakon
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16:52 06.06.2011
Andreas Wanzek (rechts) erhält von Bischof Gerhard Feige im Zuge der Weihe das Evangelienbuch. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Solche Feiern finden gewöhnlich in der Bischofskirche in Magdeburg statt. Doch dass Bischof Gerhard Feige am Samstag nach Delitzsch kam, lag wohl in der Bedeutung dieser Weihe: Der Zwochauer Andreas Wanzek nimmt als ehrenamtlicher Diakon ein Amt an, das ein Jahrtausend lang in der katholischen Kirche nahezu verschwunden war.

Das Wort Diakon kommt aus dem Griechischen, steht für Diener – und weist darauf hin, dass der Diakon in der Pfarrei besonders für den Dienst am Nächsten zuständig ist oder, wie er es selbst formuliert: „Ich möchte Auge und Ohr der Kirche für die Vergessenen sein. Ich will auf die Menschen am Rand achten, ihnen zuhören, auf sie aufmerksam machen und schauen, wie ihnen geholfen werden kann.“

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Die Entscheidung für dieses Amt auf Lebenszeit, sagt Andreas Wanzek, ist lange gereift. „Es gibt viele Menschen, denen es nicht so gut geht, innerhalb der Pfarrei und darüber hinaus. Ich möchte ihnen helfen, aber auch andere motivieren, sich zu kümmern.“ Der 48-Jährige denkt beispielsweise daran, Senioren und Kranke in verschiedenen Einrichtungen zu besuchen oder einen Besuchsdienst zu organisieren. Er hat auch die Caritas-Einrichtungen, von Kitas bis zu Altenheimen, im Blick – in einem Gemeindegebiet, das von Eilenburg über Delitzsch bis Zwochau reicht. „Wir haben in der Pfarrei Sankt Klara auch Geschiedene und Alleinerziehende, die eine Kinderbetreuung brauchen, um abends an Gemeindeveranstaltungen teilnehmen zu können“, schildert Andreas Wanzek. Er sieht sich als eine Art Sozialarbeiter der Kirche.

Seit Samstag bekleidet er dieses Amt offiziell. Die Anwesenden in der gut gefüllten St.-Marienkirche erlebten eine ergreifende Liturgie, in der Gottes Wort verkündet und Jesu Mahl gehalten wurde. In diesen Gottesdienst integriert war die eigentliche Weihehandlung: das Versprechen des Kandidaten, seinen Dienst in Treue zur Kirche und in Verbindung mit Bischof und Ortspfarrei auszuüben, verbunden mit der Erklärung der Ehefrau, ihren Mann zu unterstützen. Die Anwesenden wurden Zeugen der Handauflegung und des Weihegebets des Bischofs, des Anlegens der neuen Gewänder und der Überreichung des Evangelienbuches.

Wer nun vermutet, er werde Andreas Wanzek demnächst im schwarzen Anzug täglich zur Delitzscher Pfarrei gehen sehen, der irrt. Im Gegensatz und in Ergänzung zu den sogenannten hauptamtlich Tätigen wird er seinen Diakonat im Ehrenamt ausüben. Die neue Aufgabe steht neben seinen Pflichten als Projektlehrer und Familienvater mit Frau und vier Kindern. Es wird eine Aufgabe für Feierabende und Wochenenden.

Mit dieser Art, als Diakon zu leben und zu wirken, wird ein Amt in der Kirche wiederentdeckt, das in der Bibel bezeugt ist, aber ein Jahrtausend lang nahezu verschwunden war. Entsprechend fröhlich war das Fest, das dem Gottesdienst am Samstag folgte. In Zwochau, dem Wohnort der Familie Wanzek, feierten Familien- und Gemeindemitglieder mit Büfett und kurzweiliger Unterhaltung – bis das Zusammensein mit einem Abendlob in der evangelischen Kirche endete.

M.P./K.W.

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