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Delitzsch Brände bedrohen die Wälder
Region Delitzsch Brände bedrohen die Wälder
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16:20 19.05.2015

Die Überwachungszentrale (Fire-Watch) ist täglich von 10 bis 20 Uhr besetzt, das diensthabenden System rund um die Uhr. An der Fire-Watch sitzen Forstwirte, das diensthabende System bilden Mitarbeiter der Unteren Forstbehörde.

"Es sieht relativ schlimm aus. Wir haben seit einer Woche die Warnstufe IV. In den ausgetrockneten Wäldern liegt jede Menge entzündbares Material von Gräsern, Ästen bis hin zu Bäumen", erzählt Forstoberrat Frieder Voigt, der Leiter der Behörde.

Die Hauptgefahr gehe vom unsachgemäßen Umgang mit offenem Feuer aus, zum Beispiel von Rauchern, wenn sie Kippen wegwerfen. Gefahren gehen auch von Grundstücken und Lauben am Waldrand aus. Da wird gegrillt, geraucht, ein Lagerfeuer angezündet. Und auch stark erhitzte Erntemaschinen haben schon Brände verursacht.

Nordsachsen hat eine Verfügung erlassen, die das Betreten der Wälder bei Warnstufe IV grundsätzlich verbietet. Auch das Reiten im Wald ist jetzt untersagt. Bei Stufe III dürfen ausschließlich die Waldwege betreten werden. In der gefährdeten Saison, die am 1. März begann und bis 30. September andauert, gab es bisher sechs Brände. Betroffen waren 0,2 Hektar Fläche. Diese eher kleineren Feuer konnten schnell gelöscht worden. Der Forstoberrat begründete das mit dem hochmodernen Überwachungssystem über das Nordsachsen verfügt. Bis zu 1500 Meldungen gehen täglich in der Zentrale in Eilenburg ein. Die Herausforderung besteht darin, gefährliche Situationen exakt und schnell zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten. Mitunter qualmt es auch, wenn Erntemaschinen unterwegs sind oder Autos schnell auf Waldwegen fahren. Es wird jede Veränderung registriert. Selbst Windverwirbelungen von Strom-Windmühlen erkennt die Technik. Bei Brandverdacht fahren zwei Forstbedienstete - zuständig für die Dübener und Dahlener Heide sowie Wermsdorfer Wald - sofort los, um gezielt eventuelle Brände aufzuspüren und in Augenschein zu nehmen. Im Landkreis gibt es fünf Feuerwachtürme, von wo aus die Waldflächen per Kamera abgescannt werden. Sowie es Veränderungen gibt, erhält der Bearbeiter in der Überwachungszentrale Angaben in Form eines Richtungsstrahls wo diese erkannt wurden. Es gibt aber auch Bilder. "Erkennen mehrere Kameras eine Veränderung, lässt sich der eventuelle Brandherd schnell lokalisieren", sagt Frieder Voigt. Auf den Fotos werden Grautonveränderungen angezeigt. Erhärtet sich ein Brandverdacht, können auch Bilder über die Kamera angesehen werden. Die Kameras drehen sich alle acht Minuten um 360 Grad.

Der Forstoberrat bittet die Bevölkerung um verantwortungsbewusstes Handeln. "Die größte Gefahr geht von Menschen aus. Besonders beim Umgang mit offenem Feuer ist Vorsicht geboten", ermahnt der 56-Jährige. Im Wald gilt übrigens generelles Rauchverbot, auch wenn Schnee liegt. Wer jetzt im Wald erwischt wird, muss mit einem Bußgeld bis 100 Euro rechnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2013

Frank Pfütze

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