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Delitzsch Blitz setzt Wohnhaus in Brand
Region Delitzsch Blitz setzt Wohnhaus in Brand
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16:10 19.05.2015

Die Bewohnerin konnte sich unverletzt vor den Flammen in Sicherheit bringen. Nachdem bereits am Sonntag Unwetter im Landkreis Nordsachsen für Schäden gesorgt hatten, wurde die Region am Dienstag erneut von schweren Gewittern mit ergiebigen Niederschlägen heimgesucht.

An diesen 6. August werden sich die Einwohner von Beerendorf lange erinnern. Ein Gewitter zog am Abend mit hellen Blitzen und kräftigen Donnerschlägen übers Dorf, als kurz vor 21 Uhr die Sirene heulte. "Ich hatte sicherheitshalber den Fernseher vom Netz getrennt und mich gerade zum Lesen hingesetzt, als die Sirene losging. Als ich das Haus verließ, sah ich schon die Rauchfahne am Himmel", berichtet der langjährige Wehrleiter Hartmut Pönicke. Seine Kameraden sind die ersten am Brandort, aus dem Dachstuhl des in Holzbauweise errichteten schmucken Häuschen schlagen bereits die Flammen. Sofort beginnen die Retter von einem Hydranten am Gerätehaus aus eine Schlauchleitung zum Brandort zu legen. Wenig später trifft die Delitzscher Wehr in voller Stärke ein und übernimmt die Bekämpfung des Feuers. Einsatzleiter Peter Schwenckner entschließt sich, weitere Kräfte anzufordern. Letztlich sind rund 70 Kameraden aus Beerendorf, Benndorf, Delitzsch, Selben, Zschepen und Schenkenberg im Einsatz. Über 100 Schläuche werden ausgerollt.

Fassungslos muss die Hausbesitzerin mit ansehen, wie sich trotz der intensiven Brandbekämpfung die Flammen durchs Dach fressen. Nachbarn stehen ihr in dieser schweren Stunde bei, sprechen ihr Trost zu. Eine Bleibe für die Nacht findet die 64-Jährige bei Bekannten.

Als der Blitz einschlug, hatte sich die Frau in der Küche des Hauses aufgehalten. "Es gab einen lauten Knall, um mich herum vibrierte alles. Ich spürte eine Art Welle, die mich gegen die Kücheneinrichtung drückte. Dann ging der Rauchmelder an", erzählt die Hauseigentümerin. Geistesgegenwärtig flüchtet sie ins Freie. Ein Nachbar alarmiert die Leitstelle.

Das Feuer, das sich zu einem Hausbrand in voller Ausbreitung entwickelt, haben die Kameraden nach einer reichlichen Stunde so weit unter Kontrolle, dass der Einsatzleiter erste Kräfte wieder abziehen kann. "Gegen 24 Uhr war das Feuer gelöscht", so der Beerendorfer Wehrleiter Frank Giesel gestern. Seine Kameraden schieben zur Sicherheit bis früh Nachtwache. "Feuer und Löschwasser haben das Haus unbewohnbar gemacht", bilanziert der Einsatzleiter.

Zu einem Wohnhausbrand wurde die Beerendorfer Wehr seit ewigen Zeiten nicht mehr gerufen, ist von Hartmut Pönicke zu erfahren. "Ich wohne seit 62 Jahren hier, an einen Hausbrand kann ich mich nicht erinnern", bekräftigt seine Frau Brigitte.

Zum Glück wurden die in Beerendorf im Einsatz befindlichen Kameraden nicht zeitgleich woanders benötigt. Vor dem Brand hatte die Benndorfer und die Zschortauer Wehr Sturmschäden auf Straßen beseitigt. Zum Auspumpen von Kellern beziehungsweise Abpumpen überfluteter Flächen rückten in dieser Nacht Feuerwehrleute in Krensitz, Krippehna, Wölkau, Zschepplin, Rackwitz, Krostitz, Kossa und Zschortau aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2013

Thomas Steingen

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