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Delitzsch Bundeswehrwohnheim in Delitzsch wird für Senioren umgebaut
Region Delitzsch Bundeswehrwohnheim in Delitzsch wird für Senioren umgebaut
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00:32 18.05.2018
Bald heißt es an der Stauffenbergstraße 22 Bauzaun ade: Kathleen Kuhnert (links), Tobias Münscher-Paulig und Yvonne Münscher-Paulig vor der neuen Einrichtung. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Früher Soldatenunterkunft und zurzeit Baustelle. Die Wohnungsgesellschaft Delitzsch (WGD) baut das ehemalige Bundeswehrwohnheim an der Stauffenbergstraße 22 zu einem modernen Mehrfamilienwohnhaus um. Im Herbst soll alles fertig sein.

Einer der neuen Mieter ist das Diakonische Werk Delitzsch-Eilenburg. Bis zum 1. September will es mit seiner Tagespflege, die bisher im Kinderhaus Regenbogen in der Gellertstraße untergebracht ist, in die etwa 500 Meter entfernte Stauffenbergstraße umziehen. Da die Kindertagesstätte entgegen früherer Pläne weiterbetrieben wird und Kita-Plätze in Delitzsch rar sind, musste sich die Diakonie nach einem anderen Objekt umsehen, erklärt Tobias Münscher-Paulig. Der Geschäftsführer des Diakonischen Werks Delitzsch-Eilenburg ergänzt, dass die Wahl Anfang 2016 in enger Absprache mit der Stadtverwaltung auf das alte Soldatenwohnheim gefallen ist.

Lockeres Zusammenleben in der „Wohngemeinschaft Demenz“

Neben der Notwendigkeit bietet der Umzug aber auch Möglichkeiten für die Einrichtung: Dank der neuen Räume kann die Diakonie die Anzahl der Plätze in der Tagespflege von zwölf auf 14 aufstocken. Im Bereich der Verhinderungspflege stehen am neuen Standort zehn Plätze zur Verfügung. Beide Bereiche ziehen ins Erdgeschoss des Plattenbaus. Zusätzlich schafft die Diakonie eine Wohngemeinschaft für Demenzerkrankte mit acht Zimmern und einem Gemeinschaftsraum in der ersten Etage.

Grundriss der Demenz-WG in der Stauffenbergstraße mit acht Zimmern und einem Gemeinschaftsraum. Quelle: Tiepelt Architekten

Vor allem für Betroffene einer beginnenden Demenz sei das neue WG-Angebot eine gute Lösung, erklärt Münscher-Paulig. Erkrankte, die noch mobil sind, könnten unter Betreuung einem geregelten Alltag in der Einrichtung nachgehen und sinnvolle Beschäftigungen ausführen. „Es soll eine Art lockeres Zusammenleben werden“, erklärt der Diakonie-Chef. Die Bewohner können sich in Absprache ihre Tagesprogramme in der „Wohngemeinschaft Demenz“ selbst zusammenstellen. Dafür werde es Betreuungsassistenten geben, die in Form von Alltagsbegleitern den Tag strukturieren. So werden beispielsweise Einkaufstrainings angeboten oder gemeinsames Kochen. Ein „selbstständiges und selbstbestimmtes Leben“ könne damit noch über längere Zeit aufrecht erhalten werden, bevor eine stationäre Betreuung unumgänglich sei, erläutert Münscher-Paulig. Die Leitung der Demenz-WG übernimmt Anja Stiller vom Sozialdienst der Diakonie. Kathleen Kuhnert werde auch nach dem Umzug den Pflegedienst leiten.

28 Seniorenwohnungen entstehen auf den weiteren Stockwerken

Die vier übrigen Obergeschosse des Gebäudes sind für seniorengerechte Wohnungen vorgesehen. „Insgesamt entstehen bis zum Herbst 28 Ein- und Zweiraumwohnungen mit Zugang per Fahrstuhl“, erklärt Annett Linke, Abteilungsleiterin Wohnungswirtschaft bei der WGD. Wie auch bei der Diakonie ist ein Einzug ab dem 1. September möglich. Nach Terminabsprache mit der Wohnungsgesellschaft können Interessierte ab Ende Mai eine Musterwohnung im Objekt besichtigen.

Um den Lebens- und Aktionsradius zu erweitern, plant die Diakonie derzeit die Anschaffung eines Kleinbusses für die Einrichtung in der Stauffenbergstraße. Da das Fahrzeug nicht über die klassischen Pflegesätze refinanzierbar sei, ist Münscher-Paulig derzeit auf der Suche nach Firmen und Institutionen, die sich über eine Spende am Fahrzeug beteiligen wollen. „So können wir unseren Klienten die Möglichkeit geben, trotz Einschränkungen auch weiterhin mobil zu bleiben“, so der Geschäftsführer.

Von Mathias Schönknecht

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