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Campingplatz wird an alter Stelle neu aufgebaut

Campingplatz wird an alter Stelle neu aufgebaut

Der Campingplatz im Löbnitzer Ortsteil Roitzschjora stand im Juni 2013 unter Wasser, die Saison 2013 fiel damit im wahrsten Sinne in dieses. Inzwischen kündet auf dem Platz von der Flut lediglich noch ein kleiner Grauschleier, durch den jedoch der Hoffnungsschimmer scheint.

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Peter Dehn hat in seiner Imbiss-Gaststube noch viel Arbeit vor sich. Trotzdem will er hier ab 1. Mai wieder Gäste bewirten.

Quelle: Ilka Fischer

Roitzschjora. Denn inzwischen steht fest: 2014 geht es an gleicher Stelle weiter. Das gilt auch für den Imbiss, den Peter Dehn mit seiner Frau Renate betreibt.

Er kann wohl nicht anders. Mit 67 Jahren könnte Peter Dehn ja einfach seine Rente genießen und die Mulde, die seinen Imbiss am Campingplatz nach 2002 erneut weit über einen Meter überspülte, Mulde sein lassen. Doch mit seiner Frau will er den Imbiss am längst wieder idyllisch wirkenden Alt-Arm des Flusses in diesem Jahr unbedingt wieder öffnen. Bis dahin hat der Glauchaer, der zudem mit seinem dortigen Wohnhaus von der Flut betroffen war, noch viel zu tun.

"Wenn man sich in die Ecke setzt, dann bringt es ja nicht viel", schaut der Rentner im Unruhestand nach vorn. Spaß mache das Wiederaufbauen natürlich nicht, weiß er aus Erfahrung und mit Blick auf die selbst nach tagelanger Aufräumaktion noch immer nicht enden wollende Flut an Schlamm, Dreck und Scherben. "Doch die Leute fragen schon nach und ein schönes Fleckchen Erde ist es ja", spricht er sich selbst Mut zu. "Wir brauchen jetzt einfach Frühling." Schließlich muss bis auf den zum Glück gefliesten Fußboden so ziemlich alles neu hergerichtet, verputzt und gestrichen sein. Die gesamten gedämmten Holzwände müssen wie die komplett durchweichten Paneelen raus.

Möglichst zum 1. Mai möchte er fertig sein, "zumal der Campingplatz ja nun auch wieder kommt". Dass dieser Platz mit rund 30 dauercampenden Parteien, der aber auch von With-Full-Force-Festivalbesuchern und von Urlaubern geschätzt wird, an alter Stelle bleibt, stand lange nicht fest. Schließlich hatte der kommunale, aber weitgehend in Eigenregie der Dauercamper verwaltete Campingplatz einen Schaden in Höhe von 230 000 Euro attestiert bekommen. Der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU): "Wir sollten daher prüfen, ob wir den Campingplatz nicht an anderer Stelle errichten." Eigentlich hätte die Gemeinde nichts lieber als das getan. Zumal der Seelhausener See schon eine erstklassige Option gewesen wäre. Doch die Erfahrungen mit dem von der Flut komplett weggespülten Plänen eines Campingplatzes Dreihausen, ebenfalls am Seelhausener See, habe die Gemeinde auch gelehrt, dass da wohl selbst mittelfristig nichts zu machen sei. Es gibt schließlich für keine Fläche Baurecht, geschweige denn liegen Medien an.

Und so hat sich die Gemeinde letztendlich mit ihrem Vorschlag durchgesetzt, den Campingplatz an gleicher Stelle, aber weitgehend hochwasserresistent, zu errichten. Der Sanitärcontainer wird wie der Elektroverteiler transportabel sein. "So können wir auch gut damit leben, dass wir den Platz in Zukunft bei einem Hochwasser, wie es statistisch alle 25 Jahre auftritt, räumen müssen", erklärt der Bürgermeister.

Dass das Vorwarnsystem für die Camper funktioniert, habe sich 2013 erwiesen. Lediglich drei fest installierte Wohnwagen standen damals unter Wasser. "Unsere Dauercamper wollen wiederkommen. Die Gemeinde hat bisher jedenfalls noch keine einzige Absage erhalten", ist Axel Wohlschläger auch ein bisschen stolz. Das schließt das Ehepaar Dehn mit ein. Peter Dehn wiegelt diesbezüglich ab. "Wir können doch gar nicht anders. Denn schließlich warten auf uns nicht nur hungrige und durstige Einkehrer, sondern auch unser Milan." Und gerade letzteren möchte Peter Dehn schließlich auch im dann 17. Jahr der Bekanntschaft mit so manchem Leckerbissen verwöhnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.01.2014
Ilka Fischer

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