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Delitzsch Bunker unterm Delitzscher Schützenplatz: Probebohrungen
Region Delitzsch Bunker unterm Delitzscher Schützenplatz: Probebohrungen
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16:13 23.02.2016
Das Eigenheim-Baugebiet auf dem Schützenplatz. Links neben dem Telekomgebäude im Bildhintergrund sollen die Bunkerreste in der Erde liegen. Quelle: Kay Würker
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Delitzsch

Hat Delitzschs Unterwelt mehr zu bieten, als es die lokalen Archive verraten? So einiges deutet darauf hin, dass sich unter dem Schützenplatz am Rande des Stadtparkes die Rudimente eines Luftschutzbunkers befinden. Aus offiziellen Karten geht das nicht hervor, ein Anwohner berichtet jedoch von Bunker-Erlebnissen in seiner Kindheit. Probebohrungen sollen der Sache nun zumindest teilweise auf den Grund gehen.

Ein LVZ-Artikel Ende Dezember brachte die Unterwelt-Debatte ins Rollen. Berichtet wurde da über die Baupläne eines privaten Investors, der vor Ort rund 3000 Quadratmeter gekauft hat und zwölf Eigenheime errichten lassen möchte. Die beauftragte Architektin Ute Kamphausen von der Firma Wand Massivhaus kannte da bereits „das Gerücht, dass sich unter dem Baugebiet ein alter Bunker befindet“, konnte zunächst aber nichts Genaueres in Erfahrung bringen. LVZ-Leser Michael Lossau half nun weiter, traf sich mit ihr vor Ort.

Bunkeranlage zusammengebrochen

„Ich bin am Schützenplatz aufgewachsen“, erzählte der heute 53-Jährige. Anfang der 1970er-Jahre habe sich plötzlich die Erde aufgetan – nahe der jetzigen Heilpädagogischen Kita, wenige Meter vom Zaun des Telekomgeländes entfernt. „Ein Teil der Bunkeranlage war zusammengebrochen, und wir sind als Kinder natürlich rein. Ich erinnere mich an die dicken Betonwände.“ Recht bald habe die Stadt alles zuschütten und auch die alte Gaststätte auf dem Schützenplatz oberirdisch abreißen lassen. In diesem Zusammenhang sei nahe der Kita auch die zugemauerte Öffnung verschwunden, die einst die Stelle markierte, wo ein Gang vom Bunker ins Freie führte. „Ein zweiter Gang führte in die andere Richtung, direkt zur Gaststätte“, schilderte Lossau.

Dreckfleck verschwindet

Offenbar befinden sich sowohl der Keller des Lokals wie auch die Reste des Bunkers noch in der Erde. Eine leichte Erhebung neben dem Telekomgebäude, längst überwuchert, markiere noch den Ort des verfüllten unterirdischen Schutzraumes. Diese Stelle liegt allerdings bereits außerhalb des Baugebietes, schon auf dem stadteigenen Flurstück. Probebohrungen sollen laut Ute Kamphausen nur dort erfolgen, wo sich die Eigenheime und die Erschließungsstraße geplant sind. „Reste früherer Bebauung werden zertrümmert und verdichtet, die neuen Häuser stehen jeweils auf einer in sich tragenden Bodenplatte und einem Gründungspolster darunter. Die Vorgeschichte des Areals beeinträchtigt unser Bauvorhaben nicht.“ Michael Lossau ist froh darüber. „Nach 40 Jahren verschwindet endlich dieser Dreckfleck.“

Von Kay Würker

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