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Delitzsch Bundespolizei-Reserve schlägt Aktenstapler
Region Delitzsch Bundespolizei-Reserve schlägt Aktenstapler
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09:10 31.05.2010
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. Denn Politesse, Polizist, Soldat, Feuerwehrmann und Aktenstapler jagten bei bestem Frühlingswetter im schattigen Kultur- und Sportzentrum zu Delitzsch eine grüne Filzkugel. Bereits zum 14. Mal tauschten die Behördenarbeiter ihren Arbeitszwirn gegen die gebügelte Baumwollturnhose und das Frotteehemd, um beim Fußball zu messen.

Gezwungen werden musste dazu keiner versicherten Landrat, oberste Heeresleitung und andere Führungspersönlichkeiten, die ihre Teams in den zehn Minuten währenden Partien verbal nach vorn peitschten. „Den freien Sonnabend opfert man gern", bestätigte etwa Gunnar Greulich vom Landratsamt. Das wird sein Chef Michael Czupalla (CDU) gerne hören. Das Landratsamt hatte mit verdienten und erfahrenen Haudegen dick aufgefahren, wollte den Pott. Für Vaterland und Landratsamt sollten es Stürmerlegenden wie der Delitzscher Blitz Marco Bothur oder Gummifuß Mike Geppert richten. In der Abwehr wurde mit Möbelpacker und Holzfäller Alexander Pietzsch eine Wand errichtet, dass es in der Halle selbst bei eingeschaltetem Licht dunkel wurde. Das nütze nichts, auch nicht die trappatoniartigen Gesten und das wilde Auf und Ab laufen des Taktikgenies Czupalla. Die Seuche klebte den Herren auf den Schlappen und hinten waren sie offener als jedes Scheunentor. Summasummarum hagelte es zwei Niederlagen und einen mickrigen Sieg. 

Das machte die Delitzscher Stadtverwaltung besser. In einem Mix aus Volleyballer, Tennis- und Halmaspielern tankten sie sich trickreich – und ohne Strafzettel zu verteilen – auf den zweiten Platz ihrer Staffel. Das machten auch die Soldaten, die den neuen unauffälligen orangefarbenen Tarnfleck für Afghanistan schon mal im schweißtreibenden Nahkampf ausprobierten. Natürlich unter dem Wohlwollen der Obersten Heeresleitung. Die hielt aus der Ferne auch die taktischen Zügel in der Hand. In einer blitzartigen Sturmoffensive schlugen die Soldaten die Blumenkinder vom Delitzscher Amt.

Wie die Vertretung des Landratsamtes, so auch die der Polizeidirektion Westsachsen: Der gefürchtete Christian Mörschke konnte seine Sprinter-Qualitäten auf dem rutschigen Geläuf nicht wirklich ausspielen, so dass nach der Gruppenphase für die sportlichen Polizisten die rote Kelle aufleuchtete. Souverän dagegen zogen die zänkischen Nordzipfeler aus Schkeuditz ihre Bahnen. Ordnungsamtschef „Sheriff" Michael Winiecki verunsicherte die Gegner mit seiner Spielweise aus den 70ern. Im Stand aus dem Fußgelenk, ohne Ansatz, am besten noch per Außenrist halbhoch verteilte er die Bälle auf seine Teamkollegen. So schafften die Überflieger es bis ins Finale. Dort mussten sie sich der Bad Dübener Bundespolizei stellen. Die Hindernisbahngestählten Jungs tankten sich zum Sieg, Jacob Hoffmann schoss dabei den einzigen Filzpfeil ins Schkeuditzer Fußballherz.

Donnerstag hatte das Sechstett erst vom Fußballeinsatz erfahren, denn der Pokalverteidiger aus dem Vorjahr musste zum Einsatz an die Oder. Sandsäcke gegen das Hochwasser stapeln. „Wir wussten gar nicht, dass es diesen Cup gibt", sagte Mannschaftskapitän Martin Köhler. Nun wird es schwer, die Vertretung wieder ins zweite Glied zu rücken. Der 26-Jährige prophezeite, dass es im kommenden Jahr wohl ein internes Ausscheidungsturnier geben wird. Dann findet der Ämter-Kick auch wieder im März statt, versicherte Greulich.

Alexander Bley

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