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Delitzsch Brand und Blitzschlag: Löbnitzer zimmert an riesigem Feuerwehr-Parcours
Region Delitzsch Brand und Blitzschlag: Löbnitzer zimmert an riesigem Feuerwehr-Parcours
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00:26 11.06.2018
Das Entenhaus bleibt. Der Rest von dem, was Mike Hetzger gemeinsam mit Helfern für den Hindernisparcours baut, wird nach dem Fest wieder auseinandergenommen.. Quelle: Heike Liesaus
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Löbnitz

Es geht um „Brand und Blitzschlag“, so wie das Löbnitz anno 1896 beim schweren Unwetter erlebte. Dafür steht der Garten hinterm Haus von Mike Hetzger voller merkwürdiger hölzerner Bauten, die zumeist aus Palettenholz bestehen. Auch an anderen Stellen des Pferdedorfs sind Teile eingelagert. Die Mission heißt: 130 Jahre Feuerwehr Löbnitz. Das muss mit etwas Besonderem gefeiert werden. So einen Festumzug kennt man ja. Auch in Löbnitz und vor allem Mike Hetzger. Denn der hatte ihn zum 125-Jährigen der Wehr inszeniert. „Das wollte ich nicht nochmal machen.“ Die Idee: Ein Feuerwehrwettkampf der anderen Art, einer, bei dem nicht wie gewöhnlich möglichst schnell Pumpen angeworfen, Schläuche ausgerollt werden und dann per Wasserstrahl ein Ziel anvisiert wird. Es sollte einer sein, der in einem anderen Kontext gestellt wird.

Kreative Herausforderung

Ein Feuerwehrwettkampf soll mit einem historischem Ereignis verbunden werden. Fünf „Häuser“ werden dafür im Reitstadion aufgebaut, deren Bewohner, die Feuerwehrsportler also „nichts ahnend“ in acht extra gefertigten Betten schlummern, bis der Alarm ausgelöst wird, weil der Blitz eine Scheune in Brand gesetzt hat. Mike Hetzger erzählt von – natürlich selbst gefertigten – Alarmglocken, die betätigt werden müssen, von Feuerläufern, von Kühen, Pferden, Ziegen, Schweinen, die zu retten sind. Alle Tiere sind natürlich ebenfalls extra für die Inszenierung gebaut. Der gelernte Zimmerer und Feuerwehrmann mag die kreative Herausforderung. Glücklicherweise sind sein Naturell und das Löbnitzer Umfeld so, dass er die passenden Unterstützer fand.

Kippende Ziele

Am Ende müssen natürlich auch hier mit dem Wasserstrahl Ziele getroffen werden. In diesem Fall sind es Kippbretter in Flammenform. So eins gibt es auch im extra gezimmerten Entenhaus, das im Vorwettkampf eine Rolle spielen soll. Es ist übrigens das einzige Element, das hinterher nicht wieder demontiert wird. Schon für das Vormittags-Event, das über erste Punkte und Starterreihenfolge entscheidet und das über dem „Gelben Wasser“ am Park aufläuft, hat sich der Löbnitzer etwas Spezielles ausgedacht. „Der Aufwand ist schon Irrsinn“, sagt er lachend. Selbst Pokale und Urkunden werden selbst gemacht. Etwas aus Holz und bemalt. „Ein Arbeitskollege hat jetzt auch seine künstlerische Ader entdeckt.“

Eine Scheune wird gelöscht

Weil er im Betonbau auf Montage arbeitet, habe er Zeit, sich sowas auszudenken, zeigt er Skizzen und Pläne für den Parcours. Der größte Teil der nötigen Elemente scheint schon vorhanden. Löbnitzer Firmen halfen, Kameraden, Freunde. „Meine Frau und eine Arbeitskollegin haben einige Sonnabend daran gesetzt.“ Aber die Scheune zum Beispiel hat er selbst bemalt, war jeden Sonnabend und Sonntag draußen. „Man will es ja nach seinen Vorstellungen haben“, so der kreative Kopf der Löbnitzer Wehr. Vieles hat er gleich selbst gezimmert. Schließlich musste sich die Umsetzung nach dem vorhandenen Material richten, konnte auch nicht für jede seiner Vorstellungen eine Zeichnung angefertigt werden.

Feuer, Musik und Spiele

Die Einladungen an die befreundeten Wehren sind schon rausgeschickt. „Pouch hat für uns sogar den Tag der offenen Tür abgeblasen, den sie geplant hatten. Viele sind schon gespannt darauf, wie alles funktionieren wird.“ Das weitere Programm für den 1. September steht auch. Der Roitzschjora Music Club, Feuershow und Kinderspiele auf dem Areal des Reitstadions, Fahrzeugausstellung gehören unter anderem dazu. Lampenfieber? „Bis jetzt noch nicht. Aber das kommt noch. Unmittelbar vorher wird mir immer furchtbar schlecht“, erklärt Mike Hetzger. Und er wollte auch keinesfalls mit seinen Ideen bis zum 150. Geburtstag der Feuerwehr warten, immerhin feiert er selbst bald seinen 50.

Von Heike Liesaus

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