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Delitzsch Brodauer ergreifen die Initiative und beseitigen Dreckecken im Dorf
Region Delitzsch Brodauer ergreifen die Initiative und beseitigen Dreckecken im Dorf
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10:37 09.03.2017
Udo Müller zeigt, wie hoch der Wasserstand im Dorfteich noch ist. Darunter türmt sich der Schlamm.  Quelle: Alexander Prautzsch
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Brodau

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

In Brodau gibt es zwar keine Gaststätte mehr und auch der Konsum ist seit Jahren geschlossen, dennoch ist der rund 320 Seelen zählende Ort lebenswert. „Die Straßen und Fußwege sind in Ordnung, wir haben einen Spielplatz in Topzustand, Landwirtschaft, Feuerwehr Biobäcker, Heizungsbauer und weitere Unternehmen“, zählt Udo Müller, der für Brodau im Döbernitzer Ortschaftsrat sitzt, auf. Auf fällt in diesem Dorf, dass es kaum leerstehende Häuser gibt. „Zieht jemand weg, kommen junge Leute von außerhalb“, berichtet Müller. Die Ruhe auf dem Land hat auch den Zeitsoldaten Daniel Kretzschmar mit seiner Frau nach Brodau gelockt. Er hat die alte Schmiede gekauft und zum Wohnhaus ausgebaut. Wie andere hilft er aber auch mit Eigeninitiative, den Ort zu verschönern. Auf diese Weise ist das Gelände rings ums Bürgerhaus von Müll und Wildwuchs befreit worden. Der Volleyballplatz ist wieder bespielbar, und das Landgut kümmert sich um die Rasenmahd auf dem Bolzplatz.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

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Bürokratie bremst

Manche Initiative werde aber von zu hohen bürokratischen Hürden erstickt, klagt Erich Beitinger. „Behörden müssen sich einig sein und die Richtung vorgeben, dann bewegt sich auch etwas“, ist sich der Landwirt sicher und spielt unter anderem auf das Naturdenkmal Lindenallee und das Hin und Her dazu von Stadtverwaltung und Naturschützbehörde an. Die Allee möchten die Brodauer nicht missen. „Sie muss aber gepflegt werden, dass sie als solche wieder erkennbar ist“, wünschen sie sich. Mithilfe eines Dorfvereins, der sich noch in der Bildungsphase befindet, wollen die Brodauer die Geschicke ihres Ortes künftig stärker selbst in die Hand nehmen.

Rittergut verfällt

 Beim Rundgang durch den Ort zeigen Erich Beitinger, Udo Müller, Daniel Kretzschmar und Heizungsbauer Frank Thiermann, wo im Dorf der Schuh drückt. Da sind die verwahrlosten Privatgrundstücke Rittergut, Alte Schäferei und das Lehmhaus nahe der Feuerwehr. Die Gebäude sind schon oder verfallen zunehmend und stellen Gefahren dar. „Hier sollte das Ordnungsamt mehr Druck auf die Eigentümer ausüben“, unterstreichen die vier. Feuerwehrmann Udo Müller zeigt auf den Löschteich, den zwar Seerosen zieren, der aber als solcher nicht genutzt werden kann, weil er zu viel Schlamm enthält. Die Löschwasserversorgung für den Ort allein über das Trinkwassernetz sei aber nicht ausreichend, weist der Feuerwehrmann auf einen jahrelang bekannten Zustand hin.

Neben der Möglichkeit im Werbeliner See baden gehen zu dürfen haben die Brodauer noch einen anderen, langfristigen Wunsch – einen Radweg nach Zschortau. Ein solcher würde nicht nur ein sicheren Schulweg, sondern auch die Anbindung zur S-Bahn schaffen.

Bisher erschienen:

Wölkaus Nachrichten-Zentrale, 7. Juli

Kanalbau in Hohenprießnitz, 16. Juli

Lemsel sucht Anschluss, 18. Juli

Gotha Open-Air-Stammtisch

Von Thomas Steingen

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