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Delitzsch Blaulicht-Alarm auf Schloss Hartenfels
Region Delitzsch Blaulicht-Alarm auf Schloss Hartenfels
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17:58 23.01.2019
Landrat Kai Emanuel (parteilos) begrüßte zahlreiche Vertreter der Blaulicht-Fraktion unter den Gästen. Quelle: Wolfgang Sens
Nordsachsen

Der Reigen der Empfänge zu Beginn des neuen Jahres neigt sich dem Ende entgegen. Traditionell war Oschatz die erste Stadt im Landkreis Nordsachsen, die den ersten Neujahrsempfang des Jahres ausrichtet. So geschehen bereits am 3. Januar. Neu war die Bewirtung. Auf ein Büfett wurde angesichts der nicht abschätzbaren Besucherzahl verzichtet. Für jeden Gast gab es ein Glas Sekt sowie eine frische Butterbrezel. In Delitzsch sorgte das Ensemble Klezmer Muskelkater mit seiner traditionellen jiddischen Hochzeitsmusik für ein ungewöhnliches kulturelles Rahmenprogramm.

Jede Menge Blaulicht drinnen und draußen beim Empfang auf Schloss Hartenfels.

In Bad Düben wurde ein Gemälde zugunsten der Suppenküche für 510 Euro versteigert. In Eilenburg erzählte Festredner und Zimmermann Mathias Kluge den Gästen von seinen Erlebnissen in der Rolandsbruderschaft, natürlich in Zimmermannskluft. Und in Torgau?

Fettexplosion neben Flügel D

Frostige minus sechs Grad. Lodernde Feuerschalen empfingen die Besucher auf dem Hof von Schloss Hartenfels. Und jede Menge Rettungstechnik stimmte auf das Motto in diesem Jahr „Blaulicht“ ein. Dem entsprechend die Dekoration auf dem Hof. Die Feuerwehr Torgau hatte einen Rüstwagen-Kran aufgestellt. Das THW und das DRK jeweils einen Gerätekraftwagen und nicht zuletzt die Polizei einen Einsatzwagen. Zudem konnte eine Fettexplosion neben Flügel D beobachtet werden. Allein die tiefen Temperaturen froren das Guckvergnügen ein wenig ein.

„Hello, Dolly“ zur Begrüßung

Im kuscheligen Festsaal begrüßte die Dixieland-Formation des Polizeiorchesters Sachsen die 200 geladenen Gäste mit „Hello, Dolly“, jenem bekannten Musical mit der Musik und den Gesangstexten von Jerry Herman. Den schwungvollen Klängen folgte mit der Rede des Landrates der Programmhöhepunkt. Der nordsächsische Empfang stand nicht von ungefähr unter dem Motto „Blaulicht“, denn gerade das zurückliegende Jahr habe speziell die Feuerwehren, Rettungsdienste, THW, Polizei und Katastrophenschützer ganz besonders gefordert.

Zahlreiche Vertreter der Blaulicht-Fraktion anwesend

So begrüßte Kai Emanuel (parteilos) auch zahlreiche Vertreter der Blaulicht-Fraktion unter den Gästen. Er nutzte die Bühne und bat den scheidenden Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz, die in den Ruhestand versetzten Leiter der Polizeireviere Torgau, Andreas Starke, und Delitzsch, Klaus-Dieter Kabelitz, sowie den erst kürzlich verabschiedeten Leitenden Notarzt, Dr. Horst Wunder, nach vorn. Mit Bildern aus der Sonderausstellung auf Schloss Hartenfels namens „Mut-Bilder“ bedankte er sich bei diesen Blaulicht-Protagonisten.

Friederike und der Dürresommer

Friederike und der Dürresommer forderten das Rettungswesen besonders im vergangenen Jahr. Insgesamt standen 2018 mehr als 2400 Einsätze in der Bilanz – ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Große Brände wie bei den Kreiswerken in Delitzsch, in der Deponie Rechau bei Oschatz oder bei Harry-Brot Wiedemar forderten die Leistungsbereitschaft der Wehren extrem.

