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Bruns: "Viele Förderungen sind nicht bekannt"

Bruns: "Viele Förderungen sind nicht bekannt"

Delitzsch. Vermutlich war es in Delitzsch nie so leicht, eine energetische Sanierung anzuschieben, wie in diesen Tagen. Dank des Forschungsprojektes "Energieeffiziente Stadt" ist die Informationsfülle für Haus- und Wohnungseigentümer riesig.

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Solarzellen auf Delitzscher Dächern - ebenfalls ein Ergebnis staatlicher Förderung. Die Luftaufnahme mit Blick Richtung Norden entstand im vergangenen Jahr.

Quelle: Kay Würker

gentümer riesig. Kerndokument ist der sogenannte Masterplan (wir berichteten). Was dort für Delitzscher und andere Interessierte alles drinsteckt, beleuchtet eine LVZ-Serie. In Teil zwei geht es ums Geld: Von den ersten Überlegungen bis hin zur Realisierung von Sanierungen können Gebäudeeigner öffentliche Zuschüsse erhalten.

"Viele Fördermöglichkeiten sind gar nicht so bekannt", weiß Tillman Bruns, Energieeffizienzmanager in Diensten der Stadtverwaltung und Mitstreiter im Forschungsprojekt. Viele private Bauherren verschenken deshalb ungeahnt Geld. Eine Ursache dafür sind vermutlich die ständigen Veränderungen bei Richtlinien und Programmen. Die deutsche Förderlandschaft erinnert eher an Wanderdünen als an Felsformationen.

Tillman Bruns allerdings kennt sich aus - und hilft in seinem Büro in der Beerendorfer Straße 1 gern bei den ersten Schritten. "Wer sich erst mal eine Übersicht verschaffen möchte, wo sich im eigenen Haus oder in der Wohnung Energie sparen lässt, findet zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale anbieterunabhängige Beratung", sagt Bruns. Gefördert von der Bundesregierung, werden sogenannte Basis- beziehungsweise Gebäudechecks angeboten. Unter die Lupe kommen dabei je nach Bedarf der Strom- und Wärmeverbrauch, die örtlichen Elektrogeräte, die Heizungsanlage und die Gebäudehülle. Ein weiterer Check widmet sich Gas- oder Heizöl-Brennwertgeräten, prüft Effizienz und optimale Einstellung. Die Experten machen jeweils einen Vor-Ort-Termin, geben dann schriftlich Handlungsempfehlungen. Die Kosten liegen dank Förderung zwischen 10 und 30 Euro. Wer einen noch detailreicheren Check durch einen privaten Energieberater wünscht, kann dafür zum Beispiel Fördermittel der Sächsischen Aufbaubank, der Sächsischen Energieagentur oder des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nutzen.

Wenn aus Ideen schließlich Entscheidungen werden und die konkrete Bauausführungsplanung ansteht, winken erneut öffentliche Gelder. Dann geht es ums Honorar fürs Ingenieurbüro. "Über die KfW-Förderung für energetische Baubegleitung lassen sich Zuschüsse von bis zu 50 Prozent beziehungsweise 4000 Euro beisteuern", informiert Tillman Bruns. "Das gilt allerdings nur für Wohnräume, nicht für Gewerbe." Auch bei der Umsetzung der Sanierung steht die KfW-Bank zur Seite, gewährt zinsgünstige Darlehen. Möglich sind außerdem Zuschüsse für Material und Handwerker - auch wenn es sich dabei nur um eine Einzelmaßnahme und keine Komplettsanierung handelt.

Interessante Einblicke in den Förderdschungel bietet im Übrigen das Internet. Das Portal www.co2online.de, ebenfalls öffentlich unterstützt, bietet Fördermittelchecks, zugeschnitten auf den jeweiligen Gebäude- und Heizungstyp. Und passend zum Standort des Hauses. Denn auch von Bundesland zu Bundesland, von Kommune zu Kommune variiert die Förderlandschaft. Wohl dem, der da durchsieht.

Interessenten können sich bei Tillman Bruns melden - unter 034202 300203 oder per E-Mail an eem@delitzsch.de.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.02.2015
Würker, Kay

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