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Delitzsch Delitzsch: Am Unteren Bahnhof brummt Drogenhandel
Region Delitzsch Delitzsch: Am Unteren Bahnhof brummt Drogenhandel
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10:15 17.07.2018
Vor allem Crystal ist in Delitzsch ein Problem (Symbolbild) Quelle: dpa
Delitzsch

Die offizielle Zahl macht sich bei 2152 Straftaten insgesamt im vergangenen Jahr winzig aus: 59 Betäubungsmitteldelikte registrierte die Polizei 2017 in Delitzsch. Das Problem ist statistisch also klein, in Wirklichkeit groß für eine Kleinstadt: „Die Dunkelziffer ist eine ganz andere“, gibt Revierleiter Klaus Kabelitz zu. In der Loberstadt sei alles an Drogen vertreten, ein „Riesenproblem“ aber gibt es laut dem Polizeichef mit der Droge Crystal und begleitend dazu auch mit Cannabis, weil dies konsumiert wird, um vom aufputschenden Crystaltrip wieder runterzukommen. Folgen sind so auch Taten aus dem Bereich der Beschaffungskriminalität. Immer wieder wird vermutet, dass die hohe Diebstahlsquote bei Fahrrädern zum Beispiel damit im Zusammenhang steht.

Schüler als Kunden

Von einzelnen, großen „Drogenbossen“ will man bei der Delitzscher Polizei nicht reden, vielmehr seien es einige Dealer, die hier ihr Geschäft machen. Die größten Umschlagspunkte für Drogen in Delitzsch sind der Nahbereich der Schulen, der Wallgraben, wo immer wieder das Rumlungern von Jugendlichen kritisiert wird, das Ziehwerk als Club in der Eilenburger Chaussee und vor allem der Untere Bahnhof und seine Umgebung. Und tatsächlich brummt dort das Geschäft Tag für Tag. Gerade in den Nachmittagsstunden treffen Käufer und Verkäufer dort aufeinander, so auch die Beobachtung der Polizei. Fragt man vor Ort bei Leuten, die oft und lange am Unteren Bahnhof und rund um das Empfangsgebäude zugegen sind wie den Taxi- und Busfahrern, Kioskinhabern und Bahnbediensteten werden aber auch schon die Vormittagsstunden als Handelszeiten beobachtet.

Der Untere Bahnhof gilt als einer der Haupthandelsorte für Drogen Quelle: Christine Jacob

Während in der Schulzeit ziemlich reger Verkauf läuft, ist es momentan tatsächlich etwas ruhiger am Unteren Bahnhof. Der Drogenhandel sei direkt vom Schülerverkehr abhängig, sagen die Beobachter. Und kritisieren, dass die Polizei noch zu selten da sei und oft nur durchfahre, aber nichts unternehme. Tatsächlich bestreift die Polizei das Areal regelmäßig. Im Falle des Delitzscher Ziehwerks, wo zum Beispiel erst Anfang des Jahres Jugendliche mit Drogen erwischt wurden, habe die Polizei gemeinsam mit dem Betreiber auch Maßnahmen ergriffen, versichert Revierleiter Klaus Kabelitz.

Ausländer im Verdacht

Der Bahnhofsbereich ist schwerer zu kontrollieren als der Club. Das wissen die oft unfreiwilligen Beobachter der Szene. Man kennt die Drogendealer am Unteren Bahnhof, die Gesichter sind bekannt und auch ein paar der Kunden – meist seien es noch Schüler und junge Erwachsene – fallen den Beobachtern immer wieder auf. Der Verkauf laufe schnell, aber mitunter nicht einmal besonders ums Verstecken bemüht. So wie es Drogen schon immer gegeben habe, habe es auch schon immer Handel damit am Unteren Bahnhof gegeben, sagt eine Frau, die regelmäßig am Bahnhof zu tun hat und ihre Identität nicht weiter preisgeben will. Das Problem habe aber in den vergangenen Jahren seit der Flüchtlingsproblematik zugenommen. Da pflichten ihr auch andere der Szene-Beobachter bei. An Drogen sei seit dieser Zeit auch in Delitzsch noch leichter heran zu kommen. Die Frage aber, ob die Ursache nicht meist im Elternhaus und bei zu viel Leistungsdruck zu suchen sei, bleibe unabhängig davon wie eh und je bestehen, bedauert die Frau.

Von Christine Jacob

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