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Delitzsch Blinde Zerstörungswut trifft Brinniser Friedhof
Region Delitzsch Blinde Zerstörungswut trifft Brinniser Friedhof
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06:00 06.09.2016
Sämtliche Spuren sind beseitigt, die Brinniser hoffen, dass es nun vorbei ist mit dem Vandalismus. Quelle: Christine Jacob
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BRINNIS

Nur ein paar Pflanzen, die mal ums Grab verstreut lagen. So harmlos und doch ärgerlich fing es im Juli auf dem Friedhof in Brinnis an. Ein paar Grabstellen des ansonsten sehr gepflegten kleinen Friedhofs waren damals betroffen. Und es war der Glaube da, dass das vielleicht Waschbären oder andere Tiere auf Nahrungssuche waren. Dann, nur wenige Tage später: Vasen umgeworfen, Grabschmuck umher geschmissen, ein Blumenstrauß von dem einen zum anderen Grab geworfen. In der Nacht vom 19. zum 20. August muss es wieder passiert sein. Wieder waren Grabschalen mit frischen Blumen teilweise so geschleudert worden, dass sich eine zum Beispiel kopfüber liegend auf dem Grab wiederfand. Deutlich gezeichnet auch Fußspuren, als wäre jemand mit Schuhen einfach mitten übers Grab gelatscht. „Das kann kein Waschbär gewesen sein“, sagt eine Betroffene. Sie pflegt die Grabstelle ihrer Eltern, in allen drei Vandalismusfällen war die Ruhestätte betroffen. „Es ist ein Gefühl der Ohmacht und es ist frustrierend“, sagt die Frau, die lieber anonym bleiben möchte.

Zerstörungswut macht Brinnisern psychisch zu schaffen

Der Friedhof ist – natürlich nicht nur für sie – eine Stelle der Erinnerung. Eine Stelle, um innezuhalten. Ein Ort des Friedens. „Jetzt gehe ich jedes Mal mit einem unguten Gefühl dorthin und frage mich, wie ich das Grab vorfinden werde“, berichtet sie. In der Not hat sie sich zunächst an Ortsvorsteher Jürgen Näther gewandt. Der sprach das Thema im Gemeinderat an. Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) sicherte zu, die Vorfälle im nächsten Mitteilungsblatt der Gemeinde zum Thema zu machen. Viel mehr, wissen auch die Betroffenen, bleibt wohl erstmal nicht. Sich auf die Lauer zu legen und jemanden auf frischer Tat zu ertappen, sei wohl fast aussichtslos. „Vielleicht ist demjenigen gar nicht bewusst, dass er damit nicht nur materiellen, sondern auch psychischen Schaden bei den Angehörigen anrichtet“, betont die Brinniserin. Pflanzenklau sei schon ärgerlich, aber die blinde Zerstörungswut lasse sie fast noch rätselnder zurück. „Das Warum kann man sich einfach nicht erklären.“ Dass es konkret gegen ihre Familie geht, schließt die Frau aus.

Polizei geht allen Straftaten nach

Eine Anzeige zum Vandalismus liegt im Delitzscher Polizeirevier noch nicht vor. Revierleiter Klaus-Dieter Kabelitz betont, dass die Polizei aber jedem Hinweis nachgeht – auch so vermeintlich kleinen Angelegenheiten wie einem Pflanzenklau. „Diebstahl ist Diebstahl“, sagt der Revierleiter. Und Vandalismus werde genauso verfolgt. Natürliche Ursachen für Schäden, erinnert er aber, gäbe es auf Friedhöfen immer wieder auch durch Rehe oder andere Tiere. Mit den Fußspuren in Brinnis sei dies natürlich ausgeschlossen. Der Vandalismus in Delitzsch – die Stadt erlebte jüngst eine beispiellose Serie – und speziell der auf dem Friedhof habe in letzter Zeit wieder abgenommen, berichtet der Revierleiter. Pflanzenklau und Diebstahl bleibe dennoch Thema. Ziemlich dreist fallen die Diebestouren in Delitzsch aus, so wurden zum Beispiel vom Kartoffelhof Gartenzwerge entwendet und wird aktuell von Privatleuten via Facebook nach einer großen Pinguinfigur gefahndet, die aus einem Garten verschwand. Auf dem Delitzscher Friedhof kommt es häufig vor, dass Pflanzen von Gräbern gestohlen werden. Widerrechtliches Radfahren sorgte und sorgt zudem immer wieder für Unmut.

Es bleibe, so schätzt neben der Gemeinde auch die Polizei ein, nun vor allem an die menschliche Vernunft und den Anstand zu appellieren. Betroffene aus Brinnis sollten sich an die Polizei wenden.

Von Christine Jacob

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