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Delitzsch Briefe und Marken erzählen jeweils eigene Geschichte
Region Delitzsch Briefe und Marken erzählen jeweils eigene Geschichte
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14:17 13.10.2009
Manfred Hartmann (links) und Dieter Gläser beim Aufbau.
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Delitzsch

Die Ausstellung, die morgen um 15 Uhr eröffnet wird, haben die Mitglieder des Philatelistenvereins Delitzsch 1919 gestaltet. „Wir begehen damit zugleich unseren 90. Geburtstag“, erzählt Manfred Hartmann, der in der vergangenen Woche mit Dieter Gläser die Vitrinen bestückte. Der Briefmarkenverein wurde am 17. Dezember 1919 in der Gaststätte Goldene Kugel von zehn Sammlern gegründet. In den 1980er-Jahren zählte er bis zu 100 Mitglieder, auch weil zu DDR-Zeiten Auslandstausch nur im Verein möglich war. Heute haben die Philatelisten 22 aktive Mitglieder in ihren Reihen, die sich jeden dritten Mittwoch im Monat treffen.

Nach einer Ausstellung im Schloss handelt es sich bei der jetzigen um die zweite in der Kreuzgasse. „Die 90-jährige Vereinsgeschichte ist auch Postgeschichte“, berichtet Gläser. In sechs Abschnitten wird diese vom Ende des Ersten Weltkrieges und der Inflation, über die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die Nachkriegszeit und die der DDR bis hin zur Wiedervereinigung Deutschlands aus einer ganz anderen Sicht nachvollziehbar. „Jeder Brief und jede Marke erzählt schließlich eine eigene Geschichte“, ist Gläser überzeugt. Zum Beweis legt er einen Brief mit dem Absender Mühle Zschortau vor. „Der stammt aus der Zeit der Währungsumstellung. 1948 wurde das Geld 10:1 abgewertet, und da mussten die Absender für den 24-Pfennig-Brief nun plötzlich zehn Marken á 24 Pfennige draufkleben. Das nannte man die zehnfach Frankatur.“

Noch ein Vierteljahrhundert älter ist ein Brief, der 1923 von der Gemeinde Mutschlena an das damals auch in Delitzsch ansässige Finanzamt ging. Eine grüne und viele rote Briefmarken zieren das aufgeschnittene Kuvert. Gläser erläutert: „Weil der Platz vorn nicht reichte, wurden auch auf der Rückseite Marken geklebt.“ Die Inflation spiegelt sich eben auch in der Postgeschichte wider.

Ilka Fischer

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