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Delitzsch Christine Adam aus Selben hat eine soziale Ader, deshalb opfert sie sich für andere auf
Region Delitzsch Christine Adam aus Selben hat eine soziale Ader, deshalb opfert sie sich für andere auf
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07:00 29.09.2017
Christine Adam, wie sie ihre Senioren kennen – immer am Werkeln für die anderen. Quelle: Wolfgang Sens
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Selben/Zschepen

Christine Adam hält im Delitzscher Ortsteil die Senioren bei Laune und das Bürgerhaus in Schuss. Als langjährige Gemeinde- und Ortschaftsrätin mischt sie sich zudem für die Bürger aktiv in die Kommunalpolitik ein. Die 78-Jährige wurde nun mit dem Bürgerpreis im Bereich Soziales ausgezeichnet.

„Ich sage, was mir nicht gefällt, und dafür setze ich mich auch ein, vor allem, wenn es um Gerechtigkeit geht“, sagt Christine Adam selbst über sich. Deshalb ist sie immer noch als Ortschaftsrätin tätig. „Es muss sich doch jemand für die Belange der Senioren im Ort einsetzen“, begründet sie.

Seit 1963 ist sie nun schon als Gemeinderätin und später als Ortschaftsrätin tätig. Die Mutter ihres Mannes hat dafür den Stein des Anstoßes gegeben. „Sie war selbst im Gemeinderat und als sie aufhörte, hat sie zu mir gesagt : ,Du machst weiter.’“ Das war kurz nachdem sie geheiratet hatte und nach Selben gezogen war. Seither ist sie als Volksvertreterin aktiv. Nur 1976 bis 1978 setzte sie wegen ihres Studiums zum Diplom-Agraringenieur-Ökonom in Bernburg aus.

Die Anschieberin

Irgendwie begleitet sie das soziale Engagement ihr ganze Leben lang. Sei es im Gemeinderat in der Sozial- und Wohnungskommission oder berufsmäßig in der Agrarindustrievereinigung Delitzsch/Eilenburg, in der ihr die Stelle des Leiters Arbeits- und Lebensbedingung übertragen wurde. So hat sie zu DDR-Zeiten in Selben eine Ortsgruppe des Demokratischen Freuenbundes mit aufgebaut und viel mit und für die Frauen gemacht. Nach der Wende, die auch für Christine Adam eine neue berufliche Ausrichtung erforderte, war es der Zschepener Werner Nareike, der sie anstachelte, mit ihm etwas für die älteren Menschen im Dorf zu tun. „Anfangs organisierten wir vierteljährig ein Treffen für die Senioren“, erinnert sie sich. Als der Zuspruch wuchs, wurden daraus monatliche Veranstaltungen. Heute kommen zwischen 40 bis 50 Leute zu den Veranstaltungen des Seniorenklubs Selben/Zschepen, die ein rund zehnköpfige Team um Christina Adam organisiert. „Allein würde ich das nicht schaffen“, ist sie ihren Mitstreitern – den Eheleuten Schweitzer, Haase und Döhler sowie Waltraud Nixdorf, Inge Hermann und Manfred Vetter – dankbar, denn „viele sehen nicht, was alles dranhängt. Ich bin nur die Anschieberin“. Wichtig für sie ist, dass es den Senioren gefällt und sie zufrieden nach Hause gehen wie kürzlich beim Sportfest.

„Sie braucht Bewegung, die Auseinandersetzung und das Organisieren“, beschreibt Klaus Adam seine Gattin, mit der er seit 1962 verheiratet ist. Solange es die Gesundheit zulässt, will sie noch weitermachen und hofft auf Zulauf für den Seniorenklub.

Von Thomas Steingen

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