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Delitzsch Da braut sich einiges zusammen
Region Delitzsch Da braut sich einiges zusammen
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17:00 24.03.2011
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. Dieser möchte künftig nur noch eine sogenannte Stamm-Belegschaft nach Brauereitarif bezahlen.

Die Krostitzer wollen das nicht hinnehmen und legten wie die Reudnitzer am Tag zuvor um 13 Uhr für 90 Minuten die Arbeit nieder. Kein Lkw kam in das Werktor rein. Die Produktion stand bis auf einen technisch erforderlichen Notbetrieb still. „Die Arbeitgeber wollen uns in eine Kern- und in eine Randbelegschaft auseinanderdividieren", erboste sich vor dem Werktor Klaus Großer, der seit der Wende Betriebsratsvorsitzender in Krostitz ist. „Wir alle machen zusammen ein gutes Produkt. Jeder leistet seinen Anteil, und wir alle wollen für gute Arbeit gutes Geld." Er stand mit dieser Meinung nicht allein da. Großer konnte gemeinsam mit Jörg Most, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten in der Region Leipzig-Halle, immer mehr Mitarbeiter per Handschlag am Werktor begrüßen. „Da kommt das Labor, die Logistik, die Verwaltung, die Produktion und da auch das Festgeschäft", schaute Großer seinen Leuten gespannt und ob der guten Beteiligung auch erfreut entgegen. 55 Leute wurden am Ende gezählt „Bei rund 100 Beschäftigten ein tolles Ergebnis" schätzte Jörg Most ein, der sich schon in den Tagen zuvor über viele Eintritte in die Gewerkschaft freuen konnte.

Die Gabelstablerfahrer standen in einem Grüppchen zusammen. Die Sonne schien, dazu gab es von der Gewerkschaft spendierten Kaffee. „Man könnte das fast genießen, wenn der Anlass nicht so traurig wäre", sagte stellvertretend einer der Männer, die namentlich nicht erwähnt werden wollten und die massive Lohneinbußen befürchten. Die Logistiker gehören wie die Handwerker oder auch die Sekretärinnen zu denen, die von den Arbeitgebern das Etikett „zu teuer" angehängt bekommen haben. Ihnen tut es gut, dass auch viele Brauer mit vor dem Tor stehen. Diese zeigten sich aber nicht nur mit ihren Kollegen solidarisch. „Auch ihnen will man ans Geld", so Jörg Most. Der Arbeitgeberverband wolle nämlich mit einem neuen Bundesrahmentarifvertrag auch neue Bewertungsgruppen definieren. „Facharbeiter sind bisher in der Vierten, gut möglich, dass sie sich künftig in der Dritten wiederfinden." Und das mache durchaus schon mal 300 Euro im Monat aus, brachte es der Gewerkschafter, der auch unbefristeten Streik nicht ausschließt, auf den Punkt. „Es hat sich schließlich einiges zusammengebraut", meinte er.

Verständnis zeigte Brummifahrer Joachim Forster, der seinen Biertank um 13.15 Uhr löschen wollte. „Da muss ich eben warten", befand er nach kurzer Sondierung der Lage. „Die Leute werden ihren Grund zum Streiken haben", sagte er und mischte sich unter diese. Nicht zu sehen waren dagegen Vertreter der Betriebsleitung. „Diese sind heute zu einer Tagung in Berlin", so Großer.

Ilka Fischer

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