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Dank Inge Albrecht passt die Geschichte Badrinas zwischen zwei Buchdeckel

Druckreife Ortschronik Dank Inge Albrecht passt die Geschichte Badrinas zwischen zwei Buchdeckel

„So schön frei stand die Schule also einmal“, der prüfende Blick aus dem Publikum hatte das Gebäude schnell unter den alten Fotografien auf dem Titelblatt herausgefiltert. Historische Aufnahmen und Postkarten sind nicht das Einzige, was Inge Albrecht für ihre Chronik von Badrina und das eingemeindete Scholitz gesichtet hat.

Inge Albrecht veröffentlicht bald ihre Chronik von Badrina als Buch.

Quelle: Manuel Niemann

Badrina. „Es ist ein Schlussstrich unter eine jahrelange Arbeit“, sagt Inge Albrecht. Sie ist die Ortschronistin des Schönwölkauer Ortsteils. Der „Schlussstrich“, den sie am Welttag des Buches im Leine Krug präsentieren konnte, ist die fast druckfertige Version ihrer Chronik. Diese spürt von der Frühzeit bis 1945 dem Dorfleben in Badrina und dem 1936 eingemeindeten Scholitz nach.

Begonnen hat sie sie im Jahr 1993/94, als eine ABM-Stelle sie in das Amt führte. „Band 1“ steht nun, fast schon bescheiden, auf dem Titelblatt ihres Werks. Das erscheint bald beim Engelsdorfer Verlag: In einer kleinen Auflage, herausgegeben von der Gemeinde Schönwölkau. Die Chronik beginnt weit vor der ersten urkundlichen Namenserwähnung Badrinas als „Boderin“ 1349. Beflügelt durch zufällige Grabfunde forschte Albrecht zur frühgeschichtlichen slawischen Besiedlung, die sich auch in den Namen erhalten hat. Tausende Jahre könne sie Lesern mit dem Buch nahebringen.

Zweiter Weltkrieg und Flüchtlingswelle

Das folgt der Dorfgeschichte von den Gräberfunden, der Völkerwanderungszeit bis zum Mittelalter und schließlich in die Moderne. Es endet 1945, als die Amerikaner die Schule stürmten und mit der Flüchtlingswelle, die der Zweite Weltkrieg danach auslöste. Die Sehenswürdigkeiten und Persönlichkeiten aus dem Ort, Wissenswertes aus der kommunalen Verwaltung und dem Vereinsleben, aber auch Kurioses aus der Gerichtsbarkeit finden auf den rund 200 Seiten einen Platz. „So, wie es in den Akten stand, habe ich es herangezogen“, beschreibt Albrecht ihre Arbeit. Leser erfahren etwa, dass die im Schloss ansässige Adelsfamilie von Spiegel in der letzten Generation lutherfreundlich war, wann die letzte Maikäferplage den ohnehin immer armen Ort heimsuchte oder wie Streit um das Ausschankrecht die Bierstubenwirte entzweite.

Sie selbst erfuhr: 1935, das erste Auto im Ort steuerte ein Fleischermeister – Albrechts Großvater. Die Bald-Achtzigjährige hat in Archiven und Bibliotheken in Merseburg, Wernigerode, aber auch in Leipzig und Dresden Material zusammengetragen. Als besonders ergiebig erwies sich ein achtbändiges Werk, das sie beim Lesen mit größter Vorsicht behandeln musste, weil es drohte, sich aufzulösen.

Gerichtsakten und Kirchenbücher studiert

In alte Handschriften habe sie sich inzwischen eingelesen „bis zur Schrift zu Bachs Zeiten“. Zinsbücher, Kirchenarchive und alte Gerichtsakten hat sie neben Fachliteratur gesichtet und ausgewertet. Zuletzt habe sie fast nur noch zuhause an ihren beiden Computern gesessen, um die Texte und selbst eingescannte Bildquellen in Buchform zu bringen. Ihre Erfahrung als frühere Redakteurin für das Reichsbahn-Ausbesserungswerk Delitzsch kam ihr dabei zugute.

Um die erforderliche Auflage abzuschätzen, nimmt Inge Albrecht unter der Telefonnummer 034208/ 70390 bereits Bestellungen an. Geplant sind zunächst um die 40 Exemplare zu einem Stückpreis von zirka 15 Euro.

Von Manuel Niemann

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Badrina
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