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Delitzsch Dachstuhlbrand in Zschortau und Buttersäure-Verdacht in Delitzsch
Region Delitzsch Dachstuhlbrand in Zschortau und Buttersäure-Verdacht in Delitzsch
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13:40 01.08.2016
Der Rauch zeugt von nichts Gutem. Quelle: Christine Jacob
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ZSCHORTAU

Es war gegen 21.45 Uhr am Donnerstagabend, als das Feuer ausbrach und kurz darauf die Melder etlicher Feuerwehrkameraden schrillten. Der Dachstuhl eines Hauses im Rackwitzer Ortsteil Zschortau war in Brand geraten. Gerade war ein Gewitter über die Region gezogen, ein Blitzschlag als Brandursache konnte so nach ersten Vermutungen nicht ausgeschlossen werden. Die genaue Brandursache, so die Polizei auf Anfrage am Freitag, könne voraussichtlich erst Anfang der neuen Woche genannt werden. Das Haus ist laut Polizei einsturzgefährdet. Gutachter müssen erst untersuchen, ob die Ermittler das Haus gefahrenlos betreten können.

Etliche Feuerwehren im Einsatz

Feuerwehren aus Rackwitz, Biesen, Zschortau, Delitzsch und Schkeuditz rückten an. Bei Ankunft brannte der Dachstuhl in voller Ausdehnung. Glück im Unglück: Die beiden Bewohner des Hauses in der Schrozberger Straße konnten sich geistesgegenwärtig selbst aus dem brennenden Gebäude retten und so weitgehend unversehrt in Sicherheit bringen. Auch die Haustiere habe man noch evakuieren können, berichtete der aufgeregte Bewohner noch am Donnerstagabend. Schon während der Anfahrt sahen die Feuerwehrleute meterhohe Flammen, berichteten sie später. Die Schkeuditzer Kameraden konnten die Einsatzstelle zügig wieder verlassen, sie wurden nicht weiter gebraucht. Insgesamt rund 50 Kameraden der Region waren im Einsatz, zudem der Rettungsdienst und die Polizei.

Das Haus am Tag danach: Der Dachstuhl ist hinüber. Durch Dämmwolle in dem Obergeschoss konnten sich Glutnester lange halten. Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Das Feuer konnte zwar schnell mit vereinten Kräften unter Kontrolle gebracht werden, die gesamten Löscharbeiten zogen sich bis weit nach Mitternacht und für etliche Kameraden noch weiter bis gegen zwei Uhr in die Nacht hinein. Unter anderem muss in solchen Fällen auf Glutnester kontrolliert werden und müssen teilweise Bauteile sowie herabgestürzte Teile abgetragen werden. Teilweise entfernten Kameraden mit Einreißhaken die Ziegel, um Glutnester freizulegen. Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei diesen Arbeiten. Er bekam einen der Dachziegel ins Gesicht und musste sich am Freitag mindestens einer zahnärztlichen Behandlung unterziehen. Auch die Wärmebildkamera kam zur Kontrolle und weiteren Aufklärung zum Einsatz. Durch die Dämmwolle, so berichteten zum Beispiel die Rackwitzer Kameraden, konnten sich die Glutnester im Haus lange halten.

Zwei Uhr nachts nächster Alarm in Delitzsch

Zwei Uhr in der Nacht zum Freitag kam schon der nächste Alarm für einige Feuerwehrkameraden der Region. In einem Bistro in der Eilenburger Straße von Delitzsch sollte es zum Austritt von Buttersäure auf der Herrentoilette gekommen sein, hieß es zunächst – ein Fall für den Gefahrgutzug.

Teils im strömenden Regen lief der Einsatz für den ABC-Zug in der Eilenburger Straße. Quelle: Christine Jacob

Um am Ende insgesamt drei Verletzte und zum Beispiel ihre Atembeschwerden kümmerte sich der Rettungsdienst. Als Komponenten des Gefahrgutzugs wurden die Feuerwehren Delitzsch, Selben/Zschepen sowie Schenkenberg alarmiert. Nach rund einer Stunde die endgültige Entwarnung: Es handelte sich definitiv nicht um Buttersäure, sondern vermutlich um eine sehr scharfe Reinigungschemikalie. Die Feuerwehr belüftete das Lokal gründlich mit Maschinen, auch das Gesundheitsamt wurde informiert.

Von Christine Jacob

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