Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Bundeswehr baut Unteroffizierschule in Delitzsch weiter aus
Region Delitzsch Bundeswehr baut Unteroffizierschule in Delitzsch weiter aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 13.09.2018
Dirk Borg, Leiter Schulstab an der USH Delitzsch, erklärt, wie der Standort in den kommenden Jahren ausgebaut werden soll. Quelle: Mathias Schönknecht
Anzeige
Delitzsch

Die Pläne sind eingereicht, fünf konkrete Vorschläge von Architekten liegen bereits vor: Die Bundeswehr baut die Unteroffizierschule des Heeres, kurz USH, in den kommenden Jahren weiter aus. Bis zu 1500 zusätzliche Lehrgangsteilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik kommen dann pro Jahr nach Delitzsch.

Bundeswehr baut nicht nur in Delitzsch

Dirk Borg, Leiter Schulstab an der USH, beschäftigt sich mit der Organisation des geplanten Ausbaus. „Wir befinden uns derzeit in der Planungsphase“, sagt der Oberstleutnant. In der Position des Kasernenkommandantes verantwortet er die Infrastruktur der Feldwebel-Boldt-Kaserne und muss diese anpassen, wenn die Anforderungen steigen.

Die Bauphase könne in den Jahren 2020/21 beginnen und sich über fünf bis sieben Jahre hinziehen, sagt Borg. Das hänge davon ab, wie viel Mittel im Bundeshauhalt genehmigt werden. Nicht nur der Standort in Delitzsch wird erweitert, sagt der 48-Jährige. Das Vorhaben sei laut Borg Teil der Modernisierungsstrategie „Trendwende Personal“. Diese soll dazu beitragen, die Bundeswehr als Arbeitgeber so attraktiv zu machen, dass sie mit der freien Wirtschaft konkurrieren kann. Seit 2016 verfolgt die Bundeswehr diesen Plan und will ihr Militär in den kommenden Jahren von derzeit 150 000 auf 200 000 Stellen aufstocken.

Attraktivität ist ein großes Thema

Erreicht werde dies laut Borg durch Neueinstellungen und durch Aufstiege sowie längere Dienstzeiten in der Bundeswehr selbst. Für Delitzsch treffen die ersten beiden Maßnahmen zu. „Die Dienstgrade sind durchlässiger geworden“, sagt Borg und erklärt: „Mannschaftsdienstgrade, für die sonst nach vier Jahren Schluss war, haben nun die Möglichkeit, sich im Anschluss für die Feldwebel- oder Offizierslaufbahn zu bewerben.“ Wer genommen wird, komme dann für die Schulungen nach Delitzsch. Konkret sind das laut Borg zwischen 1400 und 1500 Lehrgangsteilnehmer pro Jahr mehr. Dazu reiche die aktuell vorhandene Gebäudestruktur nicht aus. Zum Vergleich: Derzeit werden jährlich knapp 5300 Soldaten an der USH ausgebildet.

Seit Anfang des Jahres entsteht bereits ein neuer Sportplatz auf dem Geländer der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch. Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Vier große Elemente sollen an der Feldwebel-Boldt-Straße daher neu entstehen: Derzeit plant die Bundeswehr 840 zusätzliche Einzelzimmer mit eigenem Bad zu errichten. Anders als die bisherigen meist Zwei- oder Vierbettzimmer sei das mittlerweile Standard bei Bundeswehr-Neubauten und gehöre zur geplanten Attraktivitätssteigerung, sagt der Kasernenkommandant. Sind die neuen Wohneinheiten fertig, werden die vorhandenen Gebäude mit derzeit 1800 Betten, 2 Eltern-Kind- und 1 behindertengerechte Wohnung ebenfalls modernisiert. Mehr Lehrgangsteilnehmer bedeute auch, dass es mehr Lehrgebäude, mehr Dienstzimmer für Ausbilder, mehr Parkplätze und einer größeren Truppenküche bedarf. Dazu sind eine neue Mensa und ein Wirtschaftsgebäude „im modernen Campusstil“ geplant, sagt Borg.

Es braucht Zeit

Da die Personal-Aufstockung aber bereits seit 1. April dieses Jahres läuft und die Lehrgangsteilnehmer nicht erst 2025 kommen, muss eine Übergangslösung her. Dazu werde die bisherige Aufteilung in Zwei- und Vierbettzimmer größtenteils beibehalten und Teile des Stammpersonals in Objekte in der Stadt untergebracht – beispielsweise in Hotels wie dem Weißen Roß.

Erweitert werden soll die USH auf dem Gebiet, das bereits in Bundesbesitz ist. Die möglichen Varianten reichen von einer südlichen Ausrichtung bis zum Lober-Leine-Kanal oder bis nach Osten, an Benndorf heran. „Wir sind optimistisch und froh, dass die USH eine solche Aufwertung erfährt und die Stadt Delitzsch uns unterstützt“, sagt Borg. Der Ausbau gebe Sicherheit für das Stammpersonal und eine Perspektive für die kommenden Jahrzehnte. Zu den Kosten kann der Kasernenkommandant aber noch keine Angaben machen. Das hänge davon ab, für welche Variante man sich letztlich entscheide. Ende November soll dann feststehen, wie der Standort 2025 aussehen wird.

Von Mathias Schönknecht

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Autor und Ingenieur Heinz Iwainsky ist Eisenbahner durch und durch. Jetzt hat er ein Buch über seine mehr als 40 Berufsjahre geschrieben. „Von der Kunst, einen Zug zu bauen" spielt teilweise in Delitzsch. An seine Zeit am Lober kann sich Iwainsky noch gut erinnern.

12.09.2018

Viele Unternehmer kommen in die Jahre. Deshalb sucht die Hälfte aller Handwerksbetriebe im Landkreis Leipzig und Nordsachsen einen Nachfolger auf dem Chefsessel. Aber der Nachwuchs fehlt.

12.09.2018

Die Delitzscher Tafel braucht dringend neue Räume. Mit ihrer Zukunft steht auch die des Projekts Tafelgarten in den Sternen. In den Kleingartenanlagen sorgt man sich aber nicht nur darum, die Sparte „Zur Erholung“ hat noch mehr auf der Agenda.

12.09.2018
Anzeige