Emotionaler Erlebnisbericht

Kai Emanuel bat den Vorsitzenden des Regionalbauernverbandes Torgau nach vorn. Erhard Neubauer würdigte das Rettungswesen, insbesondere die Feuerwehren für ihre professionelle Arbeit und ihren unermüdlichen Einsatz in diesen außergewöhnlichen Härtefällen und dankte ihnen ebenfalls. Sehr emotional sprach er unter anderem von einem Feldbrand, der am 4. Juli 2018 die Ortschaft Oeltzschau bei Belgern massiv bedrohte. Zehn Wehren waren vor Ort, auch Neubauer hatte Technik und Wasserwagen hingefahren. Er schilderte die Situation als ziemlich aussichtslos. „Dann kam der Befehl Wasser und es kam Wasser. Ich verspürte ein Glücksgefühl. Innerhalb weniger Minuten war die Gefahr eingedämmt“, sagte er noch immer hörbar ergriffen.

Das Ehrenamt unterstützen

Emanuel sei es bewusst, dass es speziell im zurückliegenden Jahr einer großen Kraftanstrengung in den Unternehmen bedurfte, um die Lücken zu schließen, wenn aktive Feuerwehrleute durch die Sirenen zum Einsatz gerufen wurden. Dennoch seine Bitte: „Unterstützen Sie alle Mitarbeiter nach Kräften, die sich im Ehrenamt in unseren Feuerwehren für die Gemeinschaft einsetzen!“

Erfolge im Breitbandausbau

In seiner Rede ging der Landrat natürlich auch auf andere Themen ein. Vor Jahresfrist hatte er angekündigt, beim Breitbandausbau Erfolge nachzuweisen und von der sächsischen Staatsregierung finanzielle Unterstützung bei den kommunalen Eigenanteilen einzufordern. Mittlerweile sei mit der Telekom ein Partner gefunden, der in Nordsachsen in allen sechs Ausbaugebieten die Breitband-Versorgung bis Ende 2020 garantiert – was auch die 73 nordsächsischen Schulen im Projektgebiet einschließt. Der Ausbau gehe in diesem Jahr in seine aktive Phase. „Die ersten von insgesamt 833 Kilometern Glasfaser-Kabel werden verlegt, die von mir avisierten Bagger werden anrollen. Alle 28 am Breitbandausbau beteiligten nordsächsischen Kommunen werden finanziell nicht belastet“, so Emanuel.

Nordsachsen bewegt

Im Vorjahr sprach Emanuel an gleicher Stelle aber auch vom Mobilitätsprojekt „Nordsachsen bewegt“. Die Fahrgastzahlen auf den Plus-Bus-Linien sind im zweistelligen Prozentbereich gewachsen, es gelinge immer besser, die Taktungen zwischen Bus- und Bahnverkehr zu optimieren. „Darum werden wir auch weitere Plus-Bus-Linien auf die Straße bringen und Randlagen besser bedienen“, sagte der Landrat.

Superwahljahr

Zum Superwahljahr 2019 sagte Emanuel: „Ich bin mir sicher, dass nur derjenige Wahlen gewinnen wird, der den Herzschlag der Menschen hier aufnimmt und nicht aus der Ferne darüber schwadroniert, was gut und richtig für sie ist.“

Der Landrat möchte erreichen, dass möglichst viele junge Leute nach der Schulzeit in Nordsachsen bleiben. Er nannte in diesem Zusammenhang den Glas-Campus Torgau. „Wir werden im Herbstsemester dieses Jahres hier in Torgau mit den ersten Ausbildungsgängen starten.“

Marsch zum Bufett

Schließlich übernahmen die Musik-Experten der Blaulicht-Fraktion das Kommando. Mit dem Gospel-Hit „When the saints go marching in“ marschierte die Feiergemeinde Richtung Bufett und in einen unterhaltsamen Abend.

So richtig schließt sich der Reigen der Empfänge, korrekt betrachtet, jedoch erst im Sommer. Denn Wermsdorf verschont die Feiergemeinde im Januar und lädt traditionell zum Sommerempfang. In diesem Jahr im August, wie Oberbürgermeister Matthias Müller verriet.

Von Frank Pfütze

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