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Das wird teuer: Schönwölkau muss seine Parkordnung ändern

Straßenverkehr Das wird teuer: Schönwölkau muss seine Parkordnung ändern

Auf dem Dorf ticken die Uhren anders und Parkuhren gibt es gleich mal gar nicht, alles läuft ein bisschen gelassener. Oder doch nicht? In Schönwölkau soll jetzt Schluss sein mit der entspannten Verkehrslage. Das schmeckt dem Bürgermeister selbst nicht.

Das Auto so wie hier in Hohenroda auf dem Fußweg abzustellen, war zwei Jahrzehnte keine große Sache in den Ortsteilen von Schönwölkau.

Quelle: Christine Jacob

Wölkau. Diese Woche könnte ziemlich teuer werden für die Gemeinde Schönwölkau – zirka 9000 Euro werden Anordnungen die Kommune wohl am Ende kosten, dazu kommen in den nächsten Jahren Folgekosten. Streitpunkt und Ursache ist die bisherige Parkordnung in der Gemeinde.

Polizei verteilt Knöllchen

Oder ist es eine Park-Unordnung? Für einige wohl schon, denn aus der Lindenallee in Wölkau gab es zuletzt Beschwerden und Hinweise von Bürgern über zugeparkte Fußwege. Erst vor Kurzem hatte die Polizei und nicht die Kommune im Ortsteil also Knöllchen verteilt. Bis dato war es auch in verschiedenen anderen Ortsteilen gang und gäbe, auf den bestimmten Fußwegen zu parken. Die Stellen zum Parken sind in den Schönwölkauer Dörfern bestens bekannt, unter anderem durch andersartiges oder andersfarbiges Pflaster gekennzeichnet – einzig die blauen Hinweisschilder mit dem markanten weißen P als Erlaubnis gibt es bislang nur an den wenigsten Stellen, „ein-eindeutig“ ist also nichts geregelt. Weil aber irgendwie alle sich dran hielten und keiner den Mund aufmachte, ging bisher alles in Ordnung so. Eine Begehung verschiedener Ortsteile mit der Polizei und dem Ordnungsamt Krostitz – mit der Nachbarkommune erledigt Schönwölkau gemeinsame Aufgaben – soll noch für diese Woche angesetzt werden und die Zustände klären.

Bürgermeister gegen zu viel Ordnung

Für Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) kein erfreulicher Termin, denn er fand die Parkordnung bislang vollkommen in Ordnung so und durchaus praktikabel: „Es hat mehr als zwanzig Jahre gut so funktioniert und es hat keinen gestört“, schildert er, „es gibt genug Parkflächen, wir sind hier auf dem Dorf.“ Auf dem Dorf regelt man die Sachen mal lieber noch durch ein Gespräch als durch Gesetzestexte. Mangelnde Kulanz kann man dem Gemeindeoberhaupt jedenfalls nicht vorwerfen: In 27 Jahren hat Volker Tiefensee nach eigenen Angaben drei Knöllchen verteilt und nur eines überhaupt vollstreckt, die anderen ließ er fallen.

Dass zuletzt aber nicht nur die Fußwege, sondern auch Einfahrten „gnadenlos“ zugeparkt worden sind, sieht die Polizei nicht so gelassen wie der Bürgermeister. „Wir fahren nicht an Ordnungswidrigkeiten vorbei, auch wenn wir eigentlich Besseres zu tun haben“, stellt Revierleiter Klaus-Dieter Kabelitz klar. Die Beamten sind Beschwerden und Hinweisen nachgegangen. Als oberster Polizeichef der Gemeinde sei Tiefensee eigentlich dafür zuständig, dass nicht wild geparkt wird. Es habe in der Vergangenheit mehrere Verkehrsschauen gegeben und doch habe sich nichts geändert, kritisiert die Polizei die Kommune.

So wie hier am Brinniser Friedhof setzt die Gemeinde an manchen Stellen sogar schon die Schilder ein

So wie hier am Brinniser Friedhof setzt die Gemeinde an manchen Stellen sogar schon die Schilder ein.

Quelle: Christine Jacob

Volker Tiefensee stellt sich nun darauf ein, „Parken erlaubt“-Schilder anschaffen zu müssen. Der Bußgeldstelle hat er seine Meinung zum Park-Ärger zwar bereits kundgetan, müsste aber auf entsprechende Anordnungen des Landkreises reagieren. Voraussichtlich 18 Schilder insgesamt werden in den Ortsteilen Wölkau, Lindenhayn, Brinnis, Boyda, Hohenroda und Mocherwitz gebraucht. Rund 500 Euro für Anschaffung und Aufstellung kalkuliert die Gemeinde pro Stück. Ärgerlich sei, dass damit Folgekosten entstehen, da die Schilder ja nach einiger Zeit auch wieder verblassen und erneuert werden müssen.

Von Christine Jacob

Schönwölkau, Parkstraße 11 51.49379 12.49727
Schönwölkau, Parkstraße 11
